Lichterfest: Charmantes Prichsenstadt leuchtet im Mondschein

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Es war eisig kalt, aber stimmungsvoll: Am Samstagabend hat Prichsenstadt geleuchtet.
Maria Keil
Familie Laugsch genießt einen warmen Kakao.
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Blick durchs innere Stadttor.
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Max, Jonas, Hannah, Sophia und Luis haben beim Geocashing mitgemacht.
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Wolf-Dieter Gutsch (links) hielt zwei Vorträge zur Erinnerung an die jüdischen Gemeinden mit Werner Steinhauser (rechts).
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Ein Beitrag zum Lichterfest: der Martinsumzug in Prichsenstadt.
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Bestes Wetter und überwältigend viele Gäste trafen beim charmanten Lichterfest aufeinander. Wegen des Gedenktags 9. November gab es heuer auch eine ernste Note.

Familie Laugsch sitzt winterlich gekleidet auf einer Bank im Städtchen und genießt den warmen Kakao. Max, Jonas, Hannah, Sophia und Luis tollen gut gelaunt um den Stadtbrunnen, weil das Geocashing – die Schatzsuche mit "Ritter Heinrich" – so viel Spaß gemacht hat. Noch scheint sogar die Sonne, aber alle warten darauf, dass es dunkel und dann noch charmanter wird im Städtchen.

Eine Veranstaltung mit vielen Besuchern

Prichsenstadt leuchtet ist eine Veranstaltung, die von den Gewerbetreibenden initiiert wurde. Sie soll etwas Licht und Leben in den kalten November bringen. Daher ist auch der Martinsumzug fester Bestandteil des Abends. Alljährlich wächst das Programm und damit steigen auch die Besucherzahlen. Es gibt besinnliche, informative und lustige Angebote. Kulinarisch wird Herbstliches geboten: von der Martinsgans über Kürbisbowle und Maronensuppe bis zu Apfelbratwurst.

Im Vorhinein bangten die Organisatoren noch um den Erfolg, der stark vom Wetter abhängig ist, da Hunderte Lichter in Papiertüten die Straßen säumen. Angekündigt war eine Regenwahrscheinlichkeit von 90 Prozent, doch als am Samstag die Anwohner, Händler und Gastwirte ihrer Dekoration noch den letzten Schliff verleihen und die Kerzen anzünden, steigt der Mond am klaren Himmel auf und sorgt für Ambiente und noch mehr Glanz.

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Erinnerung an die jüdischen Mitbürger

Mit dem 9. November fiel "Prichsenstadt leuchtet" dieses Jahr auf ein geschichtsträchtiges Datum: Zur Erinnerung an das jüdische Leben in Prichsenstadt und Altenschöbach beteiligte sich der Verein Alt Prichsenstadt mit einer kleinen Ausstellung und Kurzvorträgen von Wolf-Dieter Gutsch.

Am 10. November 1938 hatte die SS die Synagoge und die Schule von Prichsentstadt so stark verwüstet, dass sie unbenutzbar wurden. Der Religionslehrer Grünebaum wurde verhaftet und ist später im Konzentrationslager Dachau gestorben.

Seine Familie fand in der Progromnacht Unterschlupf bei Familie Fleischmann. Nur wenige Juden aus Prichsenstadt und Altenschönbach haben den Holocaust überlebt; keiner von ihnen ist zurückgekehrt.