Tierheim soll bei Zell gebaut werden
Autor: Andreas Lösch
Zell am Ebersberg, Mittwoch, 23. April 2014
In der seit Jahren andauernden Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Tierheim bahnt sich eine Lösung an. Eine ehemalige Gärtnerei bei Zell am Ebersberg scheint für die Pläne des Landkreises Haßberge passend zu sein.
Jetzt aber! Oder doch wieder nicht? Allem Anschein nach ist die lange (und mehrfach gescheiterte) Suche nach einem geeigneten Standort für ein Tierheim im Landkreis Haßberge zu Ende. Wie Landrat Rudolf Handwerker (CSU) gestern gegenüber unserer Zeitung erklärte, sei man in Zell am Ebersberg auf eine mögliche Lösung gestoßen. "Wir haben einen geeigneten Standort gefunden", sagte auch Pressesprecherin Monika Göhr. Das dortige Grundstück einer ehemaligen Gärtnerei habe der Landkreis Haßberge bereits gekauft.
Zustimmung signalisiert
In trockenen Tüchern ist der Neubau eines Tierheims auf diesem Grund freilich noch nicht. Aber die Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis haben bereits größtenteils ihre Zustimmung signalisiert, einen laut Schätzungen rund 1,2 Millionen teuren Tierheimneubau mitzufinanzieren.
1#googleAds#100x100 Bei einer (nichtöffentlichen) Bürgermeisterdienstbesprechung haben die Entscheidungsträger im Landkreis vor kurzem die vorgeschlagene Lösung dem Vernehmen nach für gut befunden. Auf die Kommunen soll ein Betrag von eine Millionen Euro umgelegt werden (abhängig von der Einwohnerzahl), den Rest übernimmt der Landkreis.
Mehrfach gescheitert
Aber beschlossen ist die Sache noch nicht: Am kommenden Montag berät noch der Kreistag im Landratsamt in Haßfurt das Thema und muss zum Beispiel dem Grundstückskauf zustimmen. Wenn alles glatt läuft, kann der Bau des Tierheims noch in diesem Jahr beginnen. Wenn... denn schon mehrfach ist das Projekt in den vergangenen Jahren gescheitert. Seit dem Ende des Tierheims in Haßfurt gibt es keine hinreichende Fundtierbetreuung mehr.
Zuletzt wurde sie von Tierheimen in Nachbarlandkreisen übernommen.
Das Tierheim in Haßfurt war wegen gravierender Mängel im Jahr 2011 durch das Veterinäramt geschlossen worden. Alle Versuche, die Fundtierbetreuung wieder aufzubauen, scheiterten seitdem.
Verantwortlich für die Fundtiere sind normalerweise die Städte und Gemeinden. Die aber hatten vor Jahren die Aufgabe an den Landkreis übertragen, der dann die Fundtierbetreuung unter finanzieller Beteiligung der Kommunen organisierte. Das Tierheim wurde bis zur Schließung im Jahr 2011 vom Tierschutzverein Haßfurt Stadt und Land betrieben.
Keine Dauerlösung
Die im Jahr 2008 gegründete Tierschutzinitiative (TI) Haßberge sprang nach der Schließung ein und übernahm die Fundtierbetreuung provisorisch in Oberschwappach.
Ende 2012 verlängerte die TI den Vertrag aber nicht, da die Betreuung auf dem Hof der Vorsitzenden Britta Merkel mitten im Ort auf Dauer keine Lösung war.
Die TI erhöhte damit den Druck auf das Landratsamt, das immer noch keine Lösung anbieten konnte. Die anfangs angedachte Renovierung des Tierheims Haßfurt wurde von der TI abgelehnt (unter anderem zu wenig Auslaufmöglichkeiten für Hunde). Der geplante Kauf einer Mühle bei Wonfurt scheiterte quasi in letzter Minute, und die Idee, auf einem städtischen Grundstück nahe des Haßfurter Stadtteils Sylbach zu bauen, rief bei der dortigen Bevölkerung massive Proteste hervor.
Der Bürgermeister der Stadt Haßfurt, Rudi Eck (parteilos), sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass er die nun bei Zell am Ebersberg ins Auge gefassten Pläne für vielversprechend hält, soweit er das beurteilen könne.
"So konkret war es noch nie", erklärte er.
Die Pressesprecherin der TI Haßberge, Karin Kraus, erklärte, dass ihr Verein das jetzt gefundene Grundstück für geeignet hält und die TI weiter als potenzieller Betreiber eines neuen Tierheims zur Verfügung stehe.
Freude hält sich (noch) in Grenzen
Das Grundstück liegt etwas außerhalb der Ortschaft, zum nächsten Wohngebiet sind es etwa 500 Meter Luftlinie. Vieles deutet darauf hin, dass der Landkreis Haßberge mit diesem Vorstoß endlich Erfolg haben wird. Allerdings sind die Beteiligten nach den gescheiterten Versuchen in den vergangenen Jahren vorsichtig geworden: "Wir freuen uns tatsächlich erst, wenn es in trockenen Tüchern ist", sagte Kraus.