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Jugendliche sorgen für ein lebendiges Bürgermeister-Duell


Autor: Andreas Stöckinger

Wiesentheid, Montag, 02. März 2020

Die Wiesentheider Bürgermeisterkandidaten Werner Knaier und Klaus Köhler stellten sich Fragen junger Menschen. Diese waren keck und brachten spannende Themen zur Sprache.
Die Bürgermeister-Kandidaten in Wiesentheid stellten sich der Jugend. Im Jugendzentrum beantworteten Amtsinhaber Werner Knaier (Zweiter von rechts) Herausforderer Klaus Köhler (Dritter von rechts) auch manch knifflige Frage. Moderator war Jonas Schug (rechts).


Das Bürgermeister-Duell, zu dem die Junge Liste WOW in Wiesentheid erstmals eingeladen hatte, lockte am Freitagabend etwa 25 jüngere Wiesentheider ins Jugendzentrum. Dabei bekamen der amtierende Bürgermeister Werner Knaier (CSU) und sein Herausforderer Klaus Köhler (Bürgerblock/Freie Wähler) nicht nur die Möglichkeit, sich den jüngeren Wählern kurz vorzustellen. Hauptpunkt war es, auf die Fragen der jungen Leute einzugehen. Es wurde eine lebendige, rund einstündige Runde, auch weil die Zeit für die Antworten der beiden Bewerber von vornherein begrenzt war.

Die Organisatoren, Andreas Laudenbach (Gemeinderat der WOW und Jugendreferent) und Moderator erläuterten die Veranstaltung. Schug zu den Anwesenden: "Ihr könnt nun die Gelegenheit nutzen, den beiden Kandidaten Fragen zu stellen, was sie mit dem Ort vor haben."

Kandidaten müssen schnell zum Punkt kommen

Knaier und Köhler hatten jeweils maximal zweieinhalb Minuten, um sich vorzustellen und später auch Fragen zu beantworten. Danach ertönte eine Glocke, nach der weitere 30 Sekunden zur Verfügung standen, um die Ausführungen zu beenden. Darauf mussten sich die beiden Bewerber einstellen, mussten sie doch schnell zum Punkt kommen.

Beim Münzwurf, wer mit seiner Kurz-Vorstellung beginnt, gewann Köhler. Er gab einen kurzen Steckbrief von sich, um dann seine Ziele für Wiesentheid zu schildern: die Wirtschaft stärken und voranbringen, "gute Jobs sind gut für den Ort". Zudem möchte er Infrastruktur und Spielplätze verbessern – und schon klingelte die Glocke. "So schnell? Ich hätte nicht gedacht, dass drei Minuten so kurz sind", stellte er fest.

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Nach ihm war Amtsinhaber Knaier an der Reihe, der auf seine 24 Jahre im Gemeinderat – zwölf davon als Bürgermeister – verwies. Sein Credo: Wiesentheid weiter voranbringen, auch bei Kindergärten, dem Jugendhaus, dem Mehrgenerationenplatz und weitere Verbesserungen schaffen.

Ideen zur besseren Kommunikation

Die erste Frage der Zuhörer zielte darauf, wie auch die jüngere Generation besser und schneller darüber informiert werden könne, was in der Gemeinde passiere. Hier räumte Knaier Verbesserungsmöglichkeiten ein. Ob Sitzungen des Gemeinderats künftig live im Internet übertragen werden, müsse man abwarten. Köhler verwies darauf, dass man Dienste wie Twitter nutzen solle. Ihm sei generell eine "offene, faire Kommunikation" wichtig, zu der man mehr die neuen Möglichkeiten verwenden solle. Zudem wolle er Bürger von vornherein stärker bei Entscheidungen einbeziehen.

Interessant wurde es bei der Frage eines Zuhöres, wie die Bürgermeisterkandidaten das zuletzt schwierige Klima im Gemeinderat verbessern möchten. So groß seien die Gräben in vielerlei Dingen gar nicht, meinte Knaier. Mehr miteinander reden und Mehrheiten bei Beschlüssen akzeptieren, lautete sein Vorschlag. Köhler möchte "Brücken bauen", alle politischen Gruppierungen fair behandeln und Wiesentheid mehr in den Mittelpunkt stellen, statt Einzelinteressen.

Öffentlicher Nahverkehr bereitet Kummer

Schließlich wollten die Zuhörer wissen, wie beide zum Thema neues Jugendhaus stehen. Beide zeigten sich aufgeschlossen. Knaier wies darauf hin, dass ein solches wohl nur in direkter Nähe zum Mehrgenerationenplatz Sinn mache. Gefragt wurde auch, beide Kandidaten den öffentlichen Nahverkehr voranbringen möchten. "Wie komme ich in zehn Jahren zur Arbeit, ohne dass ich mein Auto verwenden muss?", wollte ein Teilnehmer wissen. Gerade das sei für junge Leute hier ein Problem. Das sei insgesamt nicht so einfach zu lösen, meinten beide.

Weitere Fragen waren: Ob Wiesentheid auch eine Dorferneuerung bekomme, wie die Ortsteile, und wie der Stand bei der Salatfabrik ist. Dann mussten Knaier und Köhler jeweils Vorzüge bei ihrem Gegenüber benennen. Beide hoben die Offenheit und freundschaftliche Art des jeweils anderen hervor.

Schließlich durften beide Kandidaten in zwei Minuten für sich werben. Das geschah nicht unbedingt offensiv. Knaier setzte auf seine Erfahrung, Herausforderer Köhler nannte gerade seine "Naivität" als Neuling als Vorteil. Beide appellierten an die jungen Leute, am 15. März wählen zu gehen. Hinterher zeigten sich alle Seiten zufrieden mit der Veranstaltung. Moderator Schug fand den Zuspruch in Ordnung. "Es war eine gute Diskussion, die Leute haben sich auch getraut, was zu fragen", resümierte Laudenbach.