Wenn sich die 100 Delegierten aus dem Landkreis Kitzingen und dem Altlandkreis Gerolzhofen um 19 Uhr im Haus der Gemeinschaft in Schwarzenau treffen, haben sie die Wahl. Die Unternehmensberaterin Barbara Becker aus Wiesenbronn und der Steinmetz und Unternehmer Tibor Brumme aus Kitzingen bewerben sich um das Direktmandat der CSU und damit um die Nachfolge von Otto Hünnerkopf als Landtagsabgeordneter.

Klein ist ausgeschieden

Beide sind Mitglieder des CSU-Vorstands im Landkreis Kitzingen und blieben am Ende im Rennen um das Direktmandat. Zuvor war der lange als Mitfavorit für die Hünnerkopf-Nachfolge gehandelte Bürgermeister von Rödelsee, Burkhard Klein, für viele überraschend ausgestiegen.

Typische Unternehmer

CSU-Kreisvorsitzender Hünnerkopf hatte nach einer Kreisvorstandssitzung vor drei Wochen die beiden Kandidaten als „typische Unternehmer“ vorgestellt. Dass es einen weiteren Kandidaten geben könnte, hatte er ausgeschlossen. Zum Stimmkreis 605 gehören zwar neben dem Landkreis Kitzingen auch neun Orte aus dem Altlandkreis Gerolzhofen, die zusammen auf 25 Stimmen kommen. Der Landkreis Kitzingen mit seinen 75 Delegierten habe aber das Vorschlagsrecht und das werde auch nicht infrage gestellt, erklärte Hünnerkopf Anfang Oktober.

Barbara Becker

Bleiben also Becker und Brumme: Barbara Becker kandidierte 2014 bei der Europawahl. Die 48-Jährige Unternehmensberaterin mit Firmensitz in Wiesenbronn will den ländlichen Raum attraktiv halten, den ÖPNV und den Gesundheitssektor in der Region stärken. Den Ausbau der Digitalisierung sieht sie als Chance. Außerdem will sie dem Fachkräftemangel damit begegnen, dass sie junge Leute hier hält oder in den Stimmkreis holt.

Tibor Brumme

Tibor Brumme stammt aus Chemnitz. Der 46-Jährige kam 1985 nach Kitzingen. Er ist selbstständiger Steinmetz, Bildhauer und Restaurator mit eigenem Betrieb in Kitzingen. Brumme will wie Becker den ländlichen Raum weiterentwickeln. Breitbandausbau ist für ihn ebenso ein Thema wie die Wirtschaftsförderung des flachen Landes, eine bessere Kinderbetreuung, die Erhaltung der Geburtshilfe im Stimmkreis und der ÖPNV.

Größte Hürde

Die Nominierung durch die Delegiertenversammlung wird wohl für die Kandidaten die größte Hürde auf den Weg in den Landtag sein. Der Einzug dürfe auch im Herbst 2018 für den Direktkandidaten so gut wie sicher sein. Die Wahlen der Vergangenheit haben gezeigt, dass der Kandidat der CSU immer nach München gekommen ist, in der Regel mit einem Ergebnis von 50 Prozent plus x.