Vorwurf der Kinderarbeit: Urteil gegen Angelo Kelly gefallen - so hoch ist die Strafe
Autor: Redaktion, Agentur dpa
Haßfurt, Donnerstag, 17. Juni 2021
Angelo Kelly muss für den Auftritt zweier seiner Kinder bei einem Konzert in Dinslaken 500 Euro Bußgeld zahlen. In der Hauptsache trug Kelly aber einen Sieg davon: Der Auftritt seines jüngsten Sohnes William auf der Bühne blieb folgenlos.
- Angelo Kelly vor Gericht wegen des Verdachts der Kinderarbeit
- Urteil in Düsseldorf gefallen: Kelly muss 500 Euro zahlen
- Angelo Kelly sieht dies als "Freispruch"
- In Haßfurt war Kelly zur Zahlung von 3000 Euro verurteilt
- Dieses Urteil wird derzeit beim Oberlandesgericht Bamberg angefochten
Von Tausenden umjubelt stand Angelo Kelly als jüngster Spross der "Kelly Family" in den 1990er auf der Bühne. Jetzt hat der Ex-Kinderstar Ärger mit der Justiz - weil sein kleiner Sohn William abends mehrmals mit ihm aufgetreten ist. Ein erstes Urteil in Düsseldorf ist nun gefallen.
Update vom 17.06.2021, 10.40 Uhr: Verdacht der Kinderarbeit - Urteil gegen Angelo Kelly gefallen
Angelo Kelly (39), berühmt geworden mit der Kelly Family, muss für den Auftritt zweier seiner Kinder bei einem Konzert in Dinslaken 500 Euro Bußgeld berappen. Kellys Anwalt zog den Einspruch gegen den Bescheid am Mittwoch am Düsseldorfer Amtsgericht zurück. Damit ist das Bußgeld rechtskräftig, wie eine Gerichtssprecherin sagte.
Es war wegen einer Formalie fällig geworden: Kelly hatte eine Genehmigung für den Auftritt seiner Kinder bei dem Konzert am 4. Juli 2019 beantragt. Diese war von den Behörden auch erteilt, aber nicht rechtzeitig zugestellt worden und lag am Abend des Auftritts noch nicht vor. Damit hätten sie nicht auftreten dürfen.
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In der Hauptsache trug Kelly aber einen Sieg davon: Der Auftritt seines jüngsten Sohnes William auf der Bühne blieb folgenlos. Das Verfahren um ein Bußgeld in Höhe von 2000 Euro wurde eingestellt. Es sei unklar, ob es sich dabei tatsächlich um ein Dienstverhältnis im Sinne des Jugendarbeitsschutzgesetzes gehandelt habe, so das Gericht. Nach Aussage von Kellys Anwalt dauerte der Auftritt ein bis drei Minuten.
"Nur auf der Bühne sein ist keine Beschäftigung", hatte Kellys Anwalt Marcus Sonnenschein argumentiert. Dies hätten inzwischen eine ganze Reihe von Behörden und Gerichten in Deutschland bestätigt. Einzige Ausnahme sei das Amtsgericht im bayerischen Haßfurt gewesen - das Urteil werde derzeit beim Oberlandesgericht Bamberg angefochten.
In Haßfurt war Kelly zur Zahlung von 3000 Euro verurteilt worden. In Bayern soll der damals vierjährige William mindestens 30 Minuten auf der Bühne musiziert haben. Der Fall sei ein "Paradebeispiel" für einen Verstoß gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz, hatte der Richter dort entschieden.