Druckartikel: Ein Schild und viele Fragen

Ein Schild und viele Fragen


Autor: Siegfried Sebelka

Kitzingen, Montag, 27. Juni 2016

Dass es das noch gibt. Na gut, geklaut wird schon immer irgendwie alles, was nicht niet- und angelfest ist. Und selbst wenn was fest genagelt ist, sicher ist nichts.


Dass es das heute noch gibt. Na gut, geklaut wird schon immer irgendwie alles, was nicht niet- und angelfest ist. Und selbst wenn was fest genagelt ist, sicher ist nichts.

Aber dass der Mundraub nach wie vor aktuell zu sein scheint, ist in Zeiten von Tiefstpreisen für Lebensmittel bei Aldi & Co dann doch etwas überraschend. Gibt es aber scheinbar noch. Wie lässt sich sonst dieses Schild erklären.

Direkt am Radweg

Das Schild steht übrigens direkt am Radweg zwischen Segnitz und Sulzfeld und zwar auf einem Acker, auf dem seit ewigen Zeiten die schmackhaften Knollen angebaut und offenbar auch geklaut werden. Das ist die Botschaft des Schildes. Das wirft aber auch Fragen auf.

Was passiert, wenn der Bauer den Dieb wirklich erwischt? Schmeißt er ihn vom Rad, das er vermutlich zum Abtransport der Beute nutzt? Gratuliert er ihm zu seinem guten Geschmack? Schüttelt er ihn richtig durch? Kriegt er eine oder zwei hinter die Ohren? Oder treten die beiden in einen ergebnisoffenen Dialog über die aktuelle Bedeutung des siebten Gebots ein?

Diskutieren sie über die Frage, ob die Kartoffel an sich roh und ungewaschen, überhaupt als Lebensmittel gelten darf? Oder gründen sie eine Steuerungsgruppe zur Einsetzung eines Arbeitskreises zur Überarbeitung der in die Jahre gekommenen (über 2000 Jahre!!!!) zehn Gebote, unter besonderer Berücksichtigung der Nummer sieben.

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Man weiß es nicht, sieht aber, wie viele große Fragen so ein kleines Schild aufwerfen kann.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone.