Fränkisches Garten-"Eldorado" mit landesweiter Auszeichnung gewürdigt
Autor: Ralf Welz
Franken, Mittwoch, 12. August 2026
Im unterfränkischen Haßfurt herrscht große Begeisterung: Eine Gartenbesitzerin wurde mit einer begehrten Auszeichnung geehrt, die bayernweit vergeben wird.
Bayerns private Gärten sind für zahlreiche Vogelarten wie Amsel, Meise und Spatz ein wichtiger Lebensraum. Bereits 7800 Gärten im Freistaat tragen die Auszeichnung "Vogelfreundlicher Garten" - ein Zertifikat, das der Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) vergibt. Einer dieser ausgezeichneten Gärten befindet sich im unterfränkischen Haßfurt.
Noch den gesamten Sommer ist die ehrenamtliche Gartenjury auf der Suche nach weiteren privaten Vogeloasen unterwegs. Eine Umfrage in der inFranken.de-Community zeigt derweil, welche öffentlichen Gärten und Parks in Franken bei unseren Lesern besonders hoch im Kurs stehen.
Naturgarten in Haßfurt: Wilde Schönheit als "vogelfreundlicher Garten" ausgezeichnet
Aus Sicht des Lfu stellen die ausgezeichneten Gärten "ein Eldorado" für die heimische Vogelwelt dar. Maria Bierlein aus dem unterfränkischen Haßfurt ist eine der Gartenbesitzerinnen, deren Eingang bereits die Würdigung "Vogelfreundlicher Garten" ziert. In ihrem farbenfrohen Garten lässt sie der Natur bewusst Raum.
Video:
"Jede unverhoffte Tierbegegnung schafft mir Freude. Je überraschender und vielfältiger, desto besser", wird die Naturgärtnerin in der Pressemitteilung des Landesamts zitiert. Ihr zufolge profitieren nicht nur Vögel von der naturnahen Gestaltung: "Die schönste Begegnung hatte ich beim Säubern eines Nistkastens. Ein Siebenschläfer hatte sich dort für seinen Winterschlaf eingerichtet", berichtet Bierlein. Dies zeige, dass vogelfreundliche Gärten auch zahlreichen anderen Tierarten zugutekämen.
LBV-Gartenbewerterin Sandra Wöhning, die den Garten begutachtet hat, erinnert sich noch genau an den Besuch: "Wir konnten sofort eintauchen in die wilde Schönheit und überall gab es neue tolle Ecken zu entdecken."
Bayerische Gärten als Paradiese für Vögel, Igel und Insekten - Tipps für den Sommer
Vogelfreundliche Gärten finden sich in ganz Bayern. So bietet etwa Familie Hellmeier im oberbayerischen Obing im Landkreis Traunstein mit Hecken, Bäumen und offenen Sandflächen - sogenannten Sandarien - ebenfalls Versteckmöglichkeiten, Nahrungsquellen und Nistplätze für Vögel, Igel und Insekten. Gartenbesitzerin Charlotte Hellmeier sieht darin auch einen Nutzen für die Menschen selbst: "Gärten, die Wildtieren Nahrung, Schutz, Nist-, Brut- und Überlebensstrukturen bieten, fördern auch die eigene seelische und körperliche Gesundheit". wird die Naturliebhaberin in der Meldung des Bayerischen Landesamts für Umwelt zitiert.
Gerade in den Sommermonaten, bei Hitze und Trockenheit, kommt naturnahen Gärten eine besondere Bedeutung zu. Gartenteiche, Wildblumenwiesen und schattenspendende Bäume schaffen kühlere Mikroklimata und stellen Wasser sowie Nahrung bereit. Zusätzlich können Vogeltränken aufgestellt werden: Eine flache Schüssel oder ein Blumentopf-Untersetzer, regelmäßig mit frischem Wasser befüllt, wird sowohl von Vögeln als auch von anderen Gartentieren angenommen.