Adelheid Waschka trug dem Gemeinderat Untermerzbach ihre bisherigen Erkenntnisse hinsichtlich historischer Aufarbeitung für die Synagoge in Gleusdorf vor. Die Kunsthistorikerin ist Ansprechpartnerin für Städte und Gemeinden. In seiner Sitzung am 7. August hatte der Gemeinderat das Erstellen eines "didaktischen Nutzungskonzeptes" an die Agentur für kulturhistorische Recherchen zum Preis von 11 900 Euro vergeben. "Frau Waschka hat den Auftrag bekommen und nun schon weitreichende Recherchen vorgenommen. Wir sind gespannt, was wir heute von ihr hören", sagte Bürgermeister Helmut Dietz (SPD).
Adelheid Waschka tauchte tief in die Geschichte der Synagoge Gleusdorf ein. Zur Bestandsanalyse führte sie aus, dass eine hohe Qualität an dem Bau vorhanden sei: "Das zeichnet die Synagoge in Gleusdorf aus." Die Werkmeister, die am Bau beteiligt waren, müssten aus der hiesigen Gegend kommen. Dazu seien aber noch Nachforschungen nötig. Die Doppelfenster, die an der Synagoge vorhanden sind, wiesen Gemeinsamkeiten mit denen der Burgenvielfalt der fränkischen Reichsritterschaft auf. Beim Vergleich der Synagoge mit zeitgenössischen Bauwerken gebe es Ähnlichkeiten, so bei Säulen, die auf den Dächern zu sehen sind. Aber auch das "Auge" an den Spitzen der Frontseiten, mit dem die Juden geglaubt hätten, die Sonne einfangen zu können, und die Fugen im Mauerwerk würden sich gleichen.
Waschka zeigte zur Verdeutlichung Bilder von Bauwerken in Bad Staffelstein, die "Bullenhalterei" Mitte des 19. Jahrhunderts oder die Backöfen in Untermerzbach und Gleusdorf. "Die Gleusdorfer Christen haben damals von den Juden viel gelernt. Sie lebten zusammen, gaben sich gegenseitig Wohnraum", sagte Adelheid Waschka. Neun Familien hätten im 19. Jahrhundert eine eigene Regelschule gehabt.
Dass die Baumeister der damaligen Zeit Tolles schufen, machte Waschka an verschiedenen Exponaten mit entsprechenden Fotos deutlich. "In Gleusdorf hat es in der Synagoge einen Hochzeitsstein aus dem 17. Jahrhundert gegeben, den jemand in seine Gartenmauer einbaute. Aber wie ich hörte, können wir diesen Stein wieder für die Synagoge haben", sagte Waschka erfreut.
Bildung und gemeinsame Erziehung hätten 1858 bis 1863 schon eine große Rolle gespielt, wie die Kunsthistorikerin anhand von schriftlichen Aufzeichnungen darlegte. Nach ihren Worten hat die Synagoge einige Alleinstellungsmerkmale, und sie hoffe, dass die IG Synagoge Memmelsdorf/Ufr auch die Trägerschaft für die Synagoge in Gleusdorf übernimmt.


Baugebiet-Erschließung für 473 000 Euro

Für das Baugebiet "Erkel II" in Untermerzbach erfolgte eine Auftragsvergabe zur Erschließung des Teilabschnitts zwei. Mehrere Firmen wurden angeschrieben, der Auftrag wurde dem günstigsten Anbieter, einer Firma aus dem Landkreis Lichtenfels, zum Preis von 473 000 Euro vergeben. "Das liegt im Plan und es ist 5000 Euro günstiger, als wir veranschlagt hatten", erklärte der Bürgermeister.
Die Frage von Gemeinderat Gerald Karl (Bürgerblock, FWG), ob das der Haushalt 2018 hergebe, bejahte Dietz. Eine zentrale Wärmeversorgung für das Baugebiet, wie von Gemeinderat Dieter Reisenweber (CSU) angedacht, sei für diese Einheit jedoch "wirtschaftlich nicht darstellbar", sagte der Bürgermeister.
Mobiliar muss für das Komm und für die Bürgerwerkstatt in Untermerzbach beschafft werden. Möbelstücke, Sitzbänke und ein Regalsystem seien nötig, sagte das Gemeindeoberhaupt. Für die benötigten Gegenstände, die vom Bürgermeister erläutert wurden, bewilligte der Gemeinderat 18 300 Euro.
Der Erweiterung eines Sondergebiets "Tierhaltung Lohhof" im Nachbarlandkreis Coburg erteilte der Gemeinderat das nachbarliche Einvernehmen.
Rederecht erhielt als Zuhörer Werner Weber aus Gleusdorf, der wissen wollte, warum in den Fotokalender, den die Gemeinde aufgelegt hat, nicht die Preisträger des Fotowettbewerbs, die Platz eins und drei erzielten, mit aufgenommen sind. Der Bürgermeister und Verwaltungsleiter Edgar Maier sagten dazu, dass der Kalender schon in Auftrag gegeben und gedruckt worden sei, bevor die Prämierung der Wettbewerbsfotos eingereicht wurden.