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Liebe, die unter die Haut geht


Autor: Christiane Reuther

Knetzgau, Montag, 13. Februar 2017

Zum Valentinstag beschäftigte sich die "Sinnzeit" in Knetzgau mit besonderer Symbolik.
Christoph Häckers Tattoo. Bei der Sinnzeit in Knetzgau erklärte die Symbolik.


"Liebe, die unter die Haut geht" hieß es am Sonntagabend bei der "Sinnzeit" in der Pfarrkirche in Knetzgau. Passend zum "Valentinstag" hatten die beiden "Sinnzeit"-Gestalter Katrin Schauer und Johannes Simon das Ehepaar Mirjam und Christoph Häcker eingeladen, die sich aus gegebenem Anlass ein Tattoo haben stechen lassen.

Die geistliche Stunde, die einmal im Monat abwechselnd in Knetzgau und Ebern stattfindet, bereicherte das Duo Sophia Weinberger und Tobias Hümpfner für alle, die in Liebe, Partnerschaft und Freundschaft, alleine oder mit dem Lieblingsmenschen in das Gotteshaus gekommen waren, musikalisch. Die "Sinnzeit" ist ein besonderes Gottesdienstangebot der katholischen Familienseelsorge im Dekanat Haßberge - jedoch nicht nur für katholische Christen. Es ist ein "Gottesdienst für Zweifler, Ungläubige und andere gute Christen".


Mehr als ein Modetrend

Sieben Jahre lang hatte sich Christoph Häcker mit dem Gedanken getragen: "Ich möchte mich tätowieren lassen". Ein Tattoo bedeutet für den Maschinenbautechniker aus Laudenbach bei Karlstadt mehr als nur einen momentanen Modetrend: "Es ist eine tiefe Symbolik, ein Talisman für mich".

Der zehnte Hochzeitstag vor einem Jahr sollte dann den langgehegten Wunsch - ein Tattoo am linken Oberarm - des 40-Jährigen erfüllen. "Das letzte Jahr hatte uns eine schwere Zeit beschert", erzählte Christoph Häcker, der in dieser Zeit erkannte: "Das Wertvollste ist meine Familie, meine wunderbare Frau und meine beiden Kinder Klara und Franz."

So war das Motiv für das Tattoo schnell klar: "Eine Kompassrose, deren vier Windrichtungen die Anfangsbuchstaben F-K-M-C seiner Liebsten aufweist, und einen Anker als Familien-Hafen".
Seine ebenfalls eingeladene Frau Mirjam, die Nichte von Pastoralreferent Johannes Simon, konnte krankheitsbedingt nicht dabei sein. Ihr Tattoo-Motiv ist eine Unendlichkeitsschleife, der Beweis für die Verbundenheit mit den Kindern und mit dem Partner.


Tiefe Verbundenheit

Wie bei Mirjam und Christoph Häcker, die mit dem Tattoo ein Zeichen ihrer tiefen Verbundenheit gesetzt haben, so gehe auch die Liebe Gottes tief unter die Haut, sagten Johannes Simon und Katrin Schauer. In der Bibel ist bei Jesaja im 49. Kapitel zu lesen: "Ich habe dich in meine Hand geschrieben".

Auch Johannes Simon hat selbst schon mal, wie er schilderte, den einen oder anderen Namen in seine Hand geschrieben. Aber meist eher im Zusammenhang mit einer Prüfung. Das Bibelzitat ist für Simon eindeutig mehr als ein Spickzettel. Es sei die Zusage Gottes, alle Menschen auf seiner Liste zu haben. Gott stehe zu jedem mit seinen Schwächen und Stärken. So sei jeder einzelne fest in Gottes liebender Hand gehalten: "Wie ein Tattoo - wetterbeständig und wasser- und wischfest eingezeichnet".

Nach dem Gottesdienst erteilten Katrin Schauer und Johannes Simon für jeden Besucher einen persönlichen Segenszuspruch. Als persönliches Präsent gab es eine "kleine Streicheleinheit für die Haut".