Flur.Gang: Nicht nur Frauen naschen gern
Autor: Guido Chuleck
Volkach, Sonntag, 03. Juni 2018
Ein Vergleichstest mit Erdbeeren und Trinkwasser beim „Flur.Gang“ in Astheim förderte Überraschungen zutage. – Nur zwei Stationen einer lehrreichen Exkursion.
Von wegen: Nur Frauen würden gern naschen. Sobald die Erdbeeren, die zum Vergleichstest bereit standen, in Sichtweite waren, nahmen die Herren der Schöpfung Tempo auf. Sie wollten bei der Eröffnung des Astheimer „Flur.Gangs“ die köstlichen Früchte möglichst vor den Kindern und Frauen schnabulieren. Fünf Sorten standen beim Stand des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) bereit, und auch die Männer waren erstaunt, dass bei Erdbeeren eine große Vielfalt an Züchtungen zu schmecken ist.
Diashows:
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20 Stände lockten die Besucher
Der Stand des AELF war nur einer von mehr als 20, die entlang des Quittenlehrpfades Astheim aufgebaut waren. Die Positionierung folgte keinem bestimmten Muster; vielmehr war es genau das, was Thomas Leipold, Vorsitzender des Kultur- und Tourismusvereins Astheim, bezweckt hatte: eine gelungene Mischung aus Wanderung entlang des Weges mit vielen Informationsmöglichkeiten auf dem Rundweg.
Namensgeber für diesen Weg war Arnold Schwab. Leipold lud bei der Eröffnung mit Weinprinzessin Katharina Schmidt dazu ein, nicht nur zu wandern, sondern auch neugierig zu sein. Zum Beispiel neugierig auf das Trinkwasser, das aus den Volkacher Wasserhähnen strömt und beim Stand der Fernwasserversorgung Uffenheim direkt gekostet werden durfte. Ein Trinkwasser von einer so hohen Qualität, dass es sich mit jedem gekauften Mineralwasser messen lassen könne. Und die Klostermedizin, dargeboten in der „Kreutermeisterey“ von Christiane Löffler, die ihre Zuhörer animierte, selbst Kräuter in ihren Gärten zu halten. „Salbei“, merkte sie beispielsweise an, „hilft bei Verdauungsproblemen, aber es kommt auf die genaue Dosierung an.“ Eine Überdosierung oder längere Anwendung kann nämlich zu epilepsieähnlichen Krämpfen führen.
Kräuter und Unkräuter haben ihren Wert
Wie überhaupt Kräuter und die sogenannten „Unkräuter“ durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, dienen sie doch nicht nur der Gesundheit von Menschen, sondern auch als wichtige Nahrung für Bienen. Wie es in einem Bienenstock zugeht, verdeutlichte der Bienenzuchtverein Volkach und Umgebung. Damit auch Unkundige in einem Bienenstock, der von zwei Seiten durch Glasscheiben zu entdecken war, die Königin entdeckten, war sie mit einem für sie ungefährlichen gelben Punkt markiert.
Um jeden Stand, der beim Flur.Gang aufgestellt war, auch nur ansatzweise beschreiben zu wollen, reicht der Platz nicht aus. Insgesamt bot die Veranstaltung einen höchst interessanten, abwechslungsreichen, informativen und erholsamen Überblick darüber, wie sich die Natur quasi auf sich selbst eingestellt hat, mit unterschiedlichen Pflanzen und Tieren, mit dem Main und seinen Mee-Fischern und dem oft gescholtenen Kiesabbau, über die am Wegesrand wachsenden Kräuter, Quitten, Zwetschgen und dem Wein.
Mittel gegen Hunger und Durst
Wie sich die Flur im Laufe der Zeit gewandelt hat, war in einer Ausstellung in der Halle kurz vor dem Ende des Weges zu entdecken. Und dort war auch eine kulinarische Station eingebaut, damit niemand hungrig oder durstig den Heimweg antreten musste.


