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Berufsbörse: Chance auf einen dicken Fisch


Autor: Siegfried Sebelka

Kitzingen, Donnerstag, 25. Januar 2018

Neun Stunden, rund 80 Aussteller und über 160 Ausbildungsberufe: Die Chance, sich einen Job zu angeln, war groß bei der 21. Berufsbörse der Wirtschaftschule in Kitzingen.
21. Berufsbörse in Kitzingen: Rund 750 Schüler haben sich am Donnerstag nach dem Motto „Angel dir deinen Job“ über rund 160 Berufe informiert. Gut 80 Aussteller standen neuen Stunden Rede und Antwort. Bei den Schreinern zum Beispiel gab es gleich was zu tun. Fotos: Siegfried Sebelka


Mit dem Motto „Angel dir deinen Job“ ist die Berufsbörse an der Wirtschaftsschule in Kitzingen am Donnerstag in ihre 21. Auflage gegangen. Neun Stunden lang konnten sich Schüler aller Schularten bei gut 80 Ausstellern über mehr als 160 Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Am Ende hatten gut 750 Jugendliche die Chance genutzt.

Sie hatten die Wahl. Von der Agentur für Arbeit bis zum Zehntkeller Romantik Hotel in Iphofen: Vom Handwerks- bis zum Großbetrieb reichte das Angebot. Von der Altenpflegehelferin bis zur zivilen Laufbahn bei der Bundeswehr: Die Palette der Berufe war breit. Von der klassischen Lehre bis zum dualen Studium: Viele Ausbildungsformen waren zu finden. Wie viele Schüler am Ende den Traumjob gefunden und damit die von Schulleiter Rudolf Schöfer bei der Eröffnung in Aussicht gestellte „fette Beute“ gemacht haben, ist nicht bekannt.

 

Diashows:

21. Berufsbörse
21. Berufsbörse
21. Berufsbörse

Ein Rundgang

Dass die Chancen gut waren, zeigte ein Rundgang über die auf Klassenzimmer und Aula auf drei Ebenen verteilten Stände der gut 80 Anbieter.

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Beispiel: Raum 210. Den hatten sich die Kitzinger Firma Lenz-Ziegler-Reifenscheid (LZR) und die Schreinerinnung geteilt. Elisabeth Ziegler zeigte sich kurz nach dem Start beim ersten Auftritt von LZR auf der Berufsbörse zufrieden. Eine feste Zusage hatte sie schon, für die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker oder Konstruktionsmechaniker beim Spezialisten für Transportbeton und Erdbau.

 

Der schönste Beruf

Mit ihr im Raum war die Schreinerinnung mit Obermeister Frank Ackermann. Im Gegensatz zu LZR ist die Innung von Anfang an dabei und Ackermann sieht die Chancen der Börse. Dabei stellte er die Zielrichtung klar: „Wir brauchen keine 100 Bewerber, wir brachen den Richtigen.“ Den haben die Ausbildungsbetriebe der Innung in den vergangenen Jahren immer wieder gefunden. „Für den schönsten Beruf der Welt“, wie Ackermann mit Überzeugung sagte.

Beispiel Moritz Kraus

Ein paar Türen weiter warteten Kitzingens Stadtgärtner Manuel Schömig und der stellvertretenden Bauhofleiter Dieter Pfrenzinger auf „Kundschaft“. Wie bei den anderen standen als Berater die eigenen Auszubildenden zur Verfügung. Beim Bauhof war es Moritz Kraus, der über die Berufsbörse seinen Traumberuf Straßenwärter fand. „Ein super Job“, sagte der Auszubildende im zweiten Lehrjahr: „Ich möchte nicht tauschen.“ Diese Einstellung und die wichtigsten mündlichen und schriftlichen Infos zur Ausbildung gibt er weiter.

 

Bundeswehr und Polizei

Dann die Aula. Dort hatte Hennig Topel von der Berufsfachschule für pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) keinen leichten Stand. Einmal mussten die Schüler den Weg unters Dach finden und sich durch das breite Angebot kämpfen. Und dann gab es dort zwei Stände, die regelmäßig umlagert waren. Die Polizei und die Bundeswehr waren an der Stirnseite stationiert. Und dort war der Andrang groß. Für viele Jugendliche sind das offenbar attraktive Arbeitgeber.

Fündig geworden

Wie zum Beispiel für eine Gruppe aus der Hauptschule Siedlung. Die Achtklässer füllten ihre vorbereiteten Notizzettel aus. Bei der Frage, ob denn schon was dabei war, waren sie sich nicht einig. Michael will Polizist werden, Nico eher Schreiner und Leonie hat nach eineinhalb Stunden und einer Flut von Informationen zumindest einen Favoriten: Kinderpflegerin.

 

Motto im Mittelpunkt

Die Eröffnung der Berufsbörse im Paul-Eber-Haus stand ganz im Zeichen des Mottos „Angel dir deinen Job“. Nicht nur Mitorganisator Stefan Prepens und Bettina Schütz hatten sich in eine Anglerausrüstung geworfen. Die Vorlage ließ kein Redner bei seinen Grußworten aus. Von Ködern wie einer perfekten Bewerbungsmappe war die Rede, aber auch von fetter Beute, die auf die „Angler“ wartet.

Gute Zeiten

Das anhaltende Wirtschaftswachstum und die geringe Arbeitslosigkeit haben diese Aussichten möglich gemacht. „Die Zeiten haben sich geändert“, sagte Landrätin Tamara Bischof. „Die jungen Menschen haben die freie Auswahl“, sagte sie mit Blick auf den Fachkräftemangel und Nachwuchsprobleme im eigenen Haus. Udo Sperlich von der Regierung von Unterfranken bezeichnete die Berufsbörse als einen „wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsförderung“. Schulrat Kurt Kraus ist auch Vorsitzender des Arbeiterkreises Schule/Wirtschaft und dem ist der Übergang von der Schule in den Beruf besonders wichtig. „Die regionale Berufsbörse erfüllt genau diese Aufgabe.“

 

Dank ans Orga-Team

Schulleiter Robert Schöfer hatte sich bei der Begrüßung vor allem beim Organisationsteam bedankt. Die meiste Arbeit hatten Bettina Schütz, Steffen Prepens, Johanna Kister, Thomas Schroll, Angela Held und Heike Rabeler vom Elternbeirat. Für die Musik zum Austakt sorgten Florian Weiß mit Roland Gast und Dominika Pilip.