Sand ringt um richtige Höhen
Autor: Christian Licha
Sand am Main, Mittwoch, 02. Oktober 2019
Der Gemeinderat beschäftigte sich mit Grundstückseinfriedungen und den Ortstafeln.
Der Sander Gemeinderat befasste sich bei seiner Sitzung am Dienstagabend wieder einmal mit der Maximalhöhe von Grundstückseinfriedungen. Derzeit häufen sich Anfragen und Anträge, bei denen die festgesetzte Maximalhöhe von 1,60 Metern oft weit überstiegen wird. Der Grundsatzbeschluss aus dem Jahre 2016, der diese Regelung beinhaltet, wurde jüngst wiederholt infrage gestellt, um Antragstellern höhere Einfriedungen zuzugestehen. Die Verwaltung ist jedoch an den Grundsatzbeschluss gebunden und kann Anträge mit höher geplanten Mauern nur als Ablehnung vorschlagen. Bürgermeister Bernhard Ruß (SPD) schlug vor, das Thema in der kommenden Bürgerversammlung zu behandeln und in der nächsten Gemeinderatssitzung eine praktikable Lösung zu finden. Nach einer lebhaften Diskussion stimmten die Gemeinderatsmitglieder zu.
Um die anstehenden Abrechnungen der "Unteren Länge" und nach Fertigstellung der "Oberen Länge" vorzubereiten, wurde auch die bestehende, über 40 Jahre alte Erschließungsbeitragssatzung durch die Verwaltung geprüft. Um die Satzung der aktuellen Rechtssprechung anzupassen, stimmte der Gemeinderat zu, entsprechende Änderungen vorzunehmen, die zum Beispiel die Straßenbreite oder kombinierte Geh- und Radwege betreffen. Die neue Satzung wurde nach dem Muster des Bayerischen Gemeindetages erstellt und gilt demnach als rechtssicher.
Ebenfalls verabschiedet wurde eine Vorkaufsrechtssatzung, die der Gemeinde ermöglicht, bei einem Grundstücksverkauf zum Zuge zu kommen. Bürgermeister Ruß stellte klar, dass die Gemeinde keineswegs alle Grundstücke kaufen werde, sondern nur die, an denen ein gemeindliches Interesse bestehe. Außerdem ist der Geltungsbereich der Satzung auf ein abgegrenztes Gebiet beschränkt, das dem Altort entspricht. Gerade dort befinden sich zahlreiche öffentliche Einrichtungen, für die Erweiterungsflächen und Flächen für eine mögliche Neuansiedelung weiterer Einrichtungen wünschenswert wären.
Zur Diskussion über Kunststoffgranulat als Füllmaterial für Kunstrasenplätze informierte Bürgermeister Ruß über die Kosten für die jährliche Grundreinigung des Sander Platzes. Für das herkömmliche Trockenreinigungsverfahren müssen rund 2600 Euro aufgebracht werden, während eine Nassreinigung mit gut 3800 Euro zu Buche schlagen würde.
In der letzten Bauausschusssitzung hatte Gemeinderat Bastian Hümmer darauf aufmerksam gemacht, dass die Beschriftung an den Ortseingangstafeln nicht korrekt sei. An den Tafeln von Limbach kommend und am Kreisel Richtung Knetzgau ist der Ortsname Sand aufgebracht. Die korrekte Bezeichnung ist aber Sand a. Main. Das Staatlichen Bauamt Schweinfurt wurde hierüber informiert und sagte den baldigen Austausch der Ortseingangstafeln zu.
Zum aktuellen Stand der Klärschlammentsorgung im Landkreis informierte Bürgermeister Ruß, der Geschäftsführer des Gemeinschaftskraftwerks Schweinfurt (GKS), Ragnar Warnecke, habe mitgeteilt hat, dass die thermische Verwertung in Schweinfurt den Kommunen aus dem Landkreis Haßberge 2020 nichts kosten werde. Außerdem werde der Preis in der Folgezeit stets 50 Euro/Tonne betragen und damit unter dem marktüblichen Preis (derzeit zwischen 70 und 80 Euro) liegen. Bei den derzeit geschätzten Trocknungs- und Transportkosten von Hofheim nach Schweinfurt von circa 100 Euro je Tonne lägen die Kommunen in einem günstigen Bereich der Entsorgung, sagte Ruß. Daneben sei eine spätere Phosphorrückgewinnung am GKS realistischerweise wirtschaftlich eher zu betreiben als auf eigenen Anlagen.