Anschalten alleine genügt nicht
Autor: Daniela Röllinger
Kitzingen, Mittwoch, 21. März 2018
Waschmaschine auf, Wäsche rein, anschalten: Waschen kann doch jeder? Die Realität sieht anders aus, denn viele kennen sich mit ihrer Maschine nicht aus, achten nicht auf das richtige Waschmittel und ignorieren die Pflegehinweise für die Wäsche. Und wer dann noch umweltbewusst waschen will, muss einiges beachten.
Tag der Hauswirtschaft am 21. März. Tag des Wassers am 22. März. Nicht nur wegen des Datums liegen beide Themen nah beieinander. Sondern auch, weil in Haushalten viel Wasser verbraucht und verschmutzt wird. Zum Beispiel beim Wäschewaschen.
Die Socken müffeln, das T-Shirt hat einen Fleck, die Bettwäsche muss gewechselt werden: In einem Haushalt fällt Tag für Tag schmutzige Wäsche an. Ganz selbstverständlich wird sie in die Waschmaschine gesteckt, Waschmittel rein, anschalten. Wie viel Wasser dabei verbraucht wird, ob das richtige Mittel verwendet und richtig dosiert wird, ob das Programm passt, darüber machen sich die meisten Menschen wenig Gedanken. Das Kompetenzzentrum Hauswirtschaft Triesdorf des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten legt deshalb den Schwerpunkt des Welttages der Hauswirtschaft in diesem Jahr auf umweltbewusstes Wäschewaschen.
Die Zahlen rund ums Wäschewaschen sind beeindruckend. 30 bis 70 Liter Wasser werden laut Kompetenzzentrum Hauswirtschaft pro Waschgang verbraucht, abhängig ist das unter anderem vom Alter der Waschmaschine. Ein Vier-Personen-Haushalt wäscht durchschnittlich sechsmal wöchentlich, was einen Wasserverbrauch von bis zu 420 Liter pro Woche ergibt. Umfragen würden zeigen, dass Waschmittel häufig überdosiert werde. Dabei bringe Überdosierung kein besseres Waschergebnis, sondern nur höhere Kosten, eine größere Umweltbelastung und eventuell Rückstände des Waschmittels auf der Wäsche.
Pro Jahr gelangen 600 000 Tonnen Waschmittel aus Privathaushalten ins Abwasser, teilt das Zentrum mit. Was unterstreicht, dass richtiges Dosieren des Mittels und sinnvolles Waschverhalten einen enormen Beitrag zum Umweltschutz leisten können.
Wie komplex das Thema Wäschewaschen ist, haben Ute Braun und Antje Reinfelder kürzlich festgestellt. Im Zuge der Ausbildung zur Fachkraft für Ernährung und Hauswirtschaft in Kitzingen hat Fachlehrerin Gabriele Schenk ihnen und den anderen Studienteilnehmerinnen erklärt, worauf zu achten ist. Das geht schon bei der Sortierung der Schmutzwäsche an. „Das kann man nicht Pi mal Daumen machen oder nur nach Farben“, erklärt Gabriele Schenk.
Auch das Material spielt eine Rolle. Polyester wird anders gewaschen als Baumwolle. Wer das nicht beachtet, muss damit rechnen, dass die Fasern beim Waschen beschädigt werden. Richtschnur für das richtige Waschen ist das Pflegeetikett.
„Die Leute lesen die Waschmittelpackung nicht. Sie kennen die Wasserhärte nicht. Sie verwenden keine Dosierhilfe. Sie wissen nicht, wieviel Wäsche sie in die Trommel tun können“, zählt Gabriele Schenk eine ganze Reihe weiterer möglicher Fehler beim Waschen auf. Sie rät dazu, die Wäsche einmal zu wiegen, um ein Gefühl für Menge und Gewicht zu bekommen.