IT-Spezialisten aus Haßfurt sind überall gefragt

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Mit der Berufsfachschule für Technische Assistenten der Informatik in Haßfurt gute Erfahrungen gemacht haben (von links): IT-Fachlehrer Kurt Helbig, die Auszubildenden Christoph Lange aus Schönau ...
In der Haßfurter Berufsschule interviewt Christoph Lange aus Schönau Michael Neumann, der eine Ausbildung zum Fachinformatiker beim Landratsamt Hassfurt absolviert. Links eine Mitarbeiterin ...
 

Technische Assistenten für Informatik mit staatlichem Abschluss werden im zweijährigen Vollzeitunterricht seit Jahren mit Erfolg in der Haßfurter Berufsfachschule für Informations- und Telekommunikationstechnologie (IT) ausgebildet.

"Das sind gefragte Fachleute, die in Betriebe gehen, Netzwerke einrichten und Systeme aufbauen", sagt Oberstudiendirektor Christoph Stumpf vom Staatlichen Beruflichen Schulzentrum der Heinrich-Thein-Schule. Vorhanden sind auf neuestem Stand Netzwerk-, Elektro- und Betriebssystemlabore sowie Computer, um sich fachliches Wissen und technische Fertigkeiten praxisorientiert anzueignen.

Oft ist gar nicht bekannt, dass in nächster Nähe ein solches Berufsausbildungsangebot existiert. In Unterfranken gibt es erst wieder in Würzburg und Obernburg am Main eine solche Fachschule, so Christoph Stumpf.

Die Berufsfachschule in Haßfurt sei die einzige ihrer Art in der Region III und decke die Landkreise Hassberge, Rhön-Grabfeld, die Stadt Schweinfurt und den Landkreis Schweinfurt ab sowie den Kreis Bad Kissingen.

Für den Vollzeit-Schulbesuch ist laut Berufsschuldirektor Christoph Stumpf keine Altersbegrenzung vorgeschrieben. "Die jungen Leute brauchen nur mittlere Reife". Allerdings müssen Anmeldungen zur Aufnahme für dieses Jahr spätestens bis Juli erfolgen.

"Sobald die Auszubildenden als Assistenten fertig sind, haben sie in der Regel bereits einen festen Arbeitsplatz", erklärt Christoph Stumpf. Ein Drittel der erfolgreichen Absolventen macht sich selbständig, eröffnet ein Computergeschäft oder nimmt im IT-Zweig ein Studium auf".

Bereits seit 2004 gibt es offiziell in Haßfurt diese Fachschule. "Am Anfang war die Einrichtung total überlaufen", weiß Christoph Stumpf zu berichten. Die Klassenstärke habe sich aber inzwischen normalisiert, da vermehrt Firmen für das Fachgebiet Ausbildungsplätze anböten. Außerdem reduzierte sich die Zahl der Schulabgänger. Die Auszubildenden werden von kompetenten Lehrern intensiv geschult, so dass die Durchfallquote bei der Staatlichen Prüfung Stumpfs Erfahrungen zufolge sehr gering ist.

Geleitet wird die IT-Abteilung der Berufsschule Haßfurt von Stefan Langer. Einer seiner Fachlehrer heißt Kurt Helbig, der die Begeisterung und den Lerneifer der Auszubildenden lobt. Helbig sagt, dass erfolgreiche Absolventen oft noch den Titel als Fachinformatiker in Betrieben zusätzlich erwerben.

Markus Hebert (18) aus Haßfurt ließ sich von 2009 bis 20011 an der Berufsfachschule Haßfurt ausbilden und ist Assistent für Informatik. Seit Anfang September 2011 macht er eine Anschlussausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration bei einer Firma in Rottendorf bei Würzburg. "Heute verfüge ich über ein fundiertes Basiswissen, daher hat sich die Ausbildung in Haßfurt für mich gelohnt".

"Ich bin auch schon Assistent für Informatik und möchte noch mein Fachabitur machen". Das heißt, der junge Mann, der namentlich nicht genannt werden möchte, studiert noch Informatik und will dann in die freie Wirtschaft. "Mit einem Studium könnte ich in einem Betrieb vielleicht Abteilungsleiter meines Fachbereichs werden. Zumindest aber hätte ich mit einem Studium bessere Aufstiegschancen", sagt der 20-jährige aus Hassfurt.

Christoph Lange aus Schönau in der Rhön besucht dagegen noch die Haßfurter Fachschule. "In der Fachschule lerne ich die Programmiersprache, die Netzwerktechnik und deren Aufbau, die Konfiguration, das Anlegen und Sichern von Datenbanken - alles macht mir unheimlich viel Spaß", sagt der 21-Jährige. Im Juli 2013, nach Abschluss der Fachschule, will er eine weitere Ausbildung zum Fachinformatiker absolvieren im dualen System zwischen Betrieb und Schule. Auch in der Freizeit ist er in seinem beruflichen Fach aktiv. Christoph Lange hält gratis für Interessenten Computerkurse im Hofheimer Mehrgenerationenhaus.
Bei der Ausbildungsbörse 2012 im Berufschulzentrum Haßfurt betätigte er sich als Interviewer, um mit Ausbildungskollegen ein Video zu produzieren. So stand er mit dem Mikrofon zum Beispiel vor dem angehenden Fachinformatiker Michael Neumann am Infostand des Landratsamtes Hassberge, um Neues zu erfahren.

Hoffnungsvoll in die Zukunft blickt auch Julian Hornung aus Kirchaich im Landkreis Hassberge. Der 19-Jährige aus dem 1300 Einwohner-Ort fährt täglich 20 Kilometer mit dem Auto zur Fachschule. Er machte in Eltmann an der Realschule seine mittlere Reife, und ist seit 13. September 2011 Auszubildender im IT-Bereich der Haßfurter Berufsfachschule, an der ihm vor allem das Programmieren viel Freude bereitet. Der computerfixierte Technikfreak konnte schon mit zehn Jahren Netzwerke aufbauen. Einen Virus zu entfernen, sei für ihn heute kein Problem mehr. "Ich habe mich inzwischen auch mit dem Internet auseinandergesetzt und kenne jetzt die Hintergründe des Betriebssystems", erläutert Hornung seine Lernfortschritte in der Haßfurter Fachschule. Julian Hornung sitzt mit 15 Auszubildenden in einer Klasse, wovon zwei Drittel schon zu Schulbeginn fachliche Vorkenntnisse hatten. Als begeisterter Sportler freut er sich, dass zum Unterricht ein Sportprogramm dazu gehört. "Durch Krafttraining entsteht ein Ausgleich und wohl auch eine bessere Teamfähigkeit", ist seine Erfahrung.