Mitte Dezember 2015 hatte ich meinen ersten Leserbrief geschrieben und auf die negative Entwicklung des Weihnachtsmarktes in Kitzingen aufmerksam gemacht. Der Veranstalter hat mit einem Schreiben reagiert, in dem er mitteilte, dass die Öffnungszeiten künftig verändert werden, aber ansonsten an dem Konzept der dezentralen Aufstellung festgehalten wird.

Ich war sehr überrascht, welche Resonanz mein Brief ausgelöst hat. Ich wurde auf der Straße, im Kaufhaus und in der Bank von den verschiedensten Leuten angesprochen, die meine Einschätzung voll bestätigten. Die letzte Ansprache erfolgte erst vor ein paar Tagen. Mit dieser Nachhaltigkeit hatte ich als neuer Alt-Kitzinger nicht gerechnet.

Aber von vielen Leuten wurde mir leider auch mitgeteilt, dass man sich ja äußern könne, wie man wolle – ändern würde sich sowieso nichts. Schade, dass hier doch eine überwiegend negative Grundeinstellung besteht, dass die eigene Anschauung bei den Institutionen nichts zählt, bzw. keine Berücksichtigung findet.

Nun habe ich kürzlich gelesen, dass der Weihnachtsmarkt 2016 wieder an verschiedenen Plätzen stattfinden wird – und möglicherweise noch an einem zusätzlichen anderen Platz, da das Bürgerbräugelände nicht mehr zur Verfügung steht. Also von zentraler Präsentation mit kurzen Wegen zwischen den Ständen weiterhin keine Spur.

Ich finde es sehr bedauerlich, dass mein Einwand bezüglich der Beschwerlichkeit von Leuten mit leichter oder schwerer Gehbehinderung überhaupt keine Berücksichtigung gefunden hat. Pfarrer Ahrens hat kürzlich in der Zeitung veröffentlicht, wie sehr doch das Holperpflaster in der Innenstadt die Beweglichkeit einschränkt. Dies ist ihm natürlich auch erst richtig bewusst geworden, als er eine gesundheitliche Einschränkung selbst erleben musste.

Soll also auch der künftige Weihnachtsmarkt nur für gesunde und nicht gehbehinderte Bürger stattfinden? Ich finde, ein Umdenken sollte bei dem Veranstalter erfolgen. Man könnte ja eine neutrale Befragung der Bürger vornehmen – nicht nur der Besucher des Weihnachtsmarktes, denn die Bürger mit gesundheitlichen Einschränkungen sind ja nicht/kaum gekommen. Das Ergebnis wäre sicher sehr interessant.

Wolfgang Helmeke 97318 Kitzingen