Landratskandidat Markert: "Mit beiden Beinen auf dem Boden"
Autor: Frank Weichhan
Kitzingen, Samstag, 07. März 2020
Hat man als Quereinsteiger ein Manko? Hat man als Dachdecker die bessere Übersicht? Was würde Timo Markert sofort in Angriff nehmen? Das Interview mit dem Herausforderer.
Frage: Was macht den Landkreis Kitzingen einzigartig?
Timo Markert: Wir leben in einer wunderbaren Region: Wein, Main, Steigerwald. Das macht es lebenswert. Einzigartig ist auch die Infrastruktur: Wir haben hier die B 8, die B 22, die Anbindung an Schweinfurt, wir haben die Autobahnen und einen Flughafen in der Nähe.
Markert: Wir haben hier alles, was wir zum Leben brauchen. Dafür stehe ich auch, dass es so bleibt. Ich wünsche mir, dass keiner aus beruflichen Gründen wegziehen muss.
Wie viel Mut braucht es, eine Amtsinhaberin wie Tamara Bischof herauszufordern?Markert: Mitte vergangenen Jahres ist man auf mich zugekommen, ob ich mir das zutraue. Der Gedanke ist dann immer mehr gereift. Ich weiß nicht, ob das mutig ist – ich traue mir das einfach zu. Beim CSU-Empfang kürzlich in Wiesentheid hat Markus Söder gesagt, er will seine Amtszeit auf zwei Perioden festlegen. Da stehe ich absolut dahinter. Weil ich der Meinung bin, dass man irgendwann wieder an den Ausgangspunkt kommt. Man verliert mit der Zeit Energie, außerdem gibt es so etwas wie Amts- und Betriebsblindheit. Wenn man sich nicht immer neu erfindet, gibt es Stillstand.
Markert: Ja, wenn ich Landrat werde, mache ich das zwei Perioden lang, das habe ich mir auf die Fahnen geschrieben. In der ersten Periode wird man noch mit Projekten des Vorgängers konfrontiert, das ist in allen Gremien so. Gegen Ende kann man dann seine eigene Handschrift einbringen, um in der folgenden Periode die Spuren zu hinterlassen, die man hinterlassen möchte.
Markert: Weil ich finde, dass die entsprechenden Gremien von einem Praktiker geführt werden sollten. Von jemanden, der im Geschäftsleben schon erfolgreich war. Von jemandem, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht und nahbar ist. Jemand, der von außen die Dinge betrachtet. Ich kann mit jedem neu anfangen, weil ich noch mit keinem ein Problem hatte.
Sie sind oft auf Dächern – haben Sie die bessere Übersicht?Markert: Zunächst: Ich bin nicht nur Dackdecker, sondern habe auch eine kaufmännische Ausbildung. Ich steige natürlich jeden Tag die Leiter hoch und ich komme an Stellen, an denen manch anderer gerne wäre.
Waren Sie schon in jedem Ort im Landkreis?Markert: Mir fehlt noch die Ecke rund um Prichsenstadt, aber ich war bisher sicher in 90 Prozent der Orte. Bei meiner Ortstour in Geiselwind war ich in manchen Gemeinden wirklich zum ersten Mal. Das sind aber bezaubernde Ecken, kann ich nur empfehlen.