Dass es in Begegnungen zwischen Spitzenreiter und Schlusslicht nicht immer so verläuft, wie es der Tabellenstand erwarten lässt, wurde am Freitagabend im Haßfurter Eisstadion deutlich. Zwar behielten die Hawks letztlich deutlich mit drei Toren Unterschied die Oberhand gegen die Wölfe des VER Selb 1b. Beim 4:1-Erfolg mühte sich der Favorit aber mehr, als es sich die diesmal nur 277 Zuschauer erhofft haben. Von einem zweiten Schützenfest wie im Hinspiel waren ESC-Kapitän Christian Dietrich und Co. weit entfernt.

ESC Haßfurt - VER Selb 1b 4:1 (1:0, 1:0, 2:1) "Ja, das war ein zäher Sieg", hatte auch Martin Reichert ein "sehr schwieriges Spiel" gesehen, welches "nicht schön anzuschauen" war. "Aber das muss man auch einmal ertragen", fügte Haßfurts Trainer hinzu. Den positiven Aspekt der Partie wollte er dagegen nicht kleinreden, schließlich gab es "am Schluss auch drei Punkte". Ihm war bewusst, gegen die noch sieg- und punktlosen Selber "unbedingt gewinnen" zu müssen. "Und dass wir gewinnen, war denke ich zu keiner Zeit eine Frage." Insgesamt war es jedoch "ein Spiel mit wenig Emotionen. Vielleicht war auch die Einstellung nicht ganz bei 100 Prozent", räumte der Sylbacher ein.

Neu zusammengestellte Reihen

Die vier durch den Ausfall von Georg Lang ziemlich durcheinander gewürfelten Angriffsreihen der Hawks fanden gegen die lediglich mit elf Feldspielern angereisten Oberfranken jedoch erst gegen Ende des ersten Abschnitts erstmals ein Mittel, um den Puck im Tor unterzubringen. Michal Babkovic traf auf Zuspiel von David Franek ins Schwarze (17.). In derselben Konstellation erhöhten die Hausherren in der 25. Minute auf 2:0 und hätten in der Folgezeit das Ergebnis in die Höhe schrauben können, wäre nicht Selbs Schlussmann Radek Uhrin über sich hinausgewachsen. Bei gefühlten 80 Prozent Puckbesitz flogen dem 21-Jährigen Tschechen die Scheiben buchstäblich um die Ohren.

Vor allem seine Landsleute auf Haßfurter Seite, Jakub Sramek, Jan Trübenekr oder Daniel Hora, fanden aber beim Dauerbeschuss keine Lücke. Entweder wehrte der zum Spieler des Abends gewählte Uhrin mit irgendeinem Körperteil die Scheibe noch ab, oder sie blieb bereits bei seinen Vorderleuten hängen, die mit Mann und Maus leidenschaftlich verteidigten.

Auch als Jakub Sramek mit seinem 17. Saisontreffer zu Beginn der letzten 20 Minuten das 3:0 markierte (44.), war der Widerstand der Gäste, die von langjährigen Wölfe-Verteidiger Cory Holden betreut wurden, nicht gebrochen. Im Gegenteil: Der ehemalige Kissinger Kevin Tausend schaffte es tatsächlich, Timo Jung (er kam bereits nach dem ersten Abschnitt für Martin Hildenbrand), zum Ehrentreffer zu überwinden.

Zwar mühte sich der Außenseiter im Anschluss weiter, ein Tor gelang den Gästen aber nicht mehr. Michal Babkovic erhöhte sechs Minuten vor dem Ende vielmehr auf 4:1 und stellte mit seinem ersten Dreierpack in dieser Saison den Endstand her.

Insgesamt nur vier Strafminuten

Eine Tatsache darf nicht unerwähnt bleiben: Hauptschiedsrichter Siegfried Gut schickte auf beiden Seiten lediglich einen Akteur in die Kühlbox, ein Kontrastprogramm zum Strafzeitenfestival ein Woche zuvor gegen den ERSC Amberg.

ESC Haßfurt: Martin Hildenbrand, Jung - Hora, Thebus, Stahl, Max Hildenbrand, Marco Hildenbrand, Marx, Rambacher, Bates - Kurz, Trübenekr, Babkovic, Franek, Sramek, Hümmer, Dietrich, Stach, Zösch, Kratschmer, Breyer, Vollert / SR: Gut - Feist/Laudenbach / Zuschauer: 277 / Tore: 1:0 (17.) Babkovic (Franek), 2:0 (25.) Babkovic (Franek, Zösch), 3:0 (44.) Sramek (Trübenekr), 3:1 (45.) Tausend (Hechtfischer), 4:1 (54.) Babkovic (Franek) 5-4 / Strafzeiten: Haßfurt 2 / Selb 1b 2