Judo-Star Timo Cavelius krankenhausreif geprügelt: Gegner erhebt Vorwürfe
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Leipzig, Donnerstag, 10. Sept. 2026
Am Wochenende sorgte ein erschütternder Vorfall für Aufregung im deutschen Judo-Sport. Nach einem Kampf zwischen dem gebürtigen Hofer Timo Cavelius und einem anderen Kämpfer kam es zu einer brutalen Attacke auf den Franken - jetzt spricht der Angreifer.
Update vom 10.09.2026: Hofer Judo-Star Timo Cavelius krankenhausreif geprügelt: Gegner erhebt Vorwürfe
Der Angriff von Akaki Japaridze auf den deutschen Olympia-Teilnehmer Timo Cavelius während eines Bundesliga-Kampfes am Samstag (5. September 2026) sorgte in der Judo-Community für Aufruhr. Nun hat sich der Leipziger Gastkämpfer zu Wort gemeldet: "Jede Form von physischer Aggression im Sport ist inakzeptabel. Ich entziehe mich nicht der Verantwortung für das Geschehene", erklärte der Georgier in einem Statement auf seinem Instagram-Kanal.
Der 24-jährige Japaridze vom JC Leipzig hatte den für den TSV Abensberg kämpfenden Cavelius krankenhausreif geschlagen und ihm den Kiefer gebrochen. Warum es zu diesem Ausraster kam, versuchte der Georgier jetzt zu erläutern. Er wolle klarstellen, so schrieb er, dass dieser Vorfall "nicht das Ergebnis von Emotionen" gewesen sei, die durch die sportliche Niederlage ausgelöst wurden.
"Zu keinem Zeitpunkt meine Absicht": Cavelius reagiert auf Vorwürfe
"Der Grund war ein anderer: ehrverletzendes Verhalten des Gegners mir gegenüber, sowohl verbal als auch durch Gesten. Das ist im Sport und im Rahmen der Sportethik ebenso völlig unakzeptabel – und in erster Linie unakzeptabel für mich als Georgier und als Mann", schrieb Japaridze. Der inzwischen in seine Heimat zurückgekehrte Georgier postete auf Instagram ein Video vom ersten der zwei Bundesligakämpfe gegen Cavelius im 90-Kilo-Limit. Darauf ist zu sehen, dass der durch Ippon unterlegene Cavelius das Urteil des Kampfrichters nicht akzeptieren möchte, während sich Japaridze dreimal respektvoll verbeugt. Den zweiten Kampf hatte er gegen den Deutschen verloren, dieser zeigte dann eine geballte Faust in Richtung seines Teams und auch in Richtung des Georgiers. Dann schlug Japaridze plötzlich auf seinen Gegner ein und verletzte ihn im Gesicht schwer.
Video:
Cavelius reagierte auf diese Darstellung. "Dieser Jubel galt meinem eigenen Team und war Ausdruck der Freude über den gewonnenen Kampf. Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass es zu keinem Zeitpunkt meine Absicht war, Akaki Japaridze als Sportler zu demütigen oder ihn aufgrund seiner Herkunft, seiner Nationalität oder seiner Identität als georgischer Mann zu beleidigen", schrieb Cavelius in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Stellungnahme und ergänzte: "Sollte mein Jubel bei ihm dennoch als persönliche Provokation oder Kränkung angekommen sein, bedauere ich, dass er ihn so empfunden hat. Eine solche Wirkung war von mir nicht beabsichtigt."
Cavelius, der nach dem Vorfall am vergangenen Samstag in der Leipziger Universitätsklinik sofort operiert wurde und seinen Kiefer mit drei Platten fixieren ließ, muss nun noch zehn bis zwölf Wochen warten, bis er wieder kämpfen kann. "Ich bin auf dem Weg der Genesung", sagte Cavelius der dpa. Rückblickend meinte er: "Selbst wenn mein Jubel bei Akaki Japaridze negative Emotionen ausgelöst haben sollte, kann dies einen solchen Gewaltexzess weder erklären noch rechtfertigen. Ich habe ihn weder verbal beleidigt noch körperlich angegriffen." Die Weltmeisterschaft vom 4. bis 11. Oktober in Baku verpasst der 29-jährige Bayer.
Update vom 07.09.2026, 13.37 Uhr: Prügelattacke auf Hofer Judo-Star Timo Cavelius: Jetzt ermittelt die Polizei
Nach der Prügel-Attacke auf den Oberfranken Timo Cavelius in der Judo-Bundesliga hat die Polizei nach einer Anzeige wegen Körperverletzung Ermittlungen eingeleitet. Der Leipziger Gast-Kämpfer Akaki Japaridze aus Georgien, der den deutschen Olympia-Teilnehmer Timo Cavelius vom TSV Abensberg nach einem verlorenen Bundesligakampf krankenhausreif geschlagen und schwer im Gesicht verletzt hat, wurde am Samstagabend von den Behörden in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße nicht mehr angetroffen.
Offenbar befand er sich bereits im Hotel. Der 24-jährige Georgier soll mittlerweile wieder in seiner Heimat sein. Die Person sei bekannt, es bestehe keine Gefahr im Verzug, bestätigte die Leipziger Polizei am Montag der Deutschen Presse-Agentur die Ermittlungen. Parallel dazu werden nun die Verbände weitere Maßnahmen ergreifen. Die Internationale Judo-Föderation (IJF), die Europäische Judo-Union (EJU) und der Georgische Judoverband wurden noch am Tag des Vorfalls über das Geschehen informiert, teilte der Deutsche Judo-Bund (DJB) mit.