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Hofer Geschäft verteidigt Mitarbeiterin: "Kein Zeichen von Schwäche"


Autor: Ellen Schneider

Hof, Samstag, 02. Mai 2026

Nach Kritik an einer Mitarbeiterin bezieht ein oberfränkisches Geschäft Stellung. Die Chefin erklärt gegenüber inFranken.de die Hintergründe des Vorfalls.
Seit 2019 arbeitet Temine Daneljan (links im Bild) bei Packwa in Hof. Immer wieder wird sie dabei jedoch aufgrund von Fehlern bei Aussprache und Grammatik kritisiert.


Seit 2019 arbeitet Temine Daneljan bei Packwa in Hof, einem Geschäft das Partybedarf, Dekorationsartikel und Verpackungsmaterialien vertreibt. Von der Geschäftsführerin Sabrina Mölter wird sie in den höchsten Tönen gelobt: "Sie macht ihren Job besser als viele andere. Sie ist toll. Sie lacht, ist für jeden Spaß zu haben und immer da", schreibt diese im Netz. Der Anlass für das Statement ist allerdings ein trauriger.

Immer wieder werde Daneljan im Geschäft angegangen, erzählt die Ladenbetreiberin im Gespräch mit inFranken.de - etwa wie zuletzt am Mittwoch (29. April 2026). Dabei gehe es immer um Fehler in Aussprache oder Grammatik - am Mittwoch sei der Grund die falsche Verwendung von Artikeln gewesen. Ihre Chefin hat dazu eine klare Meinung: "Fehler in einer Fremdsprache sind kein Zeichen von Schwäche. Respektlosigkeit schon!" Von dem jüngsten Vorfall sei sie "entsetzt" gewesen.

"Hat sie wirklich getroffen": Statement von Hofer Geschäft löst Welle an Solidarität aus

Der Beitrag, den Sabrina Mölter im Anschluss verfasst, schlägt Wellen: Mehr als 700 Menschen drücken auf "Gefällt mir", in den Kommentaren verteidigen viele die Mitarbeiterin. "Ganz ehrlich: Wer so etwas sagt, sollte vielleicht erst einmal auf sich selbst schauen. Sie macht ihre Arbeit großartig - und vor allem mit Herz", schreibt etwa eine Kundin. "Ich lass mich immer sehr gerne von ihr bedienen, heute erst wieder und es war wie immer alles super. Wer braucht schon der, die, das, wenn die Arbeit passt", lautet ein anderer Kommentar. Auch die klare Haltung der Geschäftsführerin wird mehrfach gelobt.

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Dass die Resonanz so groß ist, hat Mölter nicht erwartet. "Daran sieht man aber, dass es wirklich ein brisantes Thema ist", betont die Geschäftsführerin. Respektloses und unverschämtes Verhalten werde im Einzelhandel immer häufiger, berichtet sie. Zwar habe jeder mal schlechte Laune, diese jedoch an anderen auszulassen, sei nicht in Ordnung.

Schließlich gingen entsprechende Kommentare den Betroffenen nahe. Auch Daneljan habe der Vorfall am Mittwoch beschäftigt: "Sie war einfach wirklich schockiert und hat dann ganz schlimm geweint - es hat sie wirklich getroffen", erzählt ihre Chefin. Zwar habe eine Kundin im Laden den Vorfall mitbekommen und das Verhalten eine "Unverschämtheit genannt" - allerdings erst, als der entsprechende Kunde das Geschäft bereits verlassen hatte. "Es ist schade, dass in dem Moment keiner etwas gesagt hat", betont Mölter.

"Gibt sich größte Mühe": Hofer Geschäft Packwa verteidigt Mitarbeiterin

Daneljan sei zunächst sprachlos gewesen, habe sich dann sogar für ihren Grammatikfehler entschuldigt. "Aber sie kann ja auch nichts dafür und gibt sich größte Mühe. Sie spricht auch wirklich gutes Deutsch", ordnet die Geschäftsführerin ein. Zudem sorge der ein oder andere Versprecher im Arbeitsalltag unter den sechs Mitarbeiterinnen oft für witzige Momente.

Mölters Appell: "Ich würde mir wünschen, dass die Leute die Menschen, die hier arbeiten, genauso behandeln, wie sie selbst behandelt werden wollen."