Druckartikel: Der Rückblick auf die Woche: Heiße Stadt und kalter Rücken

Der Rückblick auf die Woche: Heiße Stadt und kalter Rücken


Autor: Bearbeitet von Frank Weichhan

Kitzingen, Freitag, 31. Mai 2019

Ob in einer ARD-Quizshow oder in der DB-Kundenzeitschrift „mobil“ - Kitzingen legte in dieser Woche große Auftritte hin. Unser etwas anderer Wochenrückblick:
Mit dem Valentinstag lauerte diese Wochen eine böse Falle. Ein Tag, an dem gerade Männer vieles falsch machen können. Zumal sich ja auch immer wieder diese eine Frage stellt: Plant man ausnahmsweise mal etwas Romantisches? Oder unternimmt man doch lieber wieder irgend etwas mit dem Partner? In Kitzingen soll es ja bei einem Ehepaar, das schon ein paar Tage länger verheiratet ist, sogar zu diesem Dialog gekommen sein: Sie (erbost): „Nicht zu fassen! Du hast schon wieder nicht an den Valentinstag gedacht!“ Er (entspannt): „Aber das von ganzem Herzen!“ Ansonsten konnte von Entspannung allerdings keine Rede sein. Gerade in Kitzingen war doch einiges los. Für Aufregung sorgte eine Aktion in der Wörthstraße, wo mal eben vom neuen Besitzer Versorgungsleitungen für ein Grundstück gekappt wurden, auf dem sich noch Firmen befinden.  Viele sprachen daraufhin von Wild-West-Methoden, andere von einer Nacht- und Nebelaktion, wieder andere von einer Invasion und einem Handstreich. Am Ende, so lässt es sich vielleicht zusammenfassen, war es wohl eine Mischung aus alledem. Inzwischen hat ein Würzburger Gericht bei einer Eilanhörung einen Vergleich aushandeln können – und in Kitzingen kann wieder Frieden einkehren.  Wobei, so wirklich ruhig ist es weiterhin nicht. Das liegt an einem Spinner, der Autos mit Kleber beschmiert. 27 Sachbeschädigungen kamen in den vergangenen Monaten zusammen, der Schaden liegt um die 50 000 Euro. Bei dieser Gelegenheit kam heraus, dass in Wolfsburg noch so ein Autozukleisterer unterwegs ist, der laut Polizeimeldung sogar schon 500 Autos verschmiert haben soll. Dass es sich dabei um den großen Bruder des Kitzinger Täters handeln könnte, hat die Polizei allerdings ausgeschlossen. Dem Vernehmen nach sollen die Ordnungshüter nun Kitzingen unter Dauerüberwachung gestellt haben. Angeblich wurde sogar die „Soko Pritt-Stift“ ins Leben rufen. Und wenn das nicht reicht, kommt noch die „Soko Uhu“ gleich hinterher – was vielleicht sogar noch die treffendere Bezeichnung wäre, weil hier zum Kleber noch die Erkenntnis kommt, dass da jemand einen gewaltigen Vogel hat.  Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren aufgefallen ist.


Die Bedeutung Kitzingens als deutschlandweite Attraktion wurde diese Woche einmal mehr untermauert. Am Feiertags-Donnerstag war's mal wieder soweit. Bei „Hirschhausens Quiz des Menschen“ um 20.15 Uhr in der ARD lautete gleich die erste Frage:

„Der heißeste jemals gemessene Ort in Deutschland ist. . .

A) der Garten eines älteren Ehepaares in Kitzingen.

B) eine Querstraße in der Innenstadt von Frankfurt.

C) ein Parkplatz auf der A 5 bei Mannheim.

Hitze-Hauptstadt

Nichts gegen Frankfurter Querstraßen und Mannheimer Parkplätze, aber es kann nur eine Hitze-Hauptstadt geben. Kenner sprechen in diesem Zusammenhang auch von Schwitzingen oder Hitzingen.

Der Rekord stammt übrigens aus dem Jahr 2015, hat inzwischen drei weitere Sommer überdauert und scheint eine in Stein gemeißelte Zahl zu sein: 40,3 Grad wurden gleich an zwei Tagen im Garten der Familie Michelsen gemessen, in dem eine Messstelle des Deutschen Wetterdienstes steht. Wer noch ein bisschen Wissen zum Angeben will: Die 40,3 Grad sind der höchste in Deutschland gemessene Wert seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.

Unschlagbarer Dreiklang

Ganz groß raus kam Kitzingen auch in der aktuellen Ausgabe der Bahn-Kundenzeitschrift „mobil“. Stadtansicht, Main, Sonnenuntergang – ein unschlagbarer Dreiklang. Geschossen hat das Bild für die Serie „Mein liebstes Stück Deutschland“ der Berliner Andreas Hensel, den es beruflich öfter in den schönsten Landkreis der Welt verschlägt. Vielleicht schickt die Stadt dem 56-Jährigen ja ein mittelgroßes Bocksbeutel-Präsent, immerhin liegt die Auflage des Magazins bei knapp 500 000 und wird von 1,26 Millionen Bahnfahrern angeschaut. Damit ist die Arbeit der Kitzinger Tourist-Info für dieses Jahr genau genommen erledigt.

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Millionenfacher Hingucker

In die Freude über den millionenfachen Hingucker mischte sich aber auch Wut: Wer mit der Bahn in Kitzingen anreist, hat wenig Freude. Der Bahnhof: geschlossen. Das Areal: eher ein Schandfleck. In das Bahnhofs-Trauerspiel kommt jetzt Bewegung, zumindest der Bahnhofs-Vorplatz wird von der Stadt endlich neu gestaltet.

Dann läuft es einem wenigstens nicht mehr ganz so kalt den Rücken herunter, wenn man in der heißesten Stadt Deutschlands ankommt.

Die Woche blickt samstags zurück, was unseren Autoren aufgefallen ist.