Hilfe für Kranke: Mit Weihnachtskrippen gegen Mukoviszidose
Autor: Lukas Kutschera
Gnodstadt, Sonntag, 19. Januar 2020
Der Kampf gegen Mukoviszidose liegt Werner Biebelriether aus Gnodstadt am Herzen. Über zehn Jahre bastelte er Krippen, um mit dem Erlös Betroffenen zu helfen.
Wie sich Angehörige von Kindern mit seltenen Erkrankungen fühlen, das weiß Werner Biebelriether aus Gnodstadt. Seine Enkel Lilli und Nils haben beide Mukoviszidose, eine unheilbare Erbkrankheit. Von selbst tut sich in der Forschung wenig, da nur etwa 8000 Menschen in Deutschland betroffen sind. Das macht auch den Austausch mit anderen Patienten oder fachgerechte Unterstützung für die Angehörigen schwierig. "Es zerrt schon an den Nerven", sagt der 73-Jährige über die Erfahrungen seiner Familie.
Doch Familie Biebelriether hat, wie viele Betroffene in ganz Deutschland, einen wichtigen Verbündeten im Kampf gegen die Krankheit – den bundesweit tätigen Verein Mukoviszidose. Der hilft Patienten und deren Angehörigen durch Selbsthilfegruppen sowie Beratungsstellen und finanziert Forschungsprojekte. Dafür ist er auf Spenden angewiesen. Und hier kommt Werner Biebelriether ins Spiel. Seit zehn Jahren spendet er an den Verein. Das Besondere: Er finanziert das über den Verkauf seiner selbst gebastelten Weihnachtskrippen.
Über zehn Jahre tausende Euros gespendet
Dafür zeichnet ihn die Regionalgruppe Unterfranken des Vereins Mukoviszidose nun mit dem "Schutzengel" aus. "Diese Auszeichnung bekommen nur ganz besondere Menschen und Spender", sagt Rosalie Keller von der Organisation. Zuhause bei Werner Biebelriether in Gnodstadt überreicht sie den "Schutzengel". Es ist der dritte überhaupt, den der Verein je vergeben hat. Dabei erzählt Werner Biebelriether von seinem außergewöhnlichen Engagement. Einen Betrag im mittleren fünfstelligen Bereich hat der 73-Jährige in den vergangenen zehn Jahren gespendet.
Mit seinen Krippen war Werner Biebelriether auf Weihnachtsmärkten in ganz Unterfranken unterwegs. Immer dabei hatte er die Flyer des Vereins Mukoviszidose. Seinen Erlös spendete er komplett und auch die Materialien zahlte er aus eigener Tasche. "Sonst wäre sicher nicht so viel zusammengekommen", meint der 73-Jährige heute. Auch den Weihnachtsmärkten ist er dankbar, dass sie ihn ohne Standgebühren verkaufen ließen.
Sein Enkel brachte ihn auf die Idee, Krippen zu bauen
Die Krippen baute Werner Biebelriether komplett selbst. Bis zu drei Tage saß er an einem einzelnen Exemplar. Er machte die Krippen aus kleinen Holzleisten, die er dann zurecht schnitt und verklebte. Als Inspiration dienten ihm echte Scheunen und Ställe, die er gesehen hat. Manchmal ließ er aber auch seiner Fantasie freien Lauf. Verkauft hat er die Krippen dann für bis zu 200 Euro.
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Auf die Idee kam er durch seinen Enkel Nils."Wir haben vor ein paar Jahren eine Krippe bei uns aufgestellt", erinnert sich der 73-Jährige. Damals war er auf der Suche, wie er sich für Betroffene engagieren kann. Und dann gefiel seinem Enkel die Krippe so gut, dass Werner Biebelriether seine Aufgabe gefunden hatte.