Druckartikel: Stadt Hof trauert um "prägende Persönlichkeit der Nachkriegsgeschichte"

Stadt Hof trauert um "prägende Persönlichkeit der Nachkriegsgeschichte"


Autor: Ralf Welz

Hof, Mittwoch, 01. April 2026

Jahrzehntelang gestaltete er die Entwicklung vor Ort maßgeblich mit. Nun muss die Stadt vom einstigen Leiter des städtischen Hauptamts Abschied nehmen.
Günter Bauer (hier ein Archivbild aus dem Jahr 2007) ist im Alter von 83 Jahren verstorben.


 Günter Bauer, der von 1981 bis 2007 das Hauptamt der Stadt Hof leitete, ist kurz vor seinem 84. Geburtstag gestorben. Dies gab die Stadt in einer am Mittwoch (1. April 2026) veröffentlichten Pressemitteilung bekannt. "Die Stadtverwaltung Hof nimmt Abschied von einer prägenden Persönlichkeit der Nachkriegsgeschichte", heißt es darin wörtlich.

Fast fünf Jahrzehnte lang sei Bauers Wirken untrennbar mit der Entwicklung der Stadt verbunden gewesen. Im Nachruf wird der Verstorbene als "ein Architekt der modernen Verwaltung" beschrieben. 

Stadt Hof trauert um Günter Bauer - langjähriger Leiter des städtischen Hauptamts verstorben

Günter Bauer war seit 1958 in der Hofer Stadtverwaltung tätig. Laut Mitteilung der Stadt galt er als "Visionär der Verwaltungsorganisation". So führte er bereits in den 1970er-Jahren die Digitalisierung des städtischen Finanzwesens ein und reorganisierte das Registraturwesen.

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"In seine Amtszeit fielen wegweisende Projekte, die das heutige Gesicht Hofs prägen", heißt es aus dem Rathaus. Während seiner 26-jährigen Tätigkeit als Hauptamtsleiter wurden unter anderem die Freiheitshalle errichtet, der Untreusee erschlossen und die Ansiedlung der Hochschule für den öffentlichen Dienst sowie der Hochschule Hof realisiert.

Der Stadt zufolge markierte die größte Herausforderung seiner Karriere jedoch die Wendezeit 1989/90. "Mit kühlem Kopf und organisatorischem Geschick koordinierte er die Maßnahmen rund um die Ankunft der Prager Züge und die anschließende Grenzöffnung", heißt es im Nachruf. Für diesen Einsatz erhielt Bauer das Bundesverdienstkreuz am Bande, verliehen durch den damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU).

Feuerwehr und Co.: Engagement weit über das Rathaus hinaus

Neben seiner Tätigkeit im Rathaus engagierte sich Bauer bei der Freiwilligen Feuerwehr, deren Ehrenmitglied er war, im Verkehrsverbund EgroNet, im Regionalen Planungsverband Oberfranken Ost und für den Saale-Radwanderweg. Nach seinem Ruhestand war er im Vorstand des Vereins ProHof aktiv, hielt Vorträge zur Stadtgeschichte und war Mitglied beim ESV Hof.

Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD), deren Amtszeit als Rathauschefin nach einer Wahlperiode in Kürze endet, würdigte Bauer als loyalen Menschen, der eine Atmosphäre des Respekts und der vertrauensvollen Zusammenarbeit gepflegt habe. "Die Nachricht vom Tod Günter Bauers hat uns in der Stadtverwaltung und auch mich persönlich getroffen", wird Döhla im Nachruf zitiert. Die Stadt Hof werde dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren, heißt es in der Mitteilung. "Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen."

In Hof wurde derweil vor wenigen Tagen ein besonderer Geburtstag gefeiert: So alt ist die älteste Einwohnerin der Stadt.

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