Druckartikel: Lange Haare für einen guten Zweck stiften

Lange Haare für einen guten Zweck stiften


Autor: Gerhard Bauer

Hüttenheim, Donnerstag, 27. Juni 2019

Die zwölfjährige Anna Strauß aus Iffigheim sitzt im Rollstuhl und hilft Menschen, die nach einer Chemo-Therapie Perücken brauchen. Sie spendet ihr Haar nach drei Jahren Wachstum.
Anna strahlt als Friseurin Silvia Rudolf die Schere ansetzt und den Zopf abschneidet, so, wie es die kleine Kundin sich gewünscht hat.


Für die 12-jährige Anna Strauß aus dem Seinsheimer Ortsteil Iffigheim war der Mittwoch ein großer Tag. Wegen einer körperlichen Beeinträchtigung sitzt Anna im Rollstuhl und besucht in Marktbreit die Inklusionsklasse der Realschule. In den letzten drei Jahren ließ sie ihre blonden Haare auf eine Länge von rund 60 Zentimetern lassen.

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Die Krebserkrankung eines bekannten Schauspielers ließ bei Anna den Vorsatz reifen Menschen in besonders schwierigen Lebenslagen zu unterstützen. Anna fand heraus, dass es sich der Bundesverband der Zweithaarspezialisten unter dem Stichwort "Rapunzel" zur Aufgabe gemacht hat, Menschenhaare mit einer Länge ab 30 Zentimetern zu sammeln und anschließend meist bietend zu versteigern. Der Erlös wird regelmäßig für Menschen in schwierigen Lebenssituationen gespendet.

Gespendete Haare werden zu Echthaarperücken verarbeitet

Die Versteigerung 2019 erbrachte einen Erlös von 72 000 Euro für 203 Kilogramm gespendete Haare, die nun zu Echthaarperücken verarbeitet werden, wie sie nach Chemotherapien oft benötigt werden. Der erzielte Erlös wurde der Eckhart von Hirschhausen-Stiftung "Humor hilft heilen" zugesprochen.

Aus den Haaren fertigt der Käufer nun Naturhaarperücken. Die Haare dürfen für eine solche Aktion chemisch nicht behandelt worden sein. Also hieß es für Anna warten, bis die Haare lang genug waren und der Termin im Friseursalon von Brigitte Ruß in Hüttenheim feststand.

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Friseurin Silvia Rudolf kümmerte sich persönlich um Anna und fragte sicherheitshalber noch einige Male nach, ob denn der lange Zopf tatsächlich fallen sollte. Nach einem energischen Ja setzte sie die Schere an und der Zopf war ab. Lediglich Annas Mutter Verena räumte ein, sich erst an die kurzen Haare gewöhnen zu müssen. Anna wird für ihre Langhaarspende eine Dankeskarte erhalten. Der Frisiersalon übernahm alle Kosten einschließlich der Neugestaltung von Annas Frisur.