Auch im Geiselwinder Gemeinderat ist die Corona-Pandemie derzeit ein beherrschendes Thema. So erwähnte Bürgermeister Ernst Nickel unter dem Punkt Informationen, dass es am Sitzungstag aktuell 51 gemeldete Corona-Fälle gab. Damit liege man bei einer Einwohnerzahl von insgesamt 2580 relativ hoch, die Inzidenz liege bei über 2000, hieß es im Gremium.

Betroffen davon ist auch die Drei-Franken-Schule. Nickel berichtete aus den Informationen von Schulleiterin Petra Stark, dass dort aktuell von den fünf Grundschulklassen lediglich die zweite Klasse im Schulhaus sei. Alle anderen seien wegen Quarantäne zu Hause. Auch die drei siebten Klassen, die seit Beginn des Schuljahres aus Wiesentheid nach Geiselwind ausgelagert wurden, befänden sich momentan allesamt in Quarantäne.

Zur letzten Sitzung des Jahres lagen einige Baupläne und Anfragen vor. Der ein oder andere ließ die Räte diskutieren, wie etwa der Plan der Firma Popp Projektbau aus Nürnberg. Diese beabsichtigt die Errichtung eines Mehrfamilienwohnhauses mit 18 Wohneinheiten im nördlichen Teil des neuen Baugebiets Langäcker. Laut Vorlage verfügt das Bauvorhaben über fünf Stockwerke. Das obere Geschoss würde als Penthouse an vier Seiten zurückversetzt.

Vorhaben weicht von Bebauungsplan ab

Das Bauvorhaben weicht in einigen Punkten vom Bebauungsplan ab. Darunter sind die Anzahl der Stockwerke, die Wandhöhe mit 14,95 Meter anstatt der maximal erlaubten zwölf Meter. Zudem liegt die Grundflächenzahl mit 0,7 über der Festsetzung des Planes mit 0,4. Die gesamte Dimension des Vorhabens erschien den Gemeinderäten zu groß. "Das ist ja Wahnsinn. Das sieht aus wie in einer Vorstadt", meinte Rätin Margot Burger. Das Gebäude sei noch höher als bisherige, noch prägender, dazu komme noch ein Stockwerk oben drauf, das gehe nicht, so Michael Hofmann.

Thomas Schönberger von der Verwaltung erläuterte, dass 20 Stellplätze auf dem insgesamt 1386 Quadratmeter großen Grundstück vorgesehen seien. Bei der Dimension des Vorhabens müsste der Bauherr sogar einen Spielplatz mit ausweisen, so Schönberger. Das Gremium lehnte schließlich den Bauantrag in der eingereichten Form einstimmig ab.

Diskutiert wurde zudem über die Errichtung eines Einfamilienhauses im Ortsteil Gräfenneuses. Der Antragsteller will auf einem Grundstück an der Ortseinfahrt, etwa gegenüber der Gaststätte, bauen. Das Gebäude liegt im Ortsbereich, es sei zulässig, wenn es sich in die nähere Umgebung einfüge, so die gesetzliche Vorgabe. "Ein sehr modernes Haus in der kleinen Ortschaft" würde hier entstehen, meinte Ratsmitglied Simon Seitz. Die relativ flache Dachform gefiel einigen Gemeinderäten nicht, das Gremium stimmte dem Antrag jedoch mehrheitlich zu.

Neuer Kindergarten auf aktuellem Allwetterplatz

Außerdem stimmte der Gemeinderat dem Neubau eines Allwetterplatzes im Bereich der Schule zu. Dieser ist nötig, weil auf dem bestehenden der künftige neue Kindergarten entstehen soll. In dem Zusammenhang teilte Bürgermeister Nickel mit, dass nun die Erlaubnis zum vorzeitigen Baubeginn für den Kindergarten vonseiten der Regierung von Unterfranken vorliegt. Die Gemeinde kann ab sofort mit der Ausschreibung der ersten vier Gewerke beginnen.

Zum Abschluss des öffentlichen Teils bedankte sich Bürgermeister Nickel bei seinem Gremium für dessen Arbeit in den vergangenen Monaten. Trotz Pandemie hätten die Zeichen in Geiselwind auf Zukunft gestanden. "Es ist uns gelungen, die Gemeinde weiterzuentwickeln." Etliche kleine und große Projekte habe man auf den Weg gebracht. In der Folge zählte das Ortsoberhaupt einige davon auf. Rücksicht, Disziplin und Respekt seien weiter gefragt, auch um die Corona-Situation zu meistern, so Nickel. Stellvertreterin Annemarie Mauer dankte dem Bürgermeister im Namen der Gemeinderäte für dessen Arbeit.