Leere Hotelbetten in Freiburg - Eltmanner Volleyballer feiern die Meisterschaft

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Feuer frei! Die Heitec Volleys Eltmann feiern den 3:1-Sieg in Freiburg und die Meisterschaft der zweiten Bundesliga mit der obligatorischen Sektdusche. Fotos: Werner Haala
Feuer frei! Die Heitec Volleys Eltmann feiern den 3:1-Sieg in Freiburg und die Meisterschaft der zweiten Bundesliga mit der obligatorischen Sektdusche.  Fotos: Werner Haala
Nach dem Verlust des ersten Satzes drehten die Heitec Volleys auf und siegten bei der FT Freiburg 3:1.
Nach dem Verlust des ersten Satzes drehten die Heitec Volleys auf und siegten bei der FT Freiburg 3:1.
 
Da ist das Ding: Eltmann sichert sich den Meisterschaftspokal.
Da ist das Ding: Eltmann sichert sich den Meisterschaftspokal.
 

Nach dem 3:1-Sieg in Freiburg ziehen die Heitec Volleys Eltmann durch die Freiburger Innenstadt. Die Hotelkosten hätte sich die Mannschaft sparen können.

Jetzt ist es amtlich: Die Heitec Volleys Eltmann sind Meister der zweiten Volleyballliga Süd - und werden wahrscheinlich in die erste Bundesliga aufsteigen. Der 3:1-Sieg bei der FT Freiburg bedeutete den zweiten Titel innerhalb von drei Jahren. Vor über 1000 Zuschauern nahm Eltmanns Kapitän Basti Richter den Meisterpokal von Frido Gutknecht, dem Marketing-Manager der Volleyball-Bundesliga, in Empfang. Zurück in der Heimat trug sich die Mannschaft ins Goldene Buch der Stadt ein.

FT Freiburg - Heitec Volleys Eltmann 1:3

25:17, 14:25, 21:25, 20:25 In eigens angefertigten Meister-T-Shirts feierten die Eltmanner den Titel im Hexenkessel Burdahalle frenetisch mit hoch emotionalen Jubelstürmen sowie den obligatorischen Sekt- und Bierduschen. Anschließend folgte ein Partymarathon durch die Clubs und Diskotheken der Freiburger Innenstadt bis in die frühen Morgenstunden. David Strobel, als ehemaliger Freiburger Spieler bestens vertraut mit den Locations, gestand: "Eigentlich hätten wir kein Hotel buchen müssen. Ein Bett hat in dieser Nacht niemand gebraucht."

Mittendrin im Trubel war Cheftrainer Marco Donat. Total aufgelöst und mit jeder Menge Adrenalin in den Adern, gestand er nach der stressigen Punkterunde: "Ich bin überglücklich. Vor der Saison haben wir uns weit aus dem Fenster gelehnt, als wir klar gesagt haben, dass wir Meister werden und ins Volleyball-Oberhaus aufsteigen wollen. Dieses gewagte Statement haben wir nervenstark bestätigt. Ich bin deshalb megastolz auf alle Spieler, die komplett an einem Strang gezogen haben und an das Umfeld, das uns fantastisch unterstützte. Wie in einem Hollywood-Blockbuster haben wir eine perfekte Performance gezeigt, schwach angefangen und ultrastark aufgehört."

Selbstkritisch gibt Donat, für den die Meisterschaft ein bedeutender Höhepunkt seiner jungen Trainerkarriere ist, zu: "Wir waren nicht die Übermannschaft. Wir mussten uns jeden Sieg hart erarbeiten. Jeder wollte gegen uns gewinnen. Aber wir behielten immer die Ruhe, haben uns in allen Bereichen gesteigert und je länger die Saison dauerte, desto besser wurde die Mentalität meiner Spieler."

In einem ersten Fazit unterstrich er: "Besonders in Erinnerung bleiben mir unser erstliga-reifer Auftritt beim 3:0-Erfolg in Schwaig und wie wir in eigener Halle ein schon verlorenen geglaubtes Spiel gegen Unterhaching nach einem 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg verwandelten. Auch der 3:2-Sieg zu Hause gegen unseren schärfsten Verfolger TSV Grafing war allererste Sahne."

Doch das ist im Grunde schon wieder Schnee von gestern. Denn bereits am Montag beginnt für den Erfolgscoach Marco Donat die knüppelharte Vorbereitung auf die erste Liga. Noch in dieser Woche kommen verschiedene Kandidaten zum Probetraining. Parallel dazu laufen die Verhandlungen mit Neuverpflichtungen.

"Gänsehaut am ganzen Körper"

Auch für Manager Rolf Werner, der im Hintergrund die Fäden zog, war die feierliche Pokalübergabe überwältigend: "Wir wussten zwar, dass uns der Titel nicht mehr zu nehmen war. Aber wenn man das Ding dann in den Händen hält, bekommt man am ganzen Körper Gänsehaut. Einfach ergreifend und erleichternd, wenn die ganze Last von den Schultern fällt. Ich habe über die komplette Saison mit unserem Team mitgefiebert und gelitten. Aber es ist schließlich ein fantastisches Gefühl und eine besondere Genugtuung, wenn alle selbst gesteckten Ziele in Erfüllung gehen."

Besonders gefreut hat sich der Architekt der Erfolgsgeschichte über das faire Verhalten des Freiburger Publikums bei der Siegerehrung: "Für die Fans war das nicht einfach, uns zu zujubeln, während ihr Team in die dritte Liga abgestiegen ist. Deswegen ein dickes Kompliment an die Badener, die mir ehrlich leid tun mit diesen außergewöhnlichen Zuschauern. Ein großer Verlust für die zweite Liga."

Die unglaubliche Atmosphäre im brodelnden Freiburger Hexenkessel Burdahalle hatte vor allem im ersten Satz ihren Höhepunkt. Von ihren lautstarken Anhängern nach vorne gepeitscht, fegten die wie entfesselt spielenden Freiburger den bereits feststehenden Titelgewinner vom Parkett. Über 8:14, 11:17 und 14:21 gingen die wie paralysiert wirkenden Eltmänner regelrecht unter.

Doch der Meister ließ die Schmach nicht auf sich sitzen, demonstrierte seine Comeback- Qualitäten und fightete gnadenlos zurück. Im zweiten Durchgang machten die Heitec Volleys über 8:2, 12:6 und 18:9 schnell den Sack zu. Etwas ausgeglichener verlief der dritten Satz. Bis zum 7:8 hielten die Gastgeber mit, kamen noch einmal bedrohlich auf 19:21 heran, mussten schließlich aber die Überlegenheit der Heitec Volleys anerkennen. Im finalen vierten Satz legten die Unterfranken schnell mit 8:3 und 11:4 vor, ließen aber bis zum 15:14 ein wenig die Zügel schleifen. Danach schalten sie einen Gang hoch und fuhren souverän die Ernte ein. Heitec Volleys Eltmann: Couchman, Engel, Peta, Richter, Kolbe, Schmitt, Krüger, Kellermann, Werner, Stoyanov, Wacek, Bibrack, Strobel - Trainer Marco Donat, Co-Trainer Marco Knauer.