Sieben Anfänger überstehen ihren ersten Triathlon
Autor: Guido Chuleck
Kitzingen, Sonntag, 05. August 2018
Zwei Rookies gingen nicht an den Start, aber für alle war das Training eine wichtige Erfahrung. Für die Trainerin ist „ein tolles Team zur Clique“ geworden.
Neun hatten gemeinsam das Training begonnen, sieben sind beim Triathlon gestartet, und von denen sind alle ins Ziel gekommen. Das Team „Main-Post Rookies“ hat sich beim Mainfranken-Triathlon am Samstag in Kitzingen insgesamt gut geschlagen, und nicht nur die Trainerin Helga Schartel ist sehr zufrieden.
Frauen blieben alle dabei
„Es ist super gelaufen, die meisten sind im Mittelfeld angekommen, und wo immer ich sie unterwegs gesehen habe, hatten sie immer ein Lächeln auf den Lippen“, sagt sie. Alle Teammitglieder waren Neulinge (Rookies) beim Triathlon, und gesponsert von der Main-Post hatte Schartel sie zehn Wochen lang unter ihre Fittiche genommen. Alle fünf Frauen sind bei der Stange geblieben, bei den Herren hatten Matthias Zinn drei Tage vor dem Start und Viktor Zimmermann am Tag des Rennens aus gesundheitlichen Gründen das Handtuch geworfen. Aber alle haben es nicht bereut, Mitglieder dieses Teams gewesen zu sein.
Die sportlichen Ergebnisse spielten eher eine untergeordnete Rolle; der Trainerin kam es auch auf den Spaß an, den sie vermitteln wollte. Obwohl Triathlon ein „beinharter Individualsport“ ist, „war es für mich schön zu sehen, wie die Truppe zu einem Team zusammengewachsen ist“, sagt Schartel. Im Training sah es noch nach Abtasten aus, im Wettkampf und vor allem hinterher „wirkte das Ganze eher wie eine Clique“.
Erschöpft, aber glücklich
In der Tat machten die Sportler einen zwar erschöpften, aber durchaus glücklichen Eindruck. Sabine Diener zum Beispiel, die Triathlon bislang noch nicht mal vom Zuschauen kannte. „Eine tolle Organisation, eine tolle Atmosphäre – ich überlege, beim Triathlon am 26. August in Neustadt/Aisch an den Start zu gehen, und dann halte ich auch das Laufen durch.“ Das gefürchtete Seitenstechen hatte dafür gesorgt, dass sie in Kitzingen ein gutes Stück der Laufstrecke hatte gehen müssen. Ursprünglich kommt sie aus dem Turnsport und geht ins Fitness-Studio, um dort Kraft-Ausdauer zu entwickeln. „Da ist das Ausdauertraining fürs Laufen völlig anders“, sagt sie. Mit der Zusage für das Rookie-Team hat sie auch das Laufen wieder trainiert.
Fürs Radfahren hatte sich Sigrid Adam-Bonauer eigens ein Rennrad gekauft, „das erste Rennrad meines Lebens“, wie sie sagt. Das größte Problem: „Ich hatte wahnsinnig Angst vor der Hitze.“ Um sich beim Laufen vor den hohen Temperaturen zu schützen, hatte sie kleine flache Kühlakkus bereit gehalten, eines im Nacken und eins auf dem Kopf unter der Mütze. Und vor dem Zieleinlauf ist sie noch schnell unter die Dusche am Schwimmbad gelaufen, „das hat Zeit gekostet, war mir aber egal“. Am Ende war sie die Vierte ihrer Altersklasse und die beste Frau im Team, „ich denke das kann man für den allersten Triathlon so stehen lassen“.
Selbst die Letzten strahlen noch
Als Letzte lief Elke Böhm über die Ziellinie, und weil ihre Schwester mitgelaufen war, strahlten sie auch zu zweit. Wobei Böhm die Laufstrecke gegangen ist, wegen Problemen mit Asthma, wie Schartel berichtete. „Aber sie hat sich durchgekämpft – auch das ist Triathlon.“
Dass es nicht nur heiß war, sondern auch mal eine Abkühlung gab, hatte Adam-Bonauer beim Bergab-Radeln gemerkt. „Da konnte ich mir mal so richtig den Wind um die Ohren wehen lassen.“ Beim Schwimmen selbst war bei 25 Grad Wassertemperatur kaum an ein „kühlendes Nass“ zu denken, „die Schwimmer haben beim Schwimmen geschwitzt“, so Schartel. Und ganz so langsam konnte Adam-Bonauer beim Brustschwimmen auch nicht gewesen sein, „ich hatte über einige hundert Meter einen Kraulschwimmer neben mir“. Für den nächsten Triathlon will sie dann auch das Kraulen lernen. Insgeheim hofft sie dann auf weniger Hitze, so dass sie auf den Regenschirm als Sonnenschirm verzichten kann.