Eine Sitzung des Stadtrates ist wohl leichter zu leiten, als wenn man wissbegierigen Kindern etwas vortragen muss. Zu dieser Erkenntnis werden Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) und Stefan Hofmann vom Bauamt der Stadt Ebern am Mittwoch gelangt sein, als sie Grundschülern, die im Kujathhaus zur Mittagsbetreuung sind, ihr künftiges Domizil vorstellten.

Das Kujathhaus in der Walk-Strasser-Anlage in Ebern, in dem die Mittagsbetreuung für die Grundschule aktuell noch stattfindet, ist in die Jahre gekommen. Seit geraumer Zeit wurde überlegt und geplant. Nunmehr steht fest, dass das alte Gebäude abgerissen und an gleicher Stelle eine neues erstellt werden soll. Über die Bauweise, es handelt sich um einen "rechteckigen Kasten", der als Zweckbau gestaltet wird, gehen die Meinungen in der Bevölkerung auseinander.


Ein "Planspiel"

Ein Teil der "künftigen Nutzer" und deren Betreuerinnen waren am Mittwochmittag in den Rathaussaal gekommen, um zu hören, was sie nach dem Neubau erwartet. Während ein Großteil der Buben und Mädchen frisch drauflos plapperte und nicht unbedingt bei der Sache war, zeigte sich der siebenjährige Jakob aus Eber, als aufmerksamer Zuhörer. "Im alten Kujathhaus gefällt es mir eigentlich ganz gut", sagte er, gespannt in Erwartung, was er vom Bürgermeister zu hören bekommen würde.

Das "Planspiel", mit dem die neuen Räume erläutert wurden, waren bei den Kindern nicht so "der Renner." "Ein Schwimmbad", kam es aus den Reihen der Kinder, als Hofmann einen Plan an die Leinwand warf, auf dem die Fläche für das neue Haus in blauer Farbe eingezeichnet ist. Daneben geraten!
Ein "Hurra" war allerdings zu hören, als der Mann von er Stadtverwaltung sagte, dass es im neuen Haus einen Aufzug geben wird.


Mit Fragen bombardiert

Richtig aufmerksam wurden die Kinder eigentlich erst, als "Bilder" vom künftigen neuen Haus auf der Leinwand auftauchten. Viel Geduld war beim Stadtoberhaupt und seinem Bauamtsmitarbeiter Stefan Hofmann gefragt, denn immer wieder wurden ihre Ausführungen durch Fragen der Kinder unterbrochen.

Hier ein kleiner Auszug aus dem bunt gewürfelten Fragenkatalog: "Kommt da auch ein Flachbildschirm rein?", "Kann man beim Mittagessen Fernsehen?", "Gibt es einen Schuppen für Spielsachen draußen?", "Gibt es ein Fußballfeld" oder "Und wo kann man spielen?"

Einige der Fragen (zum Beispiel die mit dem Fernsehen beim Mittagessen) musste der Bürgermeister mit "Nein" beantworten, andere versuchte er "kindgerecht" zu erläutern. Wie soll das neue Haus heißen? "Kujathhaus 2.0", "Kinderhaus", "Spielhaus" oder "Das coole Haus", waren Vorschläge der Kinder.
Und was sagte der siebenjährige Jakob nachdem er alles gehört und gesehen hat? "Das neue Kujathhaus wird vielleicht größer und ich bin gespannt wie es ausschaut, wenn es fertig ist." Fertig soll es möglichst bald werden, versprach der Bürgermeister. Konkreter wurde er da aber nicht.