Die Arbeit bei der Feuerwehr? Das ist doch schnell erklärt: Wenn es brennt - ausrücken. Feuer löschen. Wieder heimgehen. Allein, dass Feuer nicht das einzige Problem ist, dem sich die Feuerwehren im Landkreis Haßberge annehmen (auch im Programm: Überschwemmungen, Sturmschäden, Verkehrsunfälle, Personen- und Tierrettungen aller Art). So ist der reale Einsatz doch nur die nicht planbare Zuspitzung einer ständigen Bereitschaft, die das ganze Jahr über aufrecht erhalten werden muss.

Dabei kommt es neben der Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der Feuerwehrleute vor allem darauf an, dass die Ausrüstung und das Einsatzgerät immer in einwandfreiem Zustand sind. Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Haßfurt - mit 85 Mann Stärke, elf Fahrzeugen und Katastrophenschutzboot eine der größten im Landkreis - kümmert sich seit 2014 hauptamtlich Gerätewart Klaus Grümpel um diese Aufgabe. Außerdem gibt es speziell ausgebildete, ehrenamtliche Feuerwehrleute, die in verschiedenen Teams für die neun Bereiche "Fahrzeuge und Geräte", "Atemschutz", "Bekleidung", "Presse und Öffentlichkeit", "Jugendarbeit", "Kinderfeuerwehr", "Elektro", "EDV" und "Schlauchpflege" organisatorische Aufgaben sowie gegebenenfalls Wartung und Reparatur übernehmen.


In der Atemschutzwerkstatt

Das Team "Atemschutz" wird geleitet von Gerhard Hönig, und als der Fränkische Tag zu Besuch ist, steht der 41-Jährige gerade mit Markus Aigner in der Atemschutzwerkstatt. Die Haßfurter Feuerwehr hat 41 Atemschutzgeräte plus Atemluftflaschen, rund 30 Feuerwehrleute sind als Atemschutzgeräteträger ausgebildet, da lohnt es sich, eine eigene Werkstatt zu unterhalten. Masken etwa, die im Einsatz waren, "müssen wir komplett zerlegen, reinigen, wieder zusammenbauen und komplett prüfen", sagt Hönig.

Kollege Aigner demonstriert das am Prüfstand und zieht eine Maske über die "künstliche Lunge", die Bedingungen wie eines an der Belastungsgrenze arbeitenden Feuerwehrmannes simuliert: Ist die Maske undicht oder beschädigt, wird sie aussortiert. Dann heißt es Fehler suchen und reparieren, gegebenenfalls austauschen. Die Geräte haben verschiedene Wartungsintervalle, etwa die halbjährige Prüfpflicht, die so und so ansteht "egal, ob was war", so Eigner. Hinzu kommt Reinigung und Prüfung nach Übungen und Einsätzen.


Überlebensnotwendig

Die Ausrüstung muss immer "sicher und zuverlässig" sein, sagt Kommandant Martin Volpert. Das ist in erster Linie im Einsatz von großer Bedeutung für den Feuerwehrmann, der das Gerät benutzt. Große Bedeutung heißt: überlebensnotwendig. Atemschutzgeräteträger, die zum Beispiel mit einer undichten Maske in ein brennendes Haus vordringen, wären in größter Not in einer ohnehin schon lebensbedrohlichen Situation. Wenn die Schutzausrüstung versagt, kann das tödlich enden.

Gerätewart Klaus Grümpel unterstützt dabei alle technischen Gruppen der Hauptwache bei ihrer Arbeit und kümmert sich um den gesamten Bereich Elektronik bei der Feuerwehr Haßfurt und den acht Stadtteilgerätehäusern mit ihren jeweils eigenständigen Feuerwehren. Er ist neben Kommandant Martin Volpert eine von zwei hauptamtlichen Kräften, die bei der Stadt Haßfurt für den Bereich Feuerwehrwesen eingestellt wurden, sie übernehmen beide auch Verwaltungsaufgaben. Beide sind übrigens trotzdem auch weiterhin ehrenamtliche Feuerwehrleute: "Nachts ausrücken ist ganz normales Ehrenamt", sagt Volpert.