"Jetzt geht es rund", unter diesem Motto stand die Sinnzeit am Valentinstag in der vollbesetzten Knetzgauer Pfarrkirche. Viele Besucher aus nah und fern waren am Sonntagabend gekommen, um sich gemeinsam mit den beiden Sinnzeit-Gestaltern Katrin Fuchs und Johannes Simon Gedanken zu machen, wo es im Leben jedes einzelnen rund geht. Eine atemberaubende Performance und stimmungsvolle Lieder zum Thema Liebe, vorgetragen von Sophia Weinberger und Tobias Hümpfner, trugen dazu bei, den "Gottesdienst für Zweifler, Ungläubige und andere gute Christen" zu einem besonderen Erlebnis zu machen. Die "Sinnzeit" ist ein besonderes Gottesdienst-Angebot der Familienseelsorge des katholischen Dekanats Haßberge.


Zeit nehmen

Anrufe, Aufgaben oder Nachrichten, die volle Aufmerksamkeit fordern, dies würde wohl jeder kennen, wie Johannes Simon den Zuhörern vor Augen führte.
Das "Kopfkino" würde zwar zeigen, dass man sich einfach mal Zeit nehmen müsste für einen geliebten Menschen, wenn da nicht der Termindruck wäre. Und schon würde das Karussell der Gefühle und Argumente anfahren, dass man ja eine verlässliche Arbeit mache, aber man sich die Frage stellen müsse: "Wo bleibt da noch Zeit für freundschaftliche Kontakte?"

Ein Besuch der Ausstellung "Freundschaft" ließ den Sinnzeitgestalter im vergangenen Herbst neu entdecken, wie Menschen in einem mehr oder weniger großen Netz von Beziehungen leben. Dankbar, nicht allein unterwegs zu sein - Simon teilt mehr als die Hälfte seines Lebens mit seiner Frau Annerose - wisse er um den Schatz von Arbeitsfreunden, Kolleginnen und Kollegen, Menschen, deren Rat und Einschätzung ihm wichtig sind. Und sogar seinen lebenslangen Freund Markus, ein Teddybär, der ihm in die Wiege gelegt wurde, bezeichnete Simon als einen "imaginären Freund im Kleinkind-Alter", der ihm half, ins Leben hineinzuwachsen und der auch einen besonderen Platz bekam, um die Sinnzeit im Altarraum mit verfolgen zu dürfen.


Gott als unsichtbarer Freund

Aber auch Gott sei für den Pastoralreferenten ein "unsichtbarer Freund", dem man sich als Lebensbegleiter in schwierigen und alltäglichen Fragen öffnen und anvertrauen könne. Denn schon in der Frohen Botschaft des Johannes, wie es Katrin Fuchs vorgelesen hatte, steht geschrieben: "Das ist mein Gebot, liebt einander so wie ich euch geliebt habe". In Gottes bedingungsloser Liebe geborgen, könne sich jeder aufmachen, das Abenteuer eines Lebens für andere und mit anderen zu wagen. So war es auch der Wunsch von Johannes Simon, dass sich die Zuhörer an die Liebe Gottes als Geschenk in besonderen Augenblicken erinnern mögen. Denn wie ein Ring kein Anfang und keine Ende hat, so sei es auch mit Gottes Liebe.

Da passte es gut, dass das Schweinfurter Duo "Firlefanz" mit Silke und Matthias Ebert eine tolle Performance gab. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von der akrobatischen Einlage. Diese führte Silke Ebert an einem herabhängenden Ring im Altarraum vor. Mit Hilfe von einem "akrobatischen Beamer" erzeugte Matthias Ebert in der dunklen Kirche zudem Lichteffekte, die zentrale Worte und Symbole rund um das Thema "Liebe" projizierten. So war von vielen Besuchern am Ende einer außergewöhnlichen Sinnzeit zu hören: "Das war heute einmalig".

Im Anschluss an den Gottesdienst erteilten Katrin Fuchs und Johannes Simon für jeden Besucher einen persönlichen Segenszuspruch. Auch ein kleines Geschenk in Form eines Fingerringes wartete auf die Besucher.