Die Hohenfelder Feuerwehr: Hochmotiviert und unbezahlbar
Autor: Willi Paulus
Hohenfeld, Sonntag, 26. August 2018
Die Feuerwehr im Kitzinger Stadtteil Hohenfeld feierte ihr 140-jähriges Jubiläum und erntete viel Lob.
Seit 140 Jahren leistet die Freiwillige Feuerwehr Hohenfeld Dienst am Nächsten. Bekämpft Feuer und rettet Menschen. Und das alles ehrenamtlich und mit viel Engagement. „Stets motivierte Hilfskräfte vor Ort sind unbezahlbar“, erklärte Feuerwehrvereinsvorstand Frank Weidt bei der Eröffnung des Festkommers im Schützenhaus.
Die Wertschätzung der Wehr brachten alle Redner der Feuerwehrführung und der Abordnungen der Blaulicht-Familie zum Ausdruck. „Ihr Dienst ist nicht ungefährlich und sie setzen oft ihr eigenes Leben aufs Spiel“, sagte Landrätin Tamara Bischof. Wenn sie Einbürgerungsurkunden verleihe, werbe sie immer dafür, dass sich die Neubürger im Ehrenamt engagieren.
Arbeit gewürdigt
„Wir sind froh, solch eine funktionierende Feuerwehr zu haben“, meinte Oberbürgermeister Siegfried Müller als oberster Dienstherr der städtischen Wehren. Er würdigte auch die Arbeit von Kommandant Jürgen Dorsch und die Eigenleistung der Wehrleute beim Bau des Feuerwehrgerätehauses. Kreisbrandrat Roland Eckert sprach von einer Zunahme der Extremsituationen und lobte die Einsatzbereitschaft. „Wenn der Piepser geht, lassen sie alles liegen und stehen um Menschen in Not zu helfen.“
Geburtsjahr 1878
13 Gründungsmitglieder hoben am 7. August 1878 die Freiwillige Feuerwehr Hohenfeld aus der Taufe: Friedrich Steinbrückner, Dietrich Sack, Karl Hannwacker, Kaspar Stapf, Leonhard Wirsching, Georg Genert, Jakob Herz, Heinrich Sattes, Friedrich Seynstahl, Andreas Beigel, Simon Köberlein, Ernst Loos und Johann Beigel.
Es ist viel passiert
Ehrenkommandant Karl Köberlein ließ die Wechselhafte Geschichte der Wehr im kurzweiligen Vortrag Revue passieren. So musste noch bis Anfang des 19. Jahrhundert jedes Brautpaar einen Ledereimer, versehen mit seinem Namen, an die Gemeinde abliefern. Einen Großeinsatz hatte die Wehr im Oktober 1888. Bei einer Brandkatastrophe wurden drei Wohnhäuser und vier volle Scheunen ein Raub der Flammen. Die Mannschaftsstärke war bis auf 30 Männer angewachsen.
Die erste Leiter
Die erste hölzerne Schiebeleiter von 1913 ist noch vorhanden. Unter Kommandant Andreas Schneider wurde 1928 das 50-jährige Bestehen mit Tanz, Ehrenabend und Festzug gefeiert. 1945 war die Wehr beim Bombenangriff in Kitzingen und Marktbreit eingesetzt.
Kampf gegen Hochwasser
Unter Kommandant Ludwig Will wuchs die Wehr von 1947 bis 1965 auf 34 Mann. Im Februar 1970 gab es ein verheerendes Hochwasser, worauf die Gemeinde Holzbalken und Bretter für eine Abdämmung der Durchlässe zum Main beschaffte. 1977 kaufte die Gemeinde für 1500 Mark einen gebrauchten Hanomag, der in Eigenleistung zum Feuerwehrauto umgerüstet wurde. 1978 wurde die Wehr mit der Feuerwehrfamilie der Stadt Kitzingen vereint.