Wir werden Weltmeister!: Popstar im Eisfach
Autor: Von Frank Weichhan frank.weichhan@mainpost.de
, Mittwoch, 02. Juli 2014
Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft, Teil X: Da fährt einer als Fußballer zur WM – und kommt als Popstar zurück. Schöne Geschichte. Weil Per Mertesacker nicht nur gegnerischen Angreifern Kopfzerbrechen bereitet – sondern neuerdings auch ZDF-Reportern.
Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft, Teil X: Da fährt einer als Fußballer zur WM – und kommt als Popstar zurück. Schöne Geschichte. Weil Per Mertesacker nicht nur gegnerischen Angreifern Kopfzerbrechen bereitet – sondern neuerdings auch ZDF-Reportern.
Es war nach nach dem Algerien-Spiel, als der ausgepowerte Abwehrmann etwas unwirsch auf die Fragen von Boris Büchler reagierte und den Fragesteller gegen die Wand laufen ließ.
In den sozialen Netzwerken ging es hernach munter zu. Dabei hatte der gute Per lediglich gesagt, dass er froh ist, eine Runde weiter zu sein und jetzt nur noch in eine Eistonne möchte. Auf bevormundende Frechheits-Fragen von Reportern („Dass man sich noch steigern muss, dürfte auch Ihnen klar sein.“) hatte er jedenfalls keinen Bock.
Der Spruch mit der ominösen Eistonne brachte dem kommenden Innenverteidiger-Weltmeister dann im Internet einen Hit ein, indem der Song „Ice, Ice, Baby“ mit der kleinen Wutrede unterlegt wurde.
Klar waren die Mertesacker-Antworten etwas pampig. Wohltuend pampig. Denn wer will schon diese geschniegelten und glattgebügelten Interviews mit 486 vorgestanzten Worthülsen sehen?
Lieber ungestellt, authentisch. Motzen, mosern und grantig sein. Nur wer aus der Haut fahren kann, fährt am Ende auch den Titel ein.
Alles andere kann man in die Eistonne treten.