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Bilanz Autobahnpolizei: "Blitzer" 3800 Stunden im Einsatz


Autor: Frank Weichhan

Kitzingen, Mittwoch, 25. April 2018

Biebelrieder Autobahnpolizei legt Verkehrsunfall- und Kriminalstatistik für 2017 vor.
Ende Juli vergangenen Jahres durchbrach an der Baustelle bei Geiselwind ein Sattelzug die Betongleitwand am Mittelstreifen, geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte dort seitlich mit einem entgegenkommenden Sattelzug. Beide Fahrer blieben nahezu unverletzt.


Die Autobahnpolizei Würzburg-Biebelried (VPI) hatte im vergangenen Jahr 9457 Einsätze zu bewältigen. Das waren 219 mehr als 2016. Insgesamt ereigneten sich 2017 im Zuständigkeitsbereich der VPI 2588 Verkehrsunfälle (Vorjahr: 2626). Bei 190 Unfällen mit Personenschaden wurden sechs (Vorjahr: sieben) Menschen getötet und 336 Personen verletzt, 75 davon schwer.

Häufigste Unfallursachen waren ungenügender Sicherheitsabstand und nicht angepasste Geschwindigkeit. Während die Anzahl der Unfälle leicht zurückging, gab es im Bereich Heidingsfeld/Randersacker eine Zunahme, was größtenteils mit der dortigen Baustelle zusammenhing. In diesem Streckenabschnitt stiegen die Unfälle von 534 im Jahr 2016 auf nunmehr 707.

Tote zu beklagen

Bei sechs Verkehrsunfällen gab es Tote zu beklagen. So fuhr beispielsweise Ende Mai ein 30-jähriger Honda-Fahrer aus ungeklärter Ursache auf einen ordnungsgemäß fahrenden Sattelzug auf. Der Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Anfang August verlor eine 59-jährige Frau auf der A 7 ihr Leben, als ein Sattelzug nahezu ungebremst auf den fast stehenden Wagen auffuhr.

Schwerwiegende Folgen

Gravierende Auswirkungen hatten oft Unfälle mit Fahrzeugen des Schwerlastverkehrs. Wie etwa in Geiselwind, wo Ende Juli ein Sattelzug an der Baustelle die Betongleitwand am Mittelstreifen durchbrach, auf die Gegenfahrbahn geriet und dort mit einem Sattelzug kollidierte. Dieser hatte 20 Tonnen Papierrollen geladen und kippte um. Etwa 1000 Liter Dieselkraftstoff liefen aus. Beide Fahrer blieben nahezu unverletzt. Die Fahrbahn in Richtung Frankfurt war vom Morgen bis in die Nachmittagsstunden gesperrt.

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1,5 Millionen Fahrzeuge gemessen

Die „Blitzer“ waren 3800 Stunden im Einsatz, dabei wurden rund 1,5 Millionen Fahrzeuge gemessen. Gegen 10 673 Fahrzeugführer wurde ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Für 1022 Raser bedeutete dies auch ein Fahrverbot von mindestens vier Wochen. 33 857 Schnellfahrer kamen mit einem Verwarnungsgeld (bis 35 Euro) davon. Außerdem wurden 2337 Fahrzeugführer wegen zu geringem Sicherheitsabstand angezeigt. Zudem wurden 1269 Verkehrsteilnehmer im Rahmen der mobilen Verkehrsüberwachung mit Videomesstechnik angezeigt.

246 Mal trafen die Beamten bei Kontrollen auf Autofahrer, bei denen sie den Verdacht hatten, dass Drogen (190) oder Alkohol (56) konsumiert worden war. Sieben Autofahrer, die Unfälle verursachten, standen unter Alkoholeinfluss.

„Wildes Parken“ ein Problem

Im Bereich der Lenk- und Ruhezeiten bei Lasterfahrern wurden 1217 Anzeigen erstattet. Beim „wilden Parken“ auf der Autobahn – etwa auf den Ein- und Ausfädelstreifen – schritten die Beamten in 730 Fällen ein. Dies war eine Steigerung um fast 36 Prozent. Handyverstöße am Steuer gab es 1196 Mal – fast 60 Prozent mehr als 2016.

Bei der Kriminalität gab es 2017 eine Zunahme um 15,9 Prozent, insgesamt wurden 1073 Straftaten registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 71,9 Prozent. Außerdem mussten 271 Rauschgiftfälle bearbeitet werden.

Nach einer wilden Flucht vor einer Polizeikontrolle von der A 3 über die B 8, die in einer Wiese bei Biebelried endete, wurde im März ein 21-jähriger Osteuropäer festgenommen. Wie sich herausstellte, war der Mann mit einem in der Nacht zuvor entwendeten VW-Bus unterwegs und besaß keine Fahrerlaubnis.

Frontalzusammenstoß im Nebel

Im September ereignete sich auf der B 22 bei Dettelbach ein tödlicher Verkehrsunfall. Bei einem Frontalzusammenstoß im Nebel kam eine Frau ums Leben. Der Unfallverursacher flüchtete zu Fuß. Er wurde zunächst erfolglos gesucht. Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung wurde tags darauf der 29-jährige Halter des Fahrzeugs leicht verletzt bei Stadelschwarzach aufgegriffen und als Tatverdächtiger vorläufig festgenommen.

Die (VPI Würzburg-Biebelried ist eine von drei Verkehrspolizeiinspektionen in Unterfranken und hat ihren Sitz im Mainfrankenpark. Zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehören die Autobahnabschnitte der A 3 von der Rastanlage Steigerwald bis Marktheidenfeld, die A 81 vom Autobahndreieck Würzburg-West bis Baden-Württemberg und die A 7 von Gollhofen bis Gramschatz mit einer Gesamtlänge von 144 Kilometern.