Keine Ruhe beim Thema Wasserversorgung
Autor: Andreas Stöckinger
Gräfenneuses, Donnerstag, 14. Juni 2018
Bei den Bürgerversammlungen in den Ortsteilen von Geiselwind stellt Bürgermeister Ernst Nickel als eines der Themen eine Petition zur Wasserversorgung vor.
Bei den Bürgerversammlungen in den Ortsteilen von Geiselwind stellt Bürgermeister Ernst Nickel als eines der Themen eine Petition zur Wasserversorgung vor. Das tat er auch bei der Versammlung im 154 Einwohner zählenden Gemeindeteil Gräfenneuses, wo die zwölf Bürger zu dem Thema diskutierten. Auf Unterschriftenlisten tragen sich die Bürger derzeit ein, um ihre Unzufriedenheit mit dem Fördersatz zu zeigen und eine Nachbesserung zu fordern.
Über 8 Millionen Euro Kosten
Die Geiselwinder Petition ist ein erneuter Versuch, eine Erhöhung der Förderung zum Ausbau der Wasserversorgung in der Gemeinde zu erreichen. Bürgermeister Nickel will die Unterschriften noch im Sommer, rechtzeitig vor den Neuwahlen beim Bayerischen Landtag, einreichen. Darin fordere man „eine wesentlich höhere Finanzbeteiligung“ als die bislang zugesagten 16 Prozent, die aktuell je laufendem Meter Leitung gewährt werden.
Insgesamt muss die Gemeinde Geiselwind über acht Millionen Euro zur Erneuerung der Wasserversorgung ausgeben. Etwa 1,8 Millionen Euro davon übernimmt der Freistaat, nach Ansicht Nickels zu wenig, denn den Grundbesitzern und der Gemeinde bleibt noch ein erheblicher Teil der Kosten.
Schwer zu finanzieren
Dass es für die Bürger nicht so einfach sei, das Geld für die Beiträge aufzubringen, stellte in der Versammlung Jürgen Rehberger dar. Er habe einen Wasserverbrauch von vielleicht 140 Kubikmetern im Jahr, müsse aber etwa 15 000 Euro an Ergänzungsbeiträgen zahlen. Für ihn als kleinerer Unternehmer seien damit „zwei Jahre gelaufen.“ Er müsse den Gewinn aus der Zeit als Anteil für die Wasserversorgung abtreten. So gehe es derzeit vielen Geiselwindern, so Rehberger.
Ins gleiche Horn stieß Peter Hemberger. In der Politik werde die Förderung des Ländlichen Raumes oft propagiert, gemacht werde jedoch kaum etwas. Die wenigen Leute auf dem Land müssten die hohen Unkosten zahlen, monierte er. Bürgermeister Nickel kennt diese Sorgen, man solle sie bei Wahlveranstaltungen vor Ort den Landespolitikern einmal näher bringen, gab er den Bürgern mit.
Ausbau der Autobahn
Der Bürgermeister streifte in der Versammlung weitere Themen aus der aktuellen Gemeindepolitik. Ein weiterer Reizpunkt ist der Ausbau der Autobahn. Auch in Gräfenneuses habe es in dem Zug Probleme mit Schäden auf angrenzenden Grundstücken von Landwirten gegeben. Die Besitzer sollen darauf bestehen, dass die Flächen wieder so hergestellt würden, wie sie vorher waren, so Nickel. Wenn nötig, auch mit rechtlichen Schritten, hieß es.
Gut laufe es derzeit in Geiselwind, was die Nachfrage nach Bauland und Gewerbeflächen betreffe, sagte der Bürgermeister. Im Inno-Park sei ein Großteil der Grundstücke verkauft, der Bau der Hallen des ersten größeren Unternehmens, der New Wave-Gruppe, schreite zügig voran. Noch in diesem Jahr wolle die Firma dort ihr Logistik-Zentrum mit Outlet-Verkauf eröffnen. Verhandlungen zur Ansiedelung weiterer größerer Firmen ständen laut Nickel kurz vor dem Abschluss.