Druckartikel: Ein Rundgang auf der Angelmesse

Ein Rundgang auf der Angelmesse


Autor: Robert Haaß

Geiselwind, Sonntag, 17. Januar 2016

Angler zieht es eigentlich ans Wasser. Am Wochenende zog es viele von ihnen aber nach Geiselwind. Dort konnten sie auf der Angelmesse die neuste Technik ausprobieren. Wir haben uns vor Ort umgesehen.
Wer eine fängige Fliege binden möchte, braucht Fingerspitzengefühl.


Ein Rundgang auf der Angelmesse

(ro) Wer die Leidenschaft und die Faszination des Angelns erleben will, der muss eigentlich ans Wasser. Ans Ufer eines Flusses, eines ruhigen Sees, an die Küste oder auf einen Kutter auf hoher See. Schon die Aufzählung zeigt: Angeln ist vielfältig, erfordert, eine spezielle Ausrüstung – je nach Fisch, den man gerade fangen möchte, oder auch nach dem Gewässer, das befischt werden soll.

Wer sich über die neuesten Angeltrends und die modernste Ausrüstung informieren wollte, konnte das am Wochenende auf der Angelmesse in Geiselwind (Lkr. Kitzingen) tun. In der Eventhalle von Strohhofer konnte man auch abseits von Gewässern die Faszination des Angelns erfahren. Über 30 Aussteller präsentieren Angelbedarf und mehr. Das Interesse war groß, die Besucher drängten sich bereits am Samstagvormittag an den Ständen.

Die Zeiten, in denen Angler mit einer Haselrute oder einem Bambusstab mit Schnur und Haken dran auf Fischfang gehen, sind längst vorbei. Hightech ist angesagt, auch am kleinsten Bach.

1#googleAds#100x100

Die richtige Kleidung

Das fängt schon mit der richtigen, wasser-, hitze-, oder kälteabweisenden Kleidung an, die natürlich über der richtigen Unterwäsche getragen wird. An manchem Stand kam der Besucher sich vor, wie im kahlen Walde: Hunderte Angelruten reckten ihre Spitzen gen Hallendecke.

Und diese Ruten müssen etwas aushalten: Damit soll der Großzander, der kapitale Hecht oder Karpfen, gar der Riesenwaller, sicher gedrillt und gelandet werden. Da werden die Ruten gebogen, was das Zeugs hält, man versucht kiloschwere Steine anzuheben – und manchmal tut's auch einen Riesenknall: Die Rute bricht, Pech gehabt. Oder Glück, denn passiert's beim echten Drill, ist Ärger programmiert.

Keine Rute ohne Rolle: Vom Billigheimer für zehn Euro bis zur High-End-Maschine mit zahllosen Kugellagern für ruhigen Lauf und fein abgestimmten Drill ist alles da. Doch ohne Schnur ist auch das alles noch nichts wert. Aber auch die Auswahl an Schnüren ist auf der Angelmesse breit – von feinem Gespinst bis hin zur Wallerschnur, die von der Tragkraft her fast als Abschleppseil durchgehen könnte, doch vom Durchmesser die Millimetergrenze nicht erreicht. Denn die Devise lautet: So dünn wie möglich.

Doch noch immer kann der Fisch nicht gefangen werden – es fehlt der Köder. Und hier wird's dann endgültig unübersichtlich: Gummifische in allen Farben, Formen und Größen. Wobbler ohne Ende, Blinker, Spinner, Pilker, Sbirolino, Drop Shot, Herings-, Makrelen-, Dorschvorfächer und natürlich Boilies, denn der Karpfen mag den Wurm schon lange nicht mehr.

Die besten Reiseziele

Angeln zuhause ist schön, aber schöner ist's woanders. Kanada, Norwegen, der Ebro, das sind die Ziele der Angler – und für die gibt es eigene Reisen von speziellen Anbietern, die den Urlaub zum Erlebnis und natürlich Fangerfolg werden lassen, so das Versprechen, das auch in Geiselwind gegeben wird.

Fast ruhig und beschaulich das hintere Ende der Halle mit der Königsdisziplin: dem Fliegenfischen. Männer sitzen mit dünnem Garn vor Bindestöcken und umwickeln damit Federn. Das Ergebnis sind Nachbildungen von Fliegen, die zu bestimmten Jahreszeiten am Wasser vorkommen und von Forelle, Äsche, Lachs und Co. geliebt werden.

Am Ende sehnt sich der eine oder andere Besucher dann doch weg von dem Trubel, hin zum Fluss, zum See, zur Ruhe zur Entspannung und vielleicht dem einen oder anderen richtigen Fisch.