Zum dritten Mal gab es an der Wallburg-Realschule in Eltmann eine Schülerfirma. 15 Jugendliche gründeten die Firma "Wallbörger" als Aktiengesellschaft und probierten damit aus, wie ein Unternehmen funktioniert. Das Schülerunternehmen betreute das Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln. Und so lernten die Jugendliche alle finanzielle Probleme (Steuern und Sozialabgaben) kennen, die ein Firmeninhaber so haben kann.

Schülerfirmen werden als Bestandteil des schulischen Unterrichts beliebter. Man muss Geschäftsideen entwickeln, diese auf Marktchancen testen und im Team arbeiten. Zwangsläufig entwickelt man dabei auch soziale und fachliche Schlüsselqualifikationen und -kompetenzen, die einem weit über den Unterricht hinaus dienlich sein können. Einige Schüler profitierten schon; einer berichtete: "Bei meinem Vorstellungsgespräch drehte sich fast alles um unsere Schülerfirma, und der Ausbilder hat sich mit mir darüber mehr als eine halbes Stunde unterhalten. Am Schluss hatte ich natürlich die Zusage für eine Praktikum."

Schönes Erlebnis

Sophia Linz bilnazierte: "Die Arbeit in einer Schülerfirma kann ich anderen Schülern dringend weiterempfehlen, da man einen Einblick bekommt, wie viele verschiedene Aufgaben in einem Unternehmen zu erledigen sind. Außerdem ist es ein schönes Erlebnis, die Entstehungsgeschichte eines Produktes so nah mitzubekommen und ein Teil davon zu sein." - "Ich fand, es hat sich richtig gelohnt, der Schülerfirma beizutreten. Unser Projekt hat wirklich Spaß gemacht, und wir haben eine gute Bemerkung und ein tolles Zertifikat des Institutes der Deutschen Wirtschaft für unser Bewerbungszeugnis bekommen", freute sich Sebastian Wagner.

Lars Oppermann meinte: "Es war eine große Herausforderung, die wir zusammen erfolgreich bestanden haben." Ähnlich sah es Sebastian Postler: "Es war ein langer, anstrengender, aber auch erfahrungsreicher Weg bis zum Kochbuch - mit vielen Hürden, die gemeistert werden mussten."

Vorstandsvorsitzender Patrik Lediger berichtete vor den "Aktionären". Wallburg (dem Namen der Schule und Wahrzeichen der Stadt) und Börger (Symbol für einfaches und kreatives Essen) das führte zum Namen "Wallbörger" gekommen. "Als Chefs und Pressesprecher besuchten wir Workshops in Nürnberg, wo jeder auf seine jeweilige Aufgabe in der Firma vorbereitet wurde. Dann nahmen wir mit unserem Wirtschaftspaten Leitner Kontakt auf, stellten unser Geschäftskonzept vor und verkauften Aktien", berichtete Partik weiter. Die Jugendlichen beschäftigte Zeitplan, Umfang, Gestaltung und Layout des Kochbuchs. Sogar eine Homepage wurde aufgemacht und mit der Rezeptsammlung begonnen.

Gute Gelegenheiten

"Glücklicherweise ging unser Buch im Mai in Druck, und wir konnten mit dem Verkauf starten. Im Juni war der Verkauf im Schulzentrum Eltmann sowie in den Läden von Hübscher in Haßfurt und Bamberg, bei Glückstein in Haßfurt, beim Sommerfest des Kinderheims und bei der Amtseinführung von Direktorin Manuela Küfner in vollem Gange", skizzierte Lediger die Arbeit, die doch viel Zeit in Anspruch genommen habe.

Pressesprecherin Anna Schneider stellte das Kochbuch in seinen sechs Kategorien vor: Gesundes Pausenbrot, schnelles Mittagessen, vier Jahreszeiten, Wallbörger, Partysnacks sowie Drinks und "Promirezepte". "Besonders freuten wir uns über zahlreiche Einsendungen von Rezepten von Prominenten aus der Politik (zum Beispiel Dorothee Bär und Melanie Huml), aus der Unterhaltungsbranche ("Die Dorfrocker" oder Schlagersängerin Andrea Berg). Sogar Fachleute wie Sternekoch Alfons Schuhbeck haben uns ein Rezept verraten. Darauf waren wir sehr stolz."

Die "Aktionäre" interessierte neben der tollen Arbeit der Schüler die finanzielle Situation der Firma, denn mit Abschluss des Schuljahres muss sie wieder aufgelöst werden. Finanzvorstand Moritz Kundmüller stellte die Buchführung vor und verkündete mit sichtlichem Stolz: "Der Gewinn nach Steuern beträgt nach 800 verkauften Kochbüchern 1701,55 Euro. Ursprünglich dachten wir eine Auflage von 500 Exemplaren. Mit diesem Erfolg sind wir sehr zufrieden. Wir freuen uns außerdem, dass jeder Anteilseigner seinen Anteil in Höhe von zehn Euro und außerdem noch einen Gewinn von 18,90 Euro erhält." Da war Beifall sicher.

In der Hoffnung auf großzügige Aktionäre erzählte Kundmüller von dem Plan, einen Teil des Gewinns an die Kinderkrebshilfe Erlangen spenden zu wollen; auch die Mitglieder der Schülerfirma sollten eine Spende für ihre Arbeit erhalten. Er traf nicht auf taube Ohren. 450 Euro können an die Krebshilfe übergeben werden.

Direktorin Manuela Küfner zollte Respekt. "Ich bin stolz auf euch, dass ihr dieses Projekt so vorbildlich und erfolgreich durchgezogen habt." Wie bei Aktionärsversammlungen üblich, gab es zum Dank für die Aktionäre zum Abschluss ein Bankett und viele Gespräche mit den "Junior-Unternehmern", die sich um ihre weiteren schulischen und beruflichen Perspektiven drehten.