Kaum zusätzliche Steuereinnahmen für Kitzingen zu erwarten
Autor: Harald Meyer
Kitzingen, Sonntag, 12. Juni 2016
Zum Bericht „110 Arbeitsplätze stärken Kitzingen. Tochterfirma der Sparkasse Mainfranken wandert von Würzburg in die Herrnstraße“ vom 2./3. Juni die Stimme eines Lesers.
Im ersten Moment denkt man „Toll, Kitzingen entwickelt sich“. Bei genauem Hinsehen ist es meiner Meinung aber nicht so sehr attraktiv.
Die rund 110 Mitarbeiter der Sparkassentochter, die ihren Schreibtisch von Würzburg nach Kitzingen verlagern sollen, haben Ihren Lebensmittelpunkt schon seit Jahren woanders und werden die Stadt Kitzingen wohl kaum mit zusätzlichen Steuereinnahmen stärken.
Einzig Gewerbesteuereinnahmen könnten anfallen, falls überhaupt Gewinne erwirtschaftet werden. Laut Bericht in der Zeitung beträgt der Jahresumsatz der Sparkassentochter MainActio 5,2 Millionen Euro, macht also pro Mitarbeiter rund 47 300 Euro. Nach meiner Meinung ein Betrag, der nicht auf große Gewinne und dadurch Steuern hoffen lässt.
Was bleibt also für Kitzingen? Zunahme des Pkw-Verkehrs vom Großraum Würzburg nach Kitzingen, Verknappung des bereits jetzt schon zu geringen Parkplatzangebotes in der Stadt. Für einen so großen Dienstleister fehlt in Kitzingen einfach die Infrastruktur. Die Schaffung dieser haben die Stadt und damit die jeweiligen Stadträte schlichtweg verschlafen.
Verbesserung der Einzelhandelssituation? Wirklich sehr fragwürdig. Wer kauft schon in Kitzingen ein, wenn der Einzelhandel im Bereich der „guten Stube“ größtenteils nur aus Cafés und Kleiderläden des einfachen Angebotes besteht. Hochwertigere Einkäufe werden wohl weiterhin in Würzburg erledigt werden. Profitieren werden nur diese Geschäfte, die im unmittelbaren Bereich der Sparkasse einen Mittagstisch anbieten können.
Dadurch werden aber die Strukturschwächen der Stadt Kitzingen mit Sicherheit nicht gelöst werden.
Friedrich Angene 97346 Iphofen