Die "Jets" bringen den Saal zum Kochen

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Elfriede Rauch aus Haßfurt (rechts) ist seit Jahrzehnten ein Fan der Oldie-Band "The Jets" und kam zusammen mit Helga Burger aus Wülflingen zur Geburtstagsparty ...
Sie sorgte für eine ausgelassene Stimmung in der Rathaushalle: die Oldieband "The Jets" mit (von links) Steve Hyde (Bass, Gesang), Jerry James (Gesang), Tuncay Tercanli (Schlagzeug, ...
 

Bombenstimmung in der ausverkauften Rathaushalle in Haßfurt! Doch keine Faschingsveranstaltung brachte die 160 Gäste so in Schwung. Es war vielmehr die Oldieband "The Jets", die von ihren Fans ausgelassen gefeiert wurde.

50 Jahre alt und gerade dem Jungbrunnen entstiegen, präsentierte sich die Band auf Einladung des Kulturamts Haßfurt erstmals in ihrer neuen Besetzung und löste Begeisterungsstürme bei den Fans aus.

Das habe ich auch noch nie erlebt: da saßen vor dem Konzert fünf professionelle Musiker im Aufenthaltsraum um den Tisch, ließen ihr Essen stehen, und stimmten im fünfstimmigen a-capella Gesang das Lied "Lonesome Loser" für mich an. "Damit Du mal hörst, wie wir klingen", erklärte Jerry James. Der Sänger ist seit diesem Jahr Mitglied der Band und führt mit Gary Reck (Keyboards) und Steve Chapple (Gitarre) sowie den beiden weiteren "Neulingen" Steve Hyde (Bass) und Tuncay Tercanli (Schlagzeug) die Tradition fort.

Präsent in ganz Nordbayern


1962 von Helmut Schmidt in Würzburg gegründet, haben sich "The Jets" im Lauf der Jahrzehnte zur erfolgreichsten Oldie-Band Nordbayerns entwickelt. Nach 50 Jahren aber haben Helmut Schmidt, Reiner Egert und Dieter Marschall ihren Abschied genommen. "Ich bin froh, dass wir mit Jerry, Steve und Tuncay drei so tolle Musiker und Sänger gefunden haben. Denn sie halten die Seele der Jets lebendig", sagte Helmut Schmidt. Die "Seele" besteht für ihn aus dem Gesang, der bis zu fünfstimmig erklingen kann. "Jeder Musiker muss auch singen können, denn die Oldies, die die Jets spielen, sind äußerst gesangsbetont", so der Bandgründer, der zur Freude der Fans noch einen kurzen Gastauftritt mit "Pretty Woman" absolvierte.

"The Jets" spielen hauptsächlich Lieder aus den 1960er bis 1980er Jahren, die beim Publikum ankommen. "Wir treten schließlich für unsere Zuhörer auf und achten daher darauf, ihren Geschmack zu treffen", betonte Gary Reck. "Dabei bewahren wir aber auch unsere Musikerwürde", ergänzte Jerry James, "und jeder von uns gibt seine persönliche Note zum Spiel dazu." Insgesamt klingen die unvergessenen Hits relativ originalgetreu und zeichnen sich doch durch eine eigene Musiksprache aus. "Wir freuen uns, dass wir die Geschichte der Band weiterschreiben können und heuer schon für 40 Auftritte gebucht sind", sagte Jerry James, der schon als Sänger von "Push" und "Light my fire" bekannt war.

Leidenschaftliche Tänzer


Einer der vielen eingefleischten Jets-Fans ist auch die 70-jährige Elfriede Rauch aus Haßfurt, die 20 Jahre lang regelmäßig mit dem Zug nach Würzburg und zu anderen Spielstätten der Jets fuhr. "Ich bin so aufgeregt wie vor meinem ersten Rendezvous", erzählte sie. "Ich liebe die Musik der 60, 70er und 80er Jahre. Denn sie erinnert mich an eine schöne Zeit und ich tanze leidenschaftlich gerne dazu." Obwohl sie die "alte" Besetzung erwartet hatte, war sie nicht enttäuscht. Im Gegenteil: "Die neuen Musiker sind sehr gut. Besonders, wenn sie die alten Lieder spielen, die ich kenne", lobte sie.

Thilo Endrich aus Zellingen bei Würzburg kennt die Band schon seit rund 30 Jahren. "Ich mag die Live-Musik", teilte er mit. "An den Oldies faszinieren mich vor allem der Rhythmus und der Takt." Die neue Besetzung der Band gefiel ihm schon ganz gut. "Allerdings", merkte er an, "dürfen die Stimmen noch ein wenig besser ausgefeilt werden." Inge Barth aus Riedbach wiederum, die die Jets schon ein paarmal gehört hat, fand den "neuen" Sound "super". Andreas Schmitt aus Haßfurt war mit seiner Partnerin zu der Party gekommen, um die Musik seiner Jugendzeit wieder einmal zu hören, und weil er gerne tanzen wollte. "Die Jets machen eine gute Musik, spielen die Oldies in einer technisch perfekten Art und sind gute Sänger; vor allem Jerry James hat eine super Stimme", so sein freudiges Fazit.

Die Musik der Band ist hauptsächlich dazu angetan, eine tolle Stimmung zu verbreiten. Sie geht nicht nur ins Ohr, sondern auch ins Tanzbein: vom ersten Lied an tanzten die Besucher voller Begeisterung bis in den frühen Morgen und sangen die meisten Lieder lauthals mit. Die Feuerprobe haben die "neuen" Jets daher bestanden. Weil es ihnen selbst so gut gefallen hat, möchten sie heuer nochmals in Haßfurt aufspielen.