Bürgermeister für interkommunalen Tierschutz
Autor: Diana Fuchs
Kitzingen, Dienstag, 25. Sept. 2018
Doch die Gretchenfrage bleibt: Wo gibt es einen geeigneten Platz für ein Tierheim?
Wie stellen sich die Bürgermeister der Landkreisgemeinden den Tierschutz in der Region künftig vor? Die Redaktion hat um Stellungnahmen gebeten. Das Ergebnis: Viele können sich ein Gemeinschaftsprojekt aller Kommunen gut vorstellen und hoffen auf eine klärende Aussprache. Vor allem zwei Fragen sind offen: Wo findet sich ein Grundstück? Und wer nimmt die Planung in die Hand?
Der Kitzinger Oberbürgermeister Siegfried Müller betont, dass nicht nur die Stadt Kitzingen, sondern alle Orte im Kreis gleichermaßen gefordert seien, ein Grundstück zu finden.
„Es ist natürlich eine landkreisweite Lösung für den Tierschutz im Raum Kitzingen anzustreben, damit sich nicht jede Gemeinde beziehungsweise Verwaltungseinheit separat um die Unterbringung von Fundtieren kümmern muss“, findet Peter Kraus, Bürgermeister von Mainbernheim. Bei den Baumaßnahmen gelte es jedoch klar zu trennen zwischen dem Aufwand für Fundtiere und für reine Vereinszwecke. Wenn sich die eine oder andere Gemeinde auch hier finanziell engagieren wolle, sei das dem Bereich „freiwillige Leistungen“ zuzurechnen.
Was den Standort des künftigen Tierheims angeht, sagt Kraus: Einerseits müsse eine Anbindung an die örtliche Infrastruktur – Wasser, Strom, Telefon – bestehen, was Ortsnähe bedeutet, andererseits sei jedoch ein gewisser Abstand zur Wohnbebauung einzuhalten, „weil von einem Tierheim doch Emissionen ausgehen, insbesondere Schall“. Geeignet wäre gegebenenfalls eine aufgelassene landwirtschaftliche Hofstelle, ein Aussiedlerhof. „Eine solche zu finden, ist aber nicht einfach“, so Kraus, der seinen Stadträten in der vergangenen Sitzung ans Herz gelegt hat, über mögliche Standorte nachzudenken.
Rödelsee hat das schon hinter sich. Die Winzergemeinde teilt, wie viele andere Kommunen, mit: „Leider haben wir keine geeigneten Flächen für einen Tierheimneubau.“ Der Gemeinderat hat jedoch nicht nur die Fundtierkostenpauschale auf einen Euro je Einwohner angehoben, sondern auch eine weitere Erhöhung zur Finanzierung eines Neu- oder Umbaus beschlossen. „In jedem Fall wird die Gemeinde mit der Aktion 'Rödelsee hilft' 2019 das Tierheim unterstützen“, verspricht 2. Bürgermeister Horst Kohlberger.
Auch in Sommerach sieht es mit einem geeigneten Grundstück schlecht aus. „Hochwasser- und Naturschutzgebiete, Weinbergshang – wir haben nicht viele Möglichkeiten“, stellt Bürgermeister Elmar Henke fest. Er hält es für das Beste, eine Bürgermeister-Dienstversammlung mit klaren Fakten und Zahlen bezüglich Tierheim abzuhalten. „Eventuell kann man auch überlegen, sich landkreisübergreifend zusammenzutun.“
Eine Landkreis-Lösung favorisieren Dr. Werner Knaier, Bürgermeister aus Wiesentheid, und Gerline Martin, stellvertretende Bürgermeisterin von Volkach. Auch sie möchten die Rahmenbedingungen in einer Bürgermeisterrunde festzurren. Ein Tierheim-Neubau gehe „alle 31 Gemeinden an“. Das Wiesentheider Ortsoberhaupt fände es daher am sinnvollsten, dass der Landkreis sich am Bau und an den Kosten beteiligt und das Geld danach per Kreisumlage refinanziert. „Das wäre das einfachste Prozedere.“