Die Neu-Köche haben das Mahl im Griff
Autor: Daniela Röllinger
Kitzingen, Mittwoch, 13. Dezember 2017
Wenn Männer den Kochlöffel schwingen, gibt's Biergulasch, Kraut mit Speck und „Fränkische Dätscher“
Schoko-Muffins und Blaubeer-Muffins, die kennt man. Glühwein auch. Aber Obazda-Muffins und Glühbier? Mit einer eher ungewöhnlichen, aber äußerst leckeren Kombination wurden kochfreudige Männer kürzlich in der Lehrküche des Amtes für Landwirtschaft zu einem ganz besonderen Kochevent empfangen.
„Heute kocht der Chef fränkische Spezialitäten“ war die Veranstaltung überschrieben, die Monika Hegwein und Elfriede Bold vom VLF Kitzingen zweimal gemeinsam anboten. Insgesamt 17 Männer bereiteten unter der Anleitung der beiden Hauswirtschaftsmeisterinnen zwei Drei-Gänge-Menüs zu. Für einige war das Kochen völlig neu, andere hatten schon Erfahrung.
„Das war hochinteressant. Ein tolles Erlebnis“, gerät Norbert Dazian geradezu ins Schwärmen, wenn er an den Nachmittag zurückdenkt. Dabei hatte er zuvor so gut wie nie gekocht. „Ganz früher, als ich ein Kind war, da haben wir mit dem Vater schon mal ein paar Eier in die Pfanne gehauen oder ein Schnitzel gebraten, wenn die Mutter ausnahmsweise mal nicht da war“, erzählt er. Aber das ist lange her. Die Küche ist seit langem das Reich seiner Frau. Interessiert hat ihn das Thema trotzdem, und so hat er sich entschieden, beim Kochevent mitzumachen. Sein Fazit: Er hat einen tollen Nachmittag verbracht, hat viel gelernt und die Wertschätzung für diejenigen, die kochen, ist gestiegen.
Elfriede Bold und Monika Hegewein teilten die Männer in zwei Gruppen ein, jeder konnte sich für ein Gericht melden. Pfannkuchensuppe, Schweinkrustenbraten in Dunkelbiersoße, Brezelknödel und gekochte Kartoffelknödel sowie fränkisches Kraut mit Speck und Schafmäulesalat mit Sahne-Specksoße bereiteten die Männer in der Gruppe von Monika Hegwein zu. Apfel-Spekulatius-Dessert machte zum Abschluss Lust auf Weihnachten.
In der Gruppe von Elfriede Bold standen als Vorspeise Räucherfischsalat und „Fränkische Dätscher“ auf der Speisekarte. Die Hauptspeise bestand aus Kulmbacher Biergulasch mit Mehlklößen, Bohnen im Speckmantel, glasierten Karotten und Endiviensalat. Zum Dessert wurden fränkische Apfelküchle mit Vanillesoße gekocht.
Norbert Dazian war für die Pfannkuchensuppe zuständig. „Das hat gut geklappt“, erzählt er. Teig zubereiten, rausbacken, schneiden, die Suppe abschmecken. Letzteres war für ihn nicht neu: „Das Abschmecken kenne ich vom Schlachten, das war kein Problem.“ Er hat sich nicht nur um seine Vorspeise gekümmert, sondern auch den anderen beim Kochen über die Schulter geschaut, und so gelernt, wie man die Bratensoße macht, wie die Schwarte beim Krustenbraten richtig eingeschnitten wird und vieles mehr. Die Zeit sei ruckzuck verflogen, so der Iffigheimer. „Die Männer waren eifrig bei der Sache“, lobt auch Monika Hegwein. Und so saßen bald schon alle an der gedeckten Tafel, genossen die selbst zubereiteten Speisen und dazu die von Eric Löschner von der Albertshöfer Sternbräu kredenzten, selbst gebrauten Biere.
Für Dazian steht fest, dass es nicht sein letzter Kochevent gewesen ist. „Das war alles toll vorbereitet, sehr informativ und eine super Kameradschaft. Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei.“ Auch seinen Freunden und Bekannten hat er schon von dem Event vorgeschwärmt. Gut möglich also, dass er zum nächsten Kurs nicht mehr alleine kommt.