Die Sitzung des Marktgemeinderates Maroldsweisach am Montagabend im Rathaus stand ganz im Zeichen von Ehrungen von Bürgern aus dem Gemeindegebiet, die sich durch besondere Leistungen verdient gemacht haben. Bevor Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) seinen Jahresbericht vortrug, wurden noch Beschlüsse zur Dorferneuerung Birkenfeld gefasst.
"Seit 2012 sind wir schon mit der Dorferneuerung in Birkenfeld befasst. Teileweise wurde eine Entscheidung hinausgeschoben, weil wir auch den Breitbandausbau in diesem Ortsteil mit ins Auge gefasst haben. Eine Ausschreibung, die bereits vorhanden war, musste zurück gezogen werden, weil sie nicht wirtschaftlich war", sagte Bürgermeister Thein. Heute sei man so weit, dass man die Maßnahme vergeben könne.
Der Leiter des Bauamtes, Andrè Grüner, erklärte, dass 13 Firmen angeschrieben worden seien, sechs hätten Gebote abgegeben. Das günstigste Gebot kam von einer Firma aus Thüringen mit der Summe von 525 665 Euro. Dazu ergänzte der Bürgermeister, dass die erste Ausschreibung bei 585 000 Euro gelegen hätte, aber die neue der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage entspreche. Nach den Worten des Bürgermeisters wird mit einer Förderung von 42 Prozent gerechnet.
Gemeinderat Günter Freß (FW) hatte gerechnet: "Demnach müssen wir jetzt 130 000 Euro mehr als bei der vorherigen Ausschreibung bezahlen." Bürgermeister Thein bejahte Mehrkosten und sagte aber, dass man die Maßnahme nun durchziehen sollte. "Eine weitere Verzögerung können wir den Bürgern von Birkenfeld nicht mehr zumuten", meinte das Gemeindeoberhaupt. Der Auftrag wurde einstimmig vom Gremium zum Preis von 525 665 Euro vergeben.


Ein arbeitsreiches Jahr

In seinem Jahresbericht machte der Bürgermeister einen bebilderten Streifzug durch die Ortschaften der Marktgemeinde Maroldsweisach. "Hinter uns liegt ein arbeitsreiches Jahr mit vielen Aktionen", sagte Wolfram Thein. Er ging auf die Bevölkerungsentwicklung ein, die leicht rückläufig sei. Gegenwärtig zähle die Markgemeinde 3296 Einwohner.
Die Prokopfverschuldung betrage 653 Euro. "Unsere Finanzlage spiegelt sich an der Gewerbesteuer, die meist gleichbleibend ist, und das gibt uns eine gewisse Planungssicherheit", sagte Thein. Steigen werde die Kreisumlage auf 1 386 000 Euro (Vorjahr: 1 344 000 Euro). "Unsere Finanzlage können wir insgesamt als solide bezeichnen, sparsames Haushalten ist angesagt."
In Allertshausen konnte ein Unternehmen angesiedelt werden. Dafür wurde ein Gewerbegebiet zur Verfügung gestellt. In Altenstein wurden Restarbeiten im Gewerbegebiet vollendet und in Birkenfeld konnte der Spielplatz verbessert werden; er wird künftig mit der punktuellen Dorferneuerung weiter aufgewertet. In Dippach wurde das Umfeld des Leichenhauses saniert und Teil zwei des Breitbandausbaus werde kommen. Untersucht wurden in Ditterswind die Abwasserkanäle und das Schloss fand einen neuen Besitzer. Auch konnten im gesamten Gemeindegebiet bisher leer stehende Objekte neu belebt werden. Der Spielplatz wurde in Dürrenried gerichtet, nächstes Jahr werde er eingeweiht. Ein "anonymes Urnenfeld" wurde in Eckartshausen angelegt und in Geroldswind wurden Friedhofswege gepflastert. Auch habe dort die Feuerwehr eine neue Pumpe bekommen. In Gresselgrund stehe noch die Sicherung und Sanierung der Brücke über den Erlbach an.
Für das Mehrzweckgebäude in Hafenpreppach ist eine Fördersumme von 100 000 Euro zu erwarten, die Treppenstufen zum Friedhof wurden instand gesetzt. Der Bauhof der Gemeinde hat die Kläranlage in Marbach mit einem Spezialbagger entschlammt. In der Vorstadtstraße in Maroldsweisach wurde das "Großprojekt Kinderspielplatz" umgesetzt und ein weiteres stehe mit dem Gewerbegebiet "Bleichäcker" in den Startlöchern. Ein Urnenfeld gab es im Friedhof Pfaffendorf, Wege wurden neu asphaltiert und ein Brennpunkt sei die ehemalige Schule, die nach Beschluss des Gemeinderates abgerissen wird. Dort soll ein großzügiger Spielplatz entstehen.
Gelobt wurden auch die Jubiläumsfeierlichkeiten des Obst- und Gartenbauvereins und der Feuerwehr Pfaffendorf. Verbessert wurde die Trinkwasserversorgung in Todtenweisach und die zu hohen Uranwerte durch eine entsprechende Anlage beseitigt. Neu wurde in Voccawind ein Gehweg zur Villa hin angelegt und so die Verkehrssicherheit für die Kinder verbessert. Gepflastert wurden Wege im Friedhof in Wasmuthhausen; auch ein Urnenfeld wurde realisiert. "Wir konnten gegenüber der Mehrzweckhalle ein Gebäude erwerben, das verschiedene Kapazitätsprobleme lösen wird. Für den Gemeindebauhof wurde ein zweckmäßiger und leistungsfähiger Traktor angeschafft, was die Schlagkraft unseres Bauhofes erhöht", erläuterte der Bürgermeister. Auch ein neues Streugerät für den Winterdienst ist dort vorhanden.
Thein ging noch auf verschiedene Märkte ein, die gut angekommen seien. Der Gemeinderat hat sich in diesem Jahr zu elf Sitzungen getroffen und auch die verschiedenen Ausschüsse waren nicht untätig. Vier Bürgerversammlungen wurden abgehalten. Thein schloss mit den Worten: "Ich lebe gerne in Maroldsweisach und bin stolz, ein ,Marokaner‘ zu sein. Helft alle weiter mit, unsere Gemeinde voranzubringen. Gemeinde sind wir alle. Mein Dank gilt allen, die sich um unsere Gemeinde verdient gemacht haben."
Zweiter Bürgermeister Harald Deringer dankte Wolfram Thein für dessen Arbeit zum Wohle der Bürger in der Gemeinde Maroldsweisach.