Druckartikel: Aufbruch in eine neue Lebensphase

Aufbruch in eine neue Lebensphase


Autor: Nina Grötsch

Kitzingen, Donnerstag, 16. März 2017

Die Wechseljahre mögen es in sich haben, doch sie haben durchaus positive Seiten. Christina Dümler-Karwath verrät, welche.
Schlapp, müde und lustlos? Das kann an den Wechseljahren liegen. Aber mit ein paar Tricks lässt sich etwas  dagegen tun.


Hitzewallungen. Stimmungsschwankungen. Schwindel. Wirklich positive Eigenschaften verbindet „frau“ nicht mit dem Thema Wechseljahre und dennoch bleibt ihr diese Phase nicht erspart. Es ist der Übergang in einen neuen Lebensabschnitt, der anstrengend sein kann, aber auch chancenreich – zumindest wenn man der Weiblichkeitspädagogin Christina Dümler-Karwath glaubt.

Frage: Warum ist das Thema „Wechseljahre“ für viele irgendwie immer noch ein Tabuthema?

Christina Dümler-Karwath: In unserer Gesellschaft will das Alter teilweise nicht gesehen oder gelebt werden. Die Frau soll ewig jung aussehen, eine gute Figur haben und belastbar in der Arbeit und in der Familie sein. In dieser Phase des Lebens muss man umdenken und anderen Werten Prioritäten einräumen.

An wen richtet sich das Seminar? An Frauen vor den Wechseljahren, um ihnen die Angst davor zu nehmen? Oder an Frauen in den Wechseljahren, um sie in dieser Zeit zu unterstützen?

Dümler-Karwath: Das Seminar richtet sich an alle Frauen, die vor oder in dieser Umbruchphase sind. Es werden präventive sowie problemorientierte Wege aufgezeigt – beispielsweise mit einer Änderung der Ernährung oder des Lebensstils, mit der jederzeit begonnen werden kann. Die Zeit der Wechseljahre verunsichert viele Frauen. Das Seminar soll Möglichkeiten geben, Unsicherheiten und Fragen zu klären und zu informieren – und somit entspannt durch diese Zeit zu kommen.

Das Thema scheint viel herzugeben. Das Seminar dauert acht Stunden. Was erwartet die Teilnehmer da denn alles?

Dümler-Karwath: Es gibt 13 Themenbereiche, die vom Sinn der Wechseljahre über Beschwerden und Lösungswege bis zu Bewegungs- und Entspannungsübungen reichen. Für uns ist es wichtig, den Frauen einen schönen und informativen Tag zu bescheren, der Pausen, Gespräche, Lachen und auch Tänze mit einbezieht.

In welchem Alter beginnen die Wechseljahre denn in der Regel? Und was sind erste Anzeichen?

Dümler-Karwath: Sie startet Mitte 40. Erste Anzeichen können Zyklusunregelmäßigkeiten und verstärkte oder schwächere Blutungen sein.

Können Sie uns vorab schon einen Tipp verraten, der das Leben in den Wechseljahren erleichtert?

Dümler-Karwath: Ein entspannter und humorvoller Umgang mit den Wechseljahren wirkt sich sicher positiv in dieser Umbruchsphase aus.

Und können eigentlich auch Männer einen Teil dazu beitragen, den Frauen durch diese zweite Pubertät zu helfen?

Dümler-Karwath: Die Männer wissen oft nicht, wie sie auf das veränderte Verhalten ihrer Frauen reagieren sollen. Sie sind dann oft verunsichert oder verärgert. Unterstützen können sie ihre Frauen mit offenen Gesprächen und Verständnis. Wie die jugendliche Pubertät ist auch die zweite Pubertät eine Phase im Leben einer Frau mit vorübergehenden Veränderungen.

Wenn Sie spontan drei positive Aspekte der Wechseljahre nennen müssten, welche fallen Ihnen da ein?

Dümler-Karwath: Keine Verhütung mehr; man hat mehr Zeit für sich selbst und die Partnerschaft, da die Kinder in der Regel dann schon aus dem Haus sind; und es ist eine Gelegenheit zur Neuorientierung, Hobbys, Reisen und mehr warten nun.