Zuckerscheune in Volkach schließt: Betreiberin kann "Motto nicht treu bleiben"
Autor: Milena Graf
Volkach, Freitag, 23. Oktober 2026
Aus in Unterfranken: Ein beliebtes Café mit Haus-Konditorei verkündet die baldige Schließung. Nun erklärt die Inhaberin gegenüber inFranken.de den Schritt.
Das Café "Zuckerscheune" in Eichfeld im Landkreis Kitzingen schließt Ende Dezember 2026. Das bestätigt Konditormeisterin und Inhaberin Martina Irlinger im Gespräch mit inFranken.de: "Der endgültige Entschluss ist gefallen." Damit fällt in dem Ort eine ganz besondere Einkehrmöglichkeit weg. Die inFranken.de-Leser kürten die "Zuckerscheune" erst kürzlich zu einem der besten Kuchen-Cafés in Franken.
17 Jahre lang führte Irlinger das Café gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Christian Enkelmann. Entsprechend sind die Reaktionen der Gäste: "Die Leute sind schon traurig, dass wir weg sind." Die Zufriedenheit der Gäste habe Irlinger immer motiviert, erklärt sie – dass man für andere etwas Schönes schaffen könne. "Wir wollten ein Café machen, in dem wir uns selbst wohlfühlen würden." Das sei auch der Grund für das besondere Ambiente in der "Zuckerscheune".
"Zuckerscheune" schließt: Gestiegene Kosten nicht mehr tragbar
Der Grund für die Schließung: der schnelle Anstieg der Kosten in den letzten Jahren. Für Irlinger geht das an die Substanz. "Der Grund für die Schließung ist, dass ich meinem Motto nicht treu bleiben kann: dass sich jeder ein Stück Kuchen leisten kann," erläutert sie. Davon sei sie gerade ziemlich entfernt – sie sei mit den Preisen "an der Schmerzgrenze."
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Aktuell kostet ein Stück Sahnetorte in der "Zuckerscheune" 4,90 Euro, ein Stück Cremetorte 5,10 Euro. "Ich verkaufe die Torten und muss beim Preis selbst schlucken." Für viele Gäste seien 5 Euro eine magische Grenze, so Irlinger. Manche würden dann stattdessen lieber wieder selbst Kuchen backen.
Doch Irlinger hat keine Wahl, erzählt sie: "Die Rohstoffe gehen im Preis hoch. Der Kaffee kostet jetzt doppelt so viel, wie als wir angefangen haben. Die Mindestlöhne gehen hoch, der Sprit ist oben – es ist die Verkettung von allem."
Eichfelder "Zuckerscheune" schließt: "Immer ein Traum gewesen"
Das Café gibt es bereits seit 2009. Wie Irlinger und Enkelmann auf ihrer Webseite berichten, sei es für sie immer ein Traum gewesen, ein eigenes Geschäft aufzubauen und einen eigenen Weg zu gehen. Irlinger hat es schon immer in Richtung Bäckerei und Konditorei gezogen, sagt sie. Auch die Idee eines eigenen Cafés ging ihr lange im Kopf herum, bevor sie und Enkelmann sich dafür entschieden, gemeinsam die Zuckerscheune aufzubauen.
Für das Café hatten sie einen alten Bauernhof drei Jahre lang umgebaut. inFranken.de-Leser schätzten den besonderen Charakter der Lokalität und wählten die "Zuckerscheune" in diesem Jahr auch zu einem der Top-Hinterhofcafés in Franken. Bei den Menschen, die ihnen damals beim Aufbau und der Umgestaltung geholfen hatten, bedanken sich die Betreiber in einem Facebook-Beitrag, mit dem sie auch die Schließung verkünden: "Danke für jede helfende Hand, fürs Mitdenken, Mutmachen und Anpacken." Der abschließende Post auf Facebook ist von Wehmut durchdrungen. "Ein letztes Stück Kuchen. Ein letzter Kaffee. Und ganz viel Dankbarkeit. Ihr Lieben, schweren Herzens verabschieden wir uns." Die Betreiber bedanken sich bei allen Gästen sowie den Mitarbeitern, die die "Zuckerscheune" über die Jahre mitgestaltet haben.