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Haßfurt ist Ziel der Freifunker aus ganz Deutschland


Autor: Christian Licha

Haßfurt, Dienstag, 09. Oktober 2018

Zu einem Freifunk-Festival trafen sich am Wochenende über 60 Teilnehmer aus ganz Deutschland im Gasthaus "Meehäusle" in Haßfurt.
Beim Freifunk-Festival im Haßfurter "Meehäusle" wurden unter den Teilnehmern aus ganz Deutschland Erfahrungen ausgetauscht. Auch Organisator Max Wohlfart (links) war von so mancher technischen Umsetzung seiner Kollegen begeistert.Christian Licha


Als Freifunk bezeichnet man die Möglichkeit, sich unterwegs in ein offenes WLAN-Netz einzuloggen, ohne dass es einer Anmeldung bedarf. So gibt es zum Beispiel im Landkreis schon zahlreiche so genannte Hotspots, die den freien Zugang zum Internet ermöglichen, zum Beispiel auch in den Altstädten von Haßfurt und Ebern.

In der virtuellen Welt zuhause

Deutschlandweit ist die Szene in einer Community organisiert. In einzelnen Regionen gibt es darüber hinaus Vereine, wie hier im Landkreis Haßberge der Verein "F3Netze".

Zweck des Treffens war der Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit sich persönlich kennenzulernen, kommuniziert man sonst doch meistens nur im Chat oder per E-Mail. In Fachvorträgen und Workshops wurden zudem Themen näher betrachtet, wie zum Beispiel technische Besonderheiten. Der Spaß kam aber auch nicht zu kurz. So wurden Kurse im Bogenschießen genauso angeboten wie gemütliche DJ-Abende.

Technikbegeisterter Gastwirt

Wie Max Wohlfart als Vorstandsmitglied "F3Netze" erläuterte, ist ein großes Thema unter den Freifunkern die Gemeinnützigkeit. Für den technikbegeisterten Inhaber des Gasthauses "Meehäusle" ist es unverständlich, dass das Finanzamt die Gemeinnützigkeit nicht anerkennt, obwohl der Verein ja nur Gutes für die Allgemeinheit tut.

Das Freifunk-Netz könnte auch viel größer ausgebaut werden, wenn man Firmen, die sich daran beteiligen würden, Spendenquittungen ausstellen könnte, die die Kosten einer Freifunk-Verbindung auffangen würden.

Im Bundestag stehe das Thema zwar schon jahrelang auf der Agenda, aber es gäbe kein Ergebnis bis jetzt. Wenn es zu keiner Einigung kommt, wollen die Freifunker eine Klage vorbereiten lassen und sich ihre Gemeinnützigkeit vor Gericht erstreiten. "Das kann aber sehr lange dauern, wir schätzen circa vier bis sechs Jahre", machte Wohlfart klar.