Wer sich mit Martin Weberbauer unterhält, der merkt schnell: Hier brennt jemand für seinen Beruf, hier ergreift jemand das Wort für den ganzen Berufsstand. Abwechslungsreich wie kaum ein anderes sei das Leben als Landwirt. Als Tierpfleger und Tierarzt müsse man sich betätigen, als Mechaniker und Bürokraft. „Auch wenn die Dokumentationspflicht mitunter überzogen ist“, bedauert er. Dafür ist der Zusammenhalt groß. Gerade in den landwirtschaftlichen Familien. „Nur der Zusammenhalt unter den Landwirten leidet unter dem starken Konkurrenzdruck des Weltmarkts teilweise sehr“, bedauert er.
Acht Vollerwerbsbetriebe gibt es noch in Biebelried. Die Böden im Umfeld sind gut und eignen sich hervorragend für den Anbau von Zuckerrüben, Mais und Getreide. Dennoch macht sich auch Martin Weberbauer Gedanken um die Zukunft. Die Wertschätzung für die landwirtschaftlichen Produkte, die vor Ort erzeugt werden, ist in den letzten Jahren gesunken. Alle Kollegen würden in der Öffentlichkeit über einen Kamm geschert. Die Dioxin- oder Fipronil-Skandale würden der gesamten Branche zugeschrieben. „Dabei gibt es in jedem Berufsfeld schwarze Schafe“, sagt er.
„Man sollte schon ein wenig flexibel sein.“
Martin Mack, Ausbildungsberater
Eine breite Masse der Öffentlichkeit habe ein falsches Bild von der Landwirtschaft, bedauert er. „Sie sehen die großen Schlepper und denken, dass wir alle reiche Leute sind.“ Ein Vorurteil, das ihn „arg traurig“ macht. Dabei profitieren die Landwirte in der Regel wenig bis gar nicht von den Preiserhöhungen in den Supermärkten – so wie kürzlich bei den Butterpreisen. „Da ist nichts bei uns angekommen“, versichert der Biebelrieder.
Dennoch: Der 26-Jährige sieht seine Zukunft eindeutig in der Landwirtschaft. Dabei setzt er auf ständige Fort- und Weiterbildung. „Anders geht es in dieser Branche nicht“, ist er sicher. Entsprechend breit gefächert ist sein Interesse. Für das Landwirtschaftsamt hat er 2016 die Feldtage bei Hassfurt vorbereitet. 60 Hektar Versuchsfläche wollten präpariert werden. „Ich hatte viele Kontakte mit Firmen und Beratern“, erinnert er sich. Zurzeit absolviert er noch eine zusätzliche Ausbildung im Landwirtschaftsamt, um den komplexen Verwaltungsapparat kennen zu lernen. Um zu verstehen, welches Zahnrad hier in welches greift.
Stillstand bedeutet Rückschritt. Davon ist Martin Weberbauer überzeugt. Ein Landwirtschaftsbetrieb macht da keine Ausnahme. „Ein Betriebsleiter muss sich ständig weiter entwickeln“, sagt er. „Nur so kann der Betrieb langfristig überleben.“ Die Auszeichnung von Ingolstadt ist für ihn deshalb ein Grund zur Freude, aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. „Das Lernen hört nie auf“, sagt Martin Weberbauer.