Dienstags-Dischli: Fünf Kipf oder doch sechs?
Autor: Von Siegfried Sebelka siegfried.sebelka@mainpost.de
, Montag, 12. Mai 2014
Angebote gibt es irgendwie immer. Am Wochenende im Briefkasten zum Beispiel: Zwischen 670 Gramm und 1137 Gramm schwer – eigenhändig nachgewogen – sind die Prospekte, die da ins Haus geschleppt werden. Ob was dabei ist, entscheidet sich nach dem Studium der bunten Bildchen und dem Rabattvergleich.
Angebote gibt es irgendwie immer. Am Wochenende im Briefkasten zum Beispiel: Zwischen 670 Gramm und 1137 Gramm schwer – eigenhändig nachgewogen – sind die Prospekte, die da ins Haus geschleppt werden. Ob was dabei ist, entscheidet sich nach dem Studium der bunten Bildchen und dem Rabattvergleich.
Es gibt Angebote, an denen man kaum vorbeikommt. Drei Kästen Wasser zum Preis für zwei ist so eines, ein Kasten Bier und vier Flachen extra ein anderes.
Es gibt aber nicht nur schriftliche, sondern auch mündliche Angebote. Wie vor einiger Zeit in einer Kitzinger Bäckerei zum Beispiel. Es war die Zeit, als der Stadtmarketing-Verein eine Charme-Offensive in den Geschäften der Stadt gestartet hatte. Ob der Ablauf der Geschichte damit was zu tun hat, ist allerdings nicht überliefert.
In jedem Fall kommt der inzwischen im Ruhestand verweilende Gastronom in die Backwarenverkaufsstelle. Der Laden ist voll. Als er dran ist, sagte der ganz normal: „Ich hätte gerne fünf Kipf.“ Worauf die freundliche Verkäuferin auf die ihr eigene Art und Weise darauf hinweist: „Heute haben wir sechs im Angebot.“
Warum dann der ganze Haufen in dem Laden regelrecht losgebrüllt hat und die Bäckereifachverkäuferin mindestens rötlich anlief? Keine Ahnung, hätte sie vielleicht fragen sollen.
Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.