Anderen Menschen in der Not zu helfen, ist für Roland Rößert und seinen Feuerwehrkameraden Hubert Link eine Selbstverständlichkeit. Seit vier Jahrzehnten setzen sich die beiden Gerlachhäuser Floriansjünger aktiv für das Gemeinwohl ein. "In einem kleinen Dorf wie Gerlachshausen ist es eigentlich ganz normal, sich ehrenamtlich zu engagieren", sagt Rößert. Im Alter von 18 Jahren kam er zur Wehr und verfolgte seitdem zwei Ziele: "Helfen, wenn ich gebraucht werde, und die Dorfgemeinschaft erhalten und weiter beleben", sagt der langjährige Kommandant.
In der Generalversammlung der FFW Gerlachshausen wurden Rößert und Link für 40 Jahre aktive Dienstzeit mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Freistaats Bayern in Gold ausgezeichnet.
Landrätin Tamara Bischof (FW), Kreisbrandrat Roland Eckert und Bürgermeister Lothar Nagel (FCW) lobten das Engagement der Jubilare, sie seien große Vorbilder für den Nachwuchs. Mehrere Mitstreiter des Feuerwehrvereins wurden für ihre langjährige Zugehörigkeit ausgezeichnet.
Der Feuerwehrverein und die Wehr haben mit Annette Hillenbrand eine Kommandantin und Vorsitzende in Personalunion. Seit vielen Jahren ist die Feuerwehr ist Garant für ein intaktes Dorfleben in dem Schwarzacher Ortsteil und dank guter technischer Ausstattung ein wichtiger Bestandteil des Gesamtsicherheitskonzepts in der Marktgemeinde. In der aktiven Wehr ist Hillenbrand der engagierte "Kopf" von 22 Wehrleuten, darunter fünf Frauen. Stolze 128 Mitglieder hat der Feuerwehrverein in seinen Reihen.

Vier Einsätze im letzten Jahr

Vier Mal läuteten die Alarmsirenen für die Gerlachshäuser Einsatzkräfte im vergangenen Jahr, so der Bericht der Chefin. Im Januar 2012 wurde die FFW von der Polizei zur Suche nach einem Vermissten alarmiert. Der Brand eines Abfallhaufens in der Wehrgasse erwies sich als harmlos. Mit Kübelspritze und Eimern löschten die Floriansjünger im September den Brand einer Böschung am Ortsausgang "Vermutlich wurde er durch eine Zigarettenkippe ausgelöst", meinte Hillenbrand zur möglichen Brandursache.
Sorge um die Gesundheit machte sich die Kommandantin, als Ende November bei einem Verkehrsunfall gefährliche Flüssigkeiten ausliefen. "Es herrschte Chaos pur. Gott sei Dank brachte ich alle wohlbehalten wieder mit zurück", zog Annette Hillenbrand ein erfreuliches Fazit.
Wenn es zu den Einsätzen geht, dann sind auch Roland Rößert und Hubert Link zur Stelle. Beide stehen kurz vor dem "aktiven Pensionsalter" und sind nach wie vor voller Tatendrang. Für Rößert war der frühere Kommandant Artur Hartmann das Vorbild. "Als ich 18 Jahre alt war, hat uns der Kommandant angesprochen. Hubert und ich waren sofort dabei", erinnert sich der 59-Jährige. "Eine Jugendfeuerwehr hat es damals noch nicht gegeben." Die ersten Einsätze waren für Rößert sehr interessant. Insbesondere den spannende Einsatz an einem sinkenden Schiff an der Schleuse Gerlachshausen, als die Wehr zum Auspumpen eingesetzt war, wird er nicht vergessen.

Stolz auf den Nachwuchs

Viele Einsätze hat er in den letzten Jahren gesund hinter sich gebracht, viele als Hauptverantwortlicher der Wehr. Zwei Jahrzehnte leitete er die aktive Wehr als Kommandant, fünf Jahre war er auch 1. Vorsitzender. "Ein intaktes Dorfgemeinschaft lag mir schon immer am Herzen", sagt Rößert, der zusammen mit seinen Kameraden die Tradition der Maibaumfeste und Feuerwehrfeste wieder aufleben ließ. Besonders stolz ist der frühere Kommandant auf das schmucke Feuerwehrhaus. "Rund 5000 Stunden an Eigenleistung haben wir aufgebracht", erinnert er an die großartige Teamleistung in Gerlachshausen.
In Rößerts Fußstapfen ist nahtlos Anette Hillenbrand gestiegen, die seit mehreren Jahren selbstbewusst und erfolgreich die Wehr führt. Zahlreiche Übungen und Schulungsabende hat sie mit ihren Einsatzkräften in den zurückliegenden Monaten absolviert, um sie auf dem neuesten Stand zu halten und die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.
Stolz ist Hillenbrand auf den Feuerwehrnachwuchs. Die Jugendgruppe um Edwin Hillenbrand und Maximilian Müller besteht derzeit aus acht Jugendlichen, die sich regelmäßig im Feuerwehrhaus treffen, um gemeinsam Theorie und Praxis der Feuerwehr zu erlernen und die Gemeinschaft zu fördern.
Die Förderung des Nachwuchses liegt auch Rößert am Herzen. Gerne rührt er die die Werbetrommel bei der Jugend. "Wir haben eine tolle Gemeinschaft und sind alle darin verwurzelt", schwärmt er für die Vereinigung. Nach seiner Ansicht wäre Brandschutz ohne die Ehrenamtlichen nicht bezahlbar. "Mir hat der Dienst immer viel Spaß gemacht und ich würde mich heute wieder für die Feuerwehr entscheiden, wie vor 40 Jahren." Ein Jahr wird Rößert noch aktiven Dienst verrichten. Dann ist er zwar 60 Jahre alt, will der Wehr aber weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Ehrungen

Ausgezeichnet wurden Hubert Link, Roland Rößert für 40 Jahre aktive Dienstzeit, Georg Hornung, Hugo Hornung, Robert Kuhn für 60 Jahre Mitgliedschaft, Werner Felix, Oswald Köberlein, Michael Vogel für 55 Jahre Mitgliedschaft und Wolfgang Schmieg für 25 Jahre Mitgliedschaft.