Die Untermerzbacher Faschingshymne ließ den voll besetzten Nembach-Saal am Freitag und Samstagabend erbeben: "Ja dann is in Merzbach Fasching, a jeder ruft Helau, zieht sana Ringlsöckla a und dann geht´s ab wie d´sau.." Die Bunten Abende waren für die Organisatoren ein voller Erfolg. Tanzeinlagen, Sketche und Büttenreden ließen die beiden Aufführungen wie im Flug vergehen.

Mit tatkräftiger Unterstützung durch den VfL Untermerzbach, die Feuerwehr und etliche freiwillige Helfer hatten Astrid Schwappach, Carolin Schulz, Marion Stammberger, Carola Weiß-Schilling und Joachim Büchner ein abwechslungsreiches, amüsantes, bunt gemischtes Programm auf die Beine gestellt.


Mit Schwung und Tanz

Charmant und unterhaltsam führte Armin Nembach durch die beiden Abende. Die Zuschauer durften beim "Jäger aus Kurpfalz" und dem "Letzten Cowboy aus Gütersloh" von seinen Gitarrenkünsten kosten, mit denen er sonst im Nürnberger Raum als "blinder Barde" Furore macht.

Um den Faschingsnachwuchs, dies beweisen die Bunten Abende, braucht man sich in Untermerzbach keine Sorgen machen. Gleich zwei Tanzgruppen des VfL Untermerzbach wirbelten über die Bühne. Bei den "Wild Cats" klappte alles "Von allein" (Culcha Candela), während die etwas Älteren "Funky Girls" ihr "Pokerface" aufsetzten und auch im zweiten Teil des Abends als Cheerleader zu "Uptown Funk" reichlich Stimmung aufkommen ließen.


Ein Lümmel in der Schule

Vor drei Jahren hat er sich mit zwölf Jahren zum ersten Mal getraut, dieses Mal stand er als junger Mann in der Bütt: Max Stammberger. Durch die Schilderungen seiner flegelhaften Schullaufbahn hatte er viele Lacher auf seiner Seite. Als stotternder Stallknecht sah man Max später noch einmal, als er versuchte, seinem Chef, dem "Bauer Felix" (Dieter Reisenweber), zu vermitteln, warum die Hühner so ganz und gar nicht in ihrem Stall bleiben wollten.

Außerdem begegneten den Gästen zwei Mönche (Linda Toni und Carolin Schulz) auf Wanderschaft, die mittels des frisch gekelterten "Merzbacher Tafelglücks" für Kurzweil sorgten.


Spott mit dem Pflegeheim

Dass in der Pflege weder Zeit noch Geld vorhanden ist, stellte der Gesangsverein Untermerzbach in einer Slapstick-Einlage zur Schau. So musste unter den Insassen des Altersheimes, angeführt von der mit Trillerpfeife bewaffneten, resoluten, dauergestressten Schwester Erika, alles geteilt werden: vom Waschlappen bis zur Klo-/Zahnbürste - selbst der Schluck Wasser zum Ausspülen musste weitergereicht werden, sehr zum Vergnügen des Publikums, welches am Ende mit dem Inhalt der jeweiligen Nachttöpfe "beglückt" wurde.

Wie ein Feierabendbier durch ein "Loch im Eimer" gründlich vermiest werden kann, das zeigte Heidelinde Friedlinde Sieglinde (Samuel Zwinkmann), die eigentlich Uschi heißt, aber mit ihrem Karl-Otto (Silke Werner) diverse Kommunikationsschwierigkeiten hatte, so dass der Eimer weder mit Stroh noch sonstigen Utensilien gestopft werden konnte. Begleitet wurden die beiden von der Pianistin Helen Zwinkmann am Flügel.


Witz am Esstisch

Dieses Jahr warteten einige Restaurant-Sketche auf die Zuschauer: So ließen sich die Dorfratschen "Maicheret und Schwester Erika" (Margit Suckert und Astrid Schwappach) von Kellner Bastian Döhler bedienen, um das dörfliche Geschehen mit Maicherets legendärem Fremdwörtermissbrauch unter die Lupe zu nehmen.
Döhler schlug sich später als Kellner mit einer Kundin (Caro Schulz) herum, die eine Tasse Kaffee geordert hatte, wobei das Lokal allerdings nur die Bestellung von Kännchen entgegennimmt.

Lachsalven erntete das Erscheinen von "Bauer-sucht-Frau-Star" Narumol (Dieter Reisenweber), die von Josef (Robert Bohla) anlässlich des dritten Hochzeitstages zum Essen ausgeführt wurde. Doch wurde die feierliche Stimmung durch das geschmacksneutrale Essen und den schnodderigen Kellner Heinrich (Rainer Schramm) stark getrübt, was Narumol ihre geliebten Frühlingsrollen herbeisehnen ließ. Zumindest prophezeiten wenigstens die zum Nachtisch erhaltenen Glückskekse weiterhin rosige Zeiten für das bäuerliche Traumpaar.


Ein Hund am Esstisch

Die meisten werden ihren Augen nicht getraut haben, als plötzlich ein unerwarteter Restaurantgast mit einem Sketch aufwartete: der elegant gekleidete Hund "Moro" saß am Tisch und ließ sich die Speisekarte bringen, bestellte und schnibbelte brav mit Messer und Gabel seine Wurst, um sie anschließend zu vertilgen. Der Saal tobte!
"Moros" Herrin, Pfarrerin Sonja von Aschen war mit ihrem Mann mit von der Partie und gewährte dem Publikum Einblicke in die häusliche Dialogfähigkeit. Irritationen und Unentschlossenheit bei der Bestellung einer Pizza gipfelt für den Gatten der Pfarrerin in der Erkenntnis: Also ,wenn Luther mit seinen 95 Thesen damals genauso entschlussfreudig gewesen wäre wie du, wärest du heute arbeitslos."

Die Postbotin Linda Toni brachte Neuigkeiten vom gemeindlichen Ortsgeschehen. So sei es vor allem ein Trauerspiel, dass das beliebte und stets gut besuchte "Ängerla" in Memmelsdorf nach 17 Jahren mangels Helfern eingestellt würde. Viele würden nur noch feiern wollen, zu wenige mithelfen. Das Publikum erfuhr aber auch, was Bürgermeister Helmut Dietz vergangenes Jahr so richtig in Rage gebracht hatte und warum die Pfarrerin von der Polizei angehalten wurde.

Die Tanzgruppe des TSG Ebensfeld sorgte für rockige und orientalische Tanzeinlagen, bevor die Fußballer des SVM Untermerzbach das Publikum mit ihrer Stewardessen-Show auf die letzte Reise des Abends mitnahmen.
Im Anschluss sorgte DJ Herakles mit seinem umfangreichen musikalischen Repertoire für ausgelassene Stimmung. Ein Genuss, der hoffentlich in zwei Jahren seine Fortführung findet", war die einhellige Meinung der Besucher.