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Bürgermarsch fordert die ganze Familie - und begeistert


Autor: Christiane Reuther

Knetzgau, Sonntag, 14. August 2016

Die Knetzgauer Reservisten begeistern mit ihrer Veranstaltung im August inzwischen im sechsten Jahr.
Drei Mann in einem Boot: Das Team "Kuyt&Friends" mit Christian Krapf, Raphael Schenk und Andreas Melber (von links) kämpft gegen Strömung und Zeit. Fotos: Christiane Reuther


"Es macht Spaß", war es am Samstag immer wieder zu hören beim 6. Bürgermarsch in Knetzgau. Ausgerichtet hatte den Marsch für Groß und Klein die Reservistenkameradschaft Knetzgau. Ausgehend vom Reservistenheim an der Knetzgauer Straße machten sich 150 Teilnehmer, aufgeteilt in 35 Mannschaften, darunter zehn Kinder-, vier Damen-, 17 Zivil- und vier Militärmannschaften, auf die rund acht Kilometer Weg durch die Knetzgauer Flur.


Militärische und zivile Zusammenarbeit

"Die militärische und zivile Zusammenarbeit steht im Vordergrund beim Bürgermarsch", sagte Udo Vogentanz, Stabsunteroffizier der Reserve. 1#googleAds#100x100 Da es nach dem Wegfall der Bundeswehr immer weniger Reservisten gibt, möchte man mit der Veranstaltung das Soldatensein und die Institution "Reservisten" den Teilnehmern ins Bewusstsein bringen, erklärte Vogentanz, der sich für die Durchführung des Bürgermarsches verantwortlich zeigte.

Auch wenn der Spaßfaktor im Vordergrund stand, wurde den Teilnehmern anschaulich vermittelt, wie man sich in Katastrophenfällen zu verhalten hat. Für die Zivilisten galt es, acht Stationen anzupeilen - für die Kindergruppen in abgespeckter Version - für die Reservisten war eine zusätzliche Station eingebaut. Mit im Boot waren die Wasserwacht und das Rote-Kreuz, um die Stationen Schießen, Erste-Hilfe, Hindernisbahn, Handgranatenwerfen, Leben im Felde, Torwandschießen, Führen eines "Gefechtsfahrzeuges" und Mainübersetzen zu betreuen.


Im Jeep durch die Pampa

Mit einem Oldtimer-Jeep - dem VW 183 Iltis, Baujahr 1979 - fuhr Uwe Hau, Hauptfeldwebel der Reserve die Stationen an, die Zeitungsvertreterin mit im Boot. Mit "Kind, Hund und Kegel" waren sehr viele Familien auf dem Weg, die übereinstimmend den Marsch als eine besondere Familienveranstaltung bezeichneten.

Der Knetzgauer Matthias Mergentahler war mit Frau und den drei Kindern sowie einer befreundeten Familie das erste Mal beim Bürgermarsch dabei. "Es macht Spaß, auch den Kindern", erzählte der Familienvater nach einem Spurt an der Hindernisbahn. Der Termin für den Bürgermarsch wird sich bei den Mergenthalers als besonderer Familienausflug fest etablieren. Sogar Eric das jüngste Familienmitglied vergisst mit seinen zwei Jahren den Mittagsschlaf.

"Ran, rauf, drüber", so hieß es am Hindernisparcours, den die Gruppe "Girls on Tour" bewältigte. "Respekt, es ist sehr anspruchsvoll und eine sportliche Herausforderung", gestand Susanne Frank an dem "Stop-and-Go-Parcours" ein. Robben, Hangeln, auf einem Seilsteg entlang und eine Eskalier-Wand bezwingen, verlangte dem Damenteam vollen Einsatz ab.


Fahren im Panzer in Simulation

Nicole, Jana und Marie vom Team "Winki-Winki" nutzen eine kleine Pause, um sich an der Station "Führen eines Gefechtsfahrzeuges" mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu machen. Es musste quasi in "Blinder-Kuh"-Version das "Fahren im Panzer" simuliert werden. Das bedeutet: Mit einem Sack über dem Kopf dem vermeintlichen "Fahrer" eines Gefechtsfahrzeuges - der ebenfalls einen Sack über dem Kopf hatte - Befehle durchgeben, um einen Parcours zu durchlaufen.

Abenteuerlich, sportlich und sogar "etwas nass" ging es an der Station am Main zu. Hier galt es, im Schlauchboot von einem Mainufer an das andere überzusetzen - im Kampf gegen Strömung und Zeit. "Der Bürgermarsch ist sehr zu empfehlen" sagte Christian Krapf vom Knetzgauer Team "Kuyt&Friends". Im Vorfeld hatten die jungen Leute die Überfahrt schon etwas ausspioniert, Tipps von Außenstehenden gerne angenommen und natürlich "auf die Teamfähigkeit gesetzt". Im nächsten Jahr wollen nicht nur die "Kuyt&Friends", sondern viele andere Teams wieder dabei sein, wie es an den Stationen zu hören war.


"Chillkröten" wieder Sieger

Dass es am Abend nach dem Bürgermarsch rund um das Reservistenheim noch eine tolle Siegesfeier gibt, darüber freuten sich alle großen und kleinen Teilnehmer schon im Vorfeld. Vor allem die "Die Chillkröten", die bei den Damen - wie im Vorjahr - den ersten Platz belegten. Bei den Zivilisten freute sich "Mein Lieblingsteam" und beim Militär die "RK Markt-Einersheim" über einen Podestplatz.