Kitzinger verliert bei Unglück sein Zuhause - "überwältigt" von Hilfsaktion
Autor: Erik Jasper
Kitzingen, Donnerstag, 11. Juni 2026
Ein Rentner aus Unterfranken hat bei einem Einsturz sein Zuhause verloren. Zwischenzeitlich schläft er in seinem Auto. Eine Aktion soll nun helfen, seine Unterkunft und Versorgung zu sichern.
Es war ein Schockmoment für die Anwohner der Kitzinger Luitpoldstraße: Am Sonntag, dem 31. Mai 2026, stürzten dort aus heiterem Himmel Teile eines Gebäudes ein. Zwar kam niemand zu Schaden, ein älterer Bewohner hat mit dem Unglück jedoch sein Zuhause verloren.
In einem Aufruf auf der Plattform "GoFundMe" wurde einige Tage danach öffentlich um finanzielle Unterstützung für den Senior gebeten, der offenbar in ernsten Schwierigkeiten steckt. "Herr W. aus Kitzingen ist gesundheitlich angeschlagen und auf sich allein gestellt. Er hat keine Angehörigen, die sich um ihn kümmern können, und niemanden, der ihn in dieser schwierigen Situation auffängt", heißt es in dem Aufruf, der offenbar von einer Bekannten des Mannes erstellt wurde.
Obdachlos nach Gebäudeeinsturz: Drama um Senior aus Kitzingen
Insgesamt 7500 Euro sollen gesammelt werden, nach aktuellem Stand (11. Juni 2026) ist bisher etwas weniger als ein Drittel der erhofften Summe zusammengekommen. Das betroffene Wohngebäude sei bereits seit Jahren in einem schlechten Zustand gewesen, heißt es in der Beschreibung der ins Leben gerufenen Kampagne. Als es zum Einsturz kam, habe sich der Bewohner glücklicherweise nicht im Haus aufgehalten - Glück im Unglück. Doch jetzt steht der Rentner plötzlich ohne ein Zuhause da.
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Wie die Stadt Kitzingen auf Anfrage von inFranken.de mitteilte, hatte man dem Mann die Unterbringung in einer Obdachlosenunterkunft angeboten, was dieser aber abgelehnt habe. Daraufhin sei ihm die Unterkunft in einer Pension vermittelt worden. Wie dazu in der Kampagnen-Beschreibung auf "GoFundMe" erklärt wird, sei der Schritt in ein Notwohngebiet, das Menschen in solchen Situationen zur Verfügung steht, mit Blick auf den gesundheitlichen Zustand des Mannes als nicht zumutbar erschienen. Angesichts dessen schlägt die Initiatorin des Aufrufs Alarm: "Herr W. ist nicht mehr jung und kräftig. Er ist ein älterer, kranker Mann, der dringend Ruhe, Sicherheit und ein warmes Bett braucht. Stattdessen ist er nun gezwungen, in seinem Auto zu übernachten, weil er nicht weiß, wohin er sonst soll", heißt es weiter.
"Während andere Menschen nachts in ihren Wohnungen schlafen, sitzt er allein in seinem Fahrzeug und versucht dort, die Nächte zu überstehen. Gerade für einen Menschen seines Alters und Gesundheitszustands ist das kaum vorstellbar. Die Nächte sind kühl, der Schlaf ist unruhig, und die körperliche Belastung ist enorm". Mit seiner monatlichen Rente könne der Mann die Kosten für eine Unterkunft nicht allein tragen. Zunächst habe man ihn in einem Hotel untergebracht, doch angesichts der Kosten von knapp 60 Euro pro Nacht sei dies aus eigener Hand "unmöglich zu bezahlen". Um Spenden bittet derzeit auch die Familie eines schwer kranken Mädchens aus dem Kreis Schweinfurt, das an einem äußerst seltenen Gendefekt leidet.
Spendenaktion hat Erfolg - Spenden sollen Wartezeit überbrücken
Im Fall des obdachlosen Rentners prüfe die Stadt Kitzingen eine Unterbringung im betreuten Wohnen, doch bis alle notwendigen Schritte geklärt seien, brauche der Senior dringend eine sichere Unterkunft. Demnach sollen die Spenden helfen, die vorübergehenden Hotelkosten zu decken, bis eine dauerhafte Lösung gefunden wird. "Es geht nicht um Luxus. Es geht um etwas ganz Grundlegendes: ein Bett. Ein Dach über dem Kopf. Ein warmer, sicherer Ort für die Nacht". In Ermangelung einer eigenen Küche bestehe eine weitere Herausforderung in der Versorgung mit Essen. Ein Teil der Spenden solle daher auch dazu beitragen, den Senior in dieser Übergangszeit mit ausreichend Lebensmitteln und warmen Mahlzeiten zu versorgen.
Schlussendlich fließe die Summe auch in notwendige Kleidung und eine Grundausstattung für einen Neuanfang. "Jede Unterstützung zählt. Jeder Euro hilft. Und auch das Teilen dieses Aufrufs kann einen Unterschied machen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass Herr W. diese schwere Zeit nicht allein durchstehen muss", heißt es im Begleittext der Spendenaktion abschließend. Die eindringliche Bitte um Hilfe in dem Aufruf hat sich bereits wenige Tage nach dem Start bezahlt gemacht, denn ein Teilziel wurde schon erreicht. In den sozialen Netzwerken hat die Initiatorin am Mittwoch (10. Juni) ein Update zur Lage des Rentners gegeben: "Dank eurer unglaublichen Hilfsbereitschaft konnten bisher rund 1450€ an Spendengeldern gesammelt werden", schreibt sie in einem aktuellen Post.