Das Hirn und die Steinzeit: Der Angst auf der Spur
Autor: Frank Weichhan
Kitzingen, Donnerstag, 22. Sept. 2016
Angststörungen sind weit verbreitet. Ein Volkshochschul-Kurs widmet sich ganz diesem Thema. Dazu Fragen an Referentin und Heilpraktikerin Christine Krokauer.
Angststörungen sind weit verbreitet: Von Phobien und Panikattacken bis zur generalisierten Angsterkrankung reichen die Krankheitsbilder. Am Mittwoch, 28. September, geht es bei einem Volkshochschul-Kurs im Stadtteilzentrum Kitzingen-Siedlung (Königsberger Straßen 11) ab 19.30 Uhr um das Thema „Angst essen Seele auf?!“ Dazu Fragen an Referentin und Heilpraktikerin Christine Krokauer.
Frage: Warum gibt es Angst?
Christine Krokauer: Es gibt kein Menschenleben ohne Angst. Realangst besitzt Alarm- und Warnfunktion, etwa beim Überqueren der Straße vorsichtig zu sein. Angst ist vielfältig, Erkrankungen sind Panikstörung, generalisierte Angststörung, soziale Angststörung und Phobien.
Woher kommt eigentlich Angst?
Krokauer: Aus der Verhaltensforschung kommt die Theorie, dass Angst oft erlernt ist. Ein ursprünglich neutraler Reiz wie der Anblick eines Tiers kann zu einem angstauslösenden Reiz werden, wenn die Person damit unangenehme Erfahrungen verbindet. Wer von einem Hund gebissen worden ist, hat mehr Respekt vor Hunden als andere Menschen. Das Problem bei Angsterkrankungen ist, dass Menschen alles vermeiden, was sie in eine Situation bringt, in der die Angst wiederkommt.
1#googleAds#100x100Menschen mit Panik in engen Räumen werden nicht freiwillig in einer vollgestopften Straßenbahn fahren. Aus der Menschheitsentwicklung haben wir Ängste wie die vor Gewitter, Naturkatastrophen und Feuer – unser Gehirn reagiert vorsteinzeitlich mit den Reaktionsmustern Angreifen, Totstellen oder Flucht bis hin in die körperlichen Reaktionen.
Angst kann also auch helfen?